2012 Begegnung jugendlicher aus Israel und Palästina im Hunsrück

palastinaIsrael

„Frauen an den Kochtopf und Männer in den Krieg?“

In Kastellaun begegnen sich 40 Jugendliche aus Palästina, Israel und Deutschland, um die eigenen kulturellen, politischen und religiösen Sichtweisen des anderen besser zu verstehen. In Kleingruppen
widmen sich die Jugendlichen dem Thema „Gleichstellung der Geschlechter in Vergangenheit und Gegenwart“ – mit der provokanten Frage „Frauen an den Kochtopf und Männer in den Krieg?“

Sie besuchen im Rhein-Hunsrück-Kreis 25 Zeitzeugen und befragen sie zu ihren Erlebnissen im Dritten Reich und der Nachkriegszeit. Interviewpartner sind unter anderem Juden, Muslime,
Christen, ein Widerstandskämpfer, ein Wehrmachtssoldat und Angehörige der Friedensbewegung
der 1980er Jahre. Auf den Grundlagen ihrer Recherchen erstellen die Jugendlichen eine englischsprachige
Internetzeitung, die voraussichtlich zum Jahresende online gehen wird. Mit viel Engagement arbeiten
die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 23 Jahren an ihren Artikeln.

Während sich im Nahen Osten die Gewaltspirale unvermindert weiterdreht, zeigt sich in Kastellaun ein ganz anderes Bild. Im Hochseilgarten klettert ein Jugendlicher in schwindelerregender Höhe. Andere Jugendliche geben ihm Halt, sichern ihn mit Seilen. Auf den ersten Blick keine ungewöhnliche Situation.
Und doch wäre sie im Nahen Osten undenkbar, weil es sich bei den Jugendlichen um Israelis und Palästinenser handelt. Anstelle sich mit Hass und Wut zu begegnen, behandeln sie einander respektvoll, helfen und vertrauen sich gegenseitig.
„Der erste Schritt unseres Projekts ist gelungen. Ein friedlicher Dialog aller Beteiligten kommt zustande“, sagt Christof Pies. Der pensionierte Lehrer aus Kastellaun ist Leiter des vom Förderkreis Synagoge Laufersweiler, der Initiative „I Hope“ (Hoffnung für Palästina) und dem Evangelischen Kirchenkreis Simmern-Trarbach getragenen Menschenrechtsprojektes.

palastinaIsrael
Eine Geste des gegenseitigen Vertrauens und der Versöhnung: Die Jugendlichen (von links) Jakob Nehls, Dina Alaraj, Tal Arbel, Carolin Manns, John Bader und Einat Goldmann reichen sich in Oberwesel die Hände. Maximilian Eckhardt Rhein-Hunsrück-Zeitung 26.8.2012

„Sie sind ein Team“, stellt Pies erleichtert fest. Er, der schon viele Male den Nahen Osten besucht hat, weiß, dass es auch anders hätte kommen können.

Schreibe einen Kommentar