Reiner Engelmann: Der Fotograf von Auschwitz

Der alte Weggefährte Reiner Engelmann (Völkenroth, Sprecher der amnesty international Ortsgruppe Simmern im Hunsrück in den 1970er Jahren) hat ein neues Buch veröffentlicht.

Der SWR schreibt am 27.1.2015

Autor Reiner Engelmann

Dokumente wider das Vergessen

Reiner Engelmann hat ein Buch über den Fotografen von Auschwitz – Wilhelm Brasse – geschrieben. Der Fotograf wurde als Inhaftierter zum Dokumentarist des Grauens.

Er musste die KZ-Insassen fotografieren, wissend, dass sie später in den Gaskammern ermordet werden würden. Weigern war nicht möglich, dies wäre das eigene Todesurteil gewesen. Reiner Engelmann, ehemaliger Lehrer und Schriftsteller, hat bei einer Fahrt mit Schülern zur Gedenkstätte-Ausschwitz den Zeitzeugen und damaligen KZ-Insassen Wilhelm Brasse kennen gelernt und interviewt.

Reiner Engelmann aus Neu-Bamberg bei Bad Kreuznach hat das Leben von Brasse dokumentiert: „Der Fotograf von Auschwitz“ heißt sein jetzt erschienenes Buch.

Auf den Tag genau 70 Jahre ist es heute her, dass die Rote Armee das Vernichtungs- und Konzentrationslager Auschwitz befreit hat. Es gibt nicht viele Filmaufnahmen oder Fotografien von den KZ-Insassen und ihren Leiden.

Von 1941 an musste der gelernte polnische Fotograf Wilhelm Brasse die KZ-Insassen portraitieren. Immer unter Todesangst und immer nach dem gleichen Schema: im Profil, von vorne und: mit Mütze. 40.000 bis 70.000 Menschen. Menschen, die kurze Zeit später in den Gaskammern umgebracht wurden.

Dem Autor Reiner Engelmann hat Wilhelm Brasse kurz vor seinem Tod im Oktober 2012 beschrieben, wie die Rote Armee auf das Lager vorrückte und es ihm darum ging, seine Fotos für die Nachwelt zu sichern. Denn er sollte die Bilder verbrennen. Und damals blieb ihm nur übrig, die Fotografien anzuzünden.

Doch als es ihm möglich ist, löscht er das Feuer wieder. 38.000 Bilder wurden so für die Nachwelt erhalten. Sie geben den Opfern bis heute ein Gesicht. Fotograf Wilhelm Brasse zeigt mit ihnen nachkommenden Generationen, was in Auschwitz geschah.

 

Auch DER SPIEGEL berichtet über das Buch.

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Fotostrecke in DER SPIEGEL

Reiner Engelmann SpiegelFotostrecke
Ankunft am Ende: Neu angekommene Häftlinge müssen auf der Todesrampe von Auschwitz Aufstellung nehmen – links Frauen und Kinder, rechts Männer. Datum und Fotograf dieser Aufnahme sind unbekannt. DER SPIEGEL

 

Eine Rezension bei Amazon:

Das ist ein Buch, das einem unter die Haut geht. Es wird aus der Sicht von Wilhelm Brasse erzählt, der seit dem 1.9.1940 im Lager Auschwitz inhaftiert war.
Dieses Buch liest sich wie eine Geschichte. Es schildert das Leben von dem Fotografen und beginnt mit seiner Kindheit. Er wächst in Polen als Sohn einer polnischen Mutter und eines deutschen Vaters auf. Er absolviert eine Ausbildung zum Fotografen und wird später im Lager in Ausschwitz Fotograf. Es ist der Arbeitsdienst zu dem er eingeteilt wird.
Das Buch hat kurze Kapitel. Aber das empfand ich beim Lesen auch als sehr positiv. Denn es ist kein Buch, das man am Stück lesen kann. Das ist ein Buch, das ich immer wieder zu Seite legen musste. Tief seufzend, voller Emotionen und auch mal Tränen in den Augen.
Es zeigt einem das Leben in diesem Lager aus der Sicht des Fotografen.
Da fehlen mir fast die Worte. Das Grauen, das Menschen da erleben mussten. Die Fotos von Menschen, die dort umkamen, ermordet wurden.
Das geht einem unter die Haut. Das ist ein Teil der deutschen Geschichte, die niemand vergessen darf. Und immer wieder kommt mir dieser Satz in den Kopf-Nie wieder!
Das Vorwort des Buches geschrieben von Max Mannheimer fand ich schon sehr intensiv. Er stellt eine Reihe an Frage und ich denke, die geistern jedem Leser dieses Buches danach durch den Kopf. Die wichtigste vielleicht:
„Wie konnte so etwas passieren?“
Im Anhang des Buches findet sich noch ein Nachwort des Autors. Wie verlief das Leben von Wilhelm Brasse Leben nach dem Lager?
Daran anschließen sich Kurzbiographien von SS-Männern, die in Ausschwitz tätig waren und noch ein Glossar, in dem Begriffe aus dem Text erklärt werden.
Es gibt diese Bücher, bei denen ich beim Lesen das Gefühl habe, eine eiskalte Hand umschließt mein Herz.
Wie kann ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun?
Wie konnte so etwas passieren?
Ein Buch, das Geschichte erzählt.
Menschliche Geschichte aus einer schwarzen Zeit, es enthält eine wie ich finde, sehr wichtige Botschaft.
Nie wieder. Und es ist ein Mittel gegen das Vergessen.

taz Panter entlocken Geheimnisse

Auch 2015 wird von mir wieder die taz-Panterstiftung unterstützt. In einer immer komplizierteren Welt finde ich kritische Journalisten sehr wichtig und die taz Panter machen was. Andere große Verlage feuern Journalisten, besonders die kritischen.

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Mit der taz Akademie fördert die taz Panter Stiftung engagierte NachwuchsjournalistInnen. Zum Charakter einer Stiftung gehört es, dass StiftungsgründerInnen ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben wollen. 2008 wurde die taz Panter Stiftung gegründet. Es ging darum, die Erfahrungen und Übpanterbild_01erzeugungen von 30 Jahren unabhängigem taz-Journalismus an die nächste Generation weiterzugeben.
In den vergangenen fünf Jahren haben sie mit wenig Geld, aber Leidenschaft von aktiven wie ehemaligen KollegInnen eine innovative und erfolgreiche taz Akademie aufgebaut, die mit ihren Workshops junge Menschen für unabhängigen, kritischen Journalismus interessieren will. Gleichzeitig möchten sie ihre Erfahrungen aus über drei Jahrzehnten taz-Journalismus weitergeben – und so eigenen Nachwuchs gewinnen.
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Journalistenschule der Republik
Der Erfolg der taz Akademie hat für die taz gleichwohl auch – wenn man so will – eine Schattenseite, denn NachwuchstazlerInnen sind bei anderen Medienhäusern heiß begehrt und werden von diesen oft abgeworben. „Die taz ist die Journalistenschule der Republik“, hat der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert einmal gesagt.
Aber wie funktioniert diese taz Akademie – und haben junge Leute überhaupt Interesse? Eigentlich ist es ganz simpel: Man schreibt der Panter Stiftung kurz, warum man an einem taz Panter Workshop teilnehmen möchte und welcher journalistische Bereich (Politik, Kultur, Gesellschaft) einen besonders interessiert. Am Ende wählen die Redakteure  20 Leute zwischen 18 und 28 Jahren aus und laden sie für vier Tage in die taz ein. Unter Anleitung von taz-RedakteurInnen lernen sie handwerkliche Grundlagen und produzieren am Ende des Workshops vier taz-Zeitungsseiten.tazPanther1

 

Café-intern@tional in Büchenbeuren/Hunsrück

Seit über einem halben Jahr gibt es in Büchenbeuren eine Anlaufstelle für Flüchtlinge: das Café International. Im Dorf leben ca. 150 Flüchtlinge, viele unter 27 Jahren alt. Insgesamt leben in dieser Hunsrücker Region ca. 400 Flüchtlinge.

CafeInternational_BuechenbeurenBernd Mauerhof vom Hunsrücker Treff-Mobil:
„Wir engagieren uns in der Arbeit des Cafés und hier vor allem in der Arbeit mit den Jugendlichen. Erklärtes Ziel für die Nachhaltigkeitssicherung ist das Entstehen von Freundschaften und das gegenseitige sich Weiterhelfen in Sprache, Schule oder Wohnungssuche. Ermöglicht werden sollen auch Patenschaften.
Allen, die im Café tätig sind, ist an einer möglichst raschen Integration der Flüchtlinge gelegen; wir unterstützen sie durch notwendige Beratung in der Ankunftsphase, aber auch bei der Wohnraumsuche und auch bei Überwindung ihrer vielen freien Zeit. Wichtig ist der Erwerb der deutschen Sprache.“

„Junge Heimat“

Die Sczech-Stiftung unterstützt die Umsetzung der Idee eines Theaterprojektes. Jugendliche Flüchtlinge, junge hier lebende Migranten und junge Einheimische entwickeln gemeinsam ein Theaterstück. Ein profilierter Regisseur für das Projekt ist bereits gefunden: Horst „Hotte“ Schneider aus Simmern.
Der Start soll im März sein. Das Projekt soll an 3 Wochenenden (jeweils freitags bis sonntags) stattfinden.

 

Ziele des Projektes:

  • Verbesserung der Kommunikation zwischen jungen Flüchtlingen (Somalia, Eritrea, Syrien u.a.), jungen musisch ambitionierten Mitgliedern in hiesigen dörflichen Theatergruppen und jungen Migranten.
  • In 3 Wochenend-Workshops á jeweils 15 TeilnehmerInnen werden Personen aus den genannten Gruppen zusammengeführt, Fähigkeiten ausgelotet und das Kennenlernen gefördert.
  • Bei entsprechenden Übungen gegenseitiges Kennenlernen, Theatertechniken lernen und musische Spezialitäten der verschiedenen Kulturen miteinander verbinden.
  • Ideensammlung für kleine Aufführungen.
  • Im working process werden Bausteine für Aufführungen mit den TeilneherInnen erarbeitet
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Cafe Intern@tional auf Facebook

 

Innovativ ist, dass erstmals junge Einheimische mit jungen Flüchtlingen und jungen Migranten zusammengebracht werden. Innovativ auch die Kombination aus Bewegung, Action, Musik und vielleicht auch Sprache.

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Café International Büchenbeuren syrisch-kulinarischer Abend am 19.1.2015

 

Bulldogbänd live in Berlin

„So schön war die Zeit“ mit der Hunsrücker Bulldogbänd und jetzt dürfen Steffi, Bernd und Hotte nach Berlin. Das Umweltministerium Rheinland-Pfalz hat die drei in die Hauptstadt eingeladen, um „originell und humorvoll“ für die Eöffnung des jüngsten deutschen Nationalparks, der Pfingsten im Hunsrück eröffnet wird, Werbung zu machen.

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Die Bulldogbänd entstand 1995 im Rahmen des ´saalü´-Projektes, das zu dieser Zeit Hotte Schneider moderierte. Zusammen mit Steffi und Bernd Nauth tourte Hotte nicht nur durch alte dörfliche Gemeindesäle. Die Bulldogbänd war und ist auch heute noch auf dem ganzen Hunsrück bekannt und beliebt. Hotte und die Bulldogbänd bringen Geschichten und Anekdoten aus dem prallen Leben der wilden 60er und 70er Jahre. Ihre Lieder in hunsücker Dialekt sind mal fetzig und mal melancholisch. In Ihrem Programm „So schön war die Zeit“ versprühen die Kabarettisten Nostalgie, Witzigkeit und Lebensfreude.

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JE SUIS CHARLIE

Solidarität mit „Charlie Hebdo“

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Das am Montagabend vorab veröffentlichte Titelbild des Magazins zeigt eine Zeichnung des Propheten Mohammed, der trauernd ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ (deutsch: Ich bin Charlie) in den Händen hält. Über der Zeichnung steht in großen Buchstaben „Tout est pardonné“ (deutsch: Alles ist vergeben).

Die erste Ausgabe nach dem Attentat entstand in den Räumen der Tageszeitung Libération in Paris, die wie andere französische Medien den Überlebenden des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo Unterstützung zugesagt hatte. Der Kolumnist des Magazins, Patrick Pelloux, hatte bereits einen Tag nach dem Anschlag auf die Redaktion mit zwölf Toten ein neues Heft angekündigt.

 

Verteidigung der Liberalität ist die Antwort auf den Terror.

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Tagungshaus Hunsrück

1979 wurde im Hunsrück von engagierten Menschen der Verein Tagungshaus Hunsrück e.V. gegründet.

(siehe auch „Schafftag in Ohleiler“)

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Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2015 sind noch viele Gründungsmitglieder in der gemütlichen Essecke dabei. [Anita und Rainer fehlten entschuldigt]
Zum zehnjährigen Jubiläum 1989 berichtete das Hunsrück-Forum:

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…. aus dem Bedürfnis heraus, uns auch hier in der Provinz auszutauschen und unsere Vorstellungen zu verwirklichen ….. [ Jugendzentren und alternative Konzepte emanzipatorischer Jugendarbeit waren damals ein großes Thema]

 

Kapazität imd Preise
17 Betten, 6 Schlafräume, 3/2, 1/3, 2/4 (Raum/Betten)
2 Gruppenräume für 1*20 und 1*30 Personen
Preis: 6.50 € bis 8.00 € pro Person (Selbstverpflegung)
Strom, Gas, Müll nach Verbrauch
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Das Tagungshaus kann für Freizeiten und Seminare von Selbstverpflegern gemietet werden.
Ausstattung

Kaminzimmer, Partykeller, 2 Toiletten, 2 Duschen

Freizeit

Grillplatz, Wandern, Radfahren

Ausflugsziele

Orte und Burgen an Rhein und Mosel und im Hunsrück

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Besprechung des nächsten ehrenamtlichen Arbeitseinsatzes im Keller, dessen Akustik von Musikern begeistert gelobt wurde.

 

Erfahrungsberichte aus dem Internet:

Martin Stolze 27.09.2013:
Das Haus ist einfach. Es ist jedoch alles vorhanden. 2 Duschen können knapp sein, wenn das Haus vollständig belegt ist, zumal eine Dusche mehr eine „Hilfsdusche“ ist. Einige Zimmer sind Matrazenlager, aber OK. Wir haben vom Betrieb aus ein Firmen-Wochenende dort verbracht – und das hat sehr viel spaß gemacht. Wenn also die Ansprüche nicht bei Sternehotels anfangen, ist man hier gut untergebracht.
Carsten 03.10.2009:
Das Haus war für die angegebene Personenanzahlt wirklich klasse! Nur die Bäder sind etwas wenig und klein. Die Umgebung ist super. Und der Kontakt zw. dem Träger und uns war einfach super!
Ich bin rundum zufrieden!
Danke nochmals!!!!!!
KKC-Cobra Do Hunusrück e.V. 22.06.2009:
Nett eingerichtetes Haus, mit großen und freien Räumen.
Die Küche ist gut eingerichtet.
Wir würden es immer wieder empfehlen.
Oelschlägel 23.05.2008:
gut
oracle-speaker 13.03.2008:
Ich persönlich finde es sehr schön… eher nicht für Banker oder hochrangige Tagungen, für Feste, Events etc. aber einmalig. Wir haben dort gegrillt und getrommelt, offenes Feuer direkt vor dem Haus möglich… unten ein schöner Keller mit super Akustik … nur zu empfehlen…
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Historische Postkarte von Ohlweiler im Hunsrück

(siehe auch „Schafftag in Ohleiler“)