Als Atomraketen den Hunmsrück veränderten

Ausschnitte aus einer ARD Dokumentation von Andreas Orth: „Geschichte im Ersten: Als Atombomben Deutschland veränderten“
Quellen: ARD Mediathek

Das nukleare Gerassel zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten von Amerika weckt bei vielen Menschen Erinnerungen an die Zeit, als der „Kalte Krieg“ Millionen Deutsche auf die Straßen trieb, um im „Heißen Herbst“ gegen neue Atomwaffen in Europa zu demonstrieren. Kürzlich freigegebene, ehemals TOP SECRET Dokumente belegen heute: 1983 ereignete sich mitten in Deutschland eine zweite Kuba-Krise. Nur Minuten trennten die Welt von einem Atomkrieg, der Deutschland zum letzten Schlachtfeld gemacht hätte.


ARD-Autor Andreas Orth erinnert mit seiner Zeitreise an diese Jahre, die Deutschland auch spalteten. Es ging damals vor allem um die Stationierung neuer sowjetischer und amerikanischer Mittelstreckenraketen. Es war die größte Protestwelle gegen eine Entscheidung des Bundestages in der Geschichte der Bundesrepublik.

Auch die Popmusik wurde von der Angst vor einem Atomkrieg geprägt. Gruppen wie Genesis, Alphaville und sogar Boney M spiegelten die Angst vor dem nuklearen Desaster in ihren Songs.
Mit Stricknadeln, Sitzblockaden, Menschenketten und Latsch-Demos mobilisierten vor allem kirchliche Gruppen und 5000 lokale Friedensinitiativen gegen die atomare Aufrüstung. Sie sahen die Welt und besonders Deutschland am Rand des Untergangs.

Die Stasi versuchte, an manchem Friedensmanifest im Westen mitzuwirken, bekämpfte aber die Friedensbewegung, die sich damals auch in der DDR bildete und die – wie wir heute wissen – einen starken Einfluss auf die Wende hatte. Andreas Orth begibt sich auf Spurensuche, besucht die alten Friedensaktivisten aus Mutlangen, dem Hunsrück und der Kleinstadt Nottuln bei Münster, die heute noch aktiv sind. Sie erzählen, wie sie es damals – ganz ohne Facebook und soziale Medien – schafften, die Straßen in Stadt und Land zu erobern. Auch der legendäre Spielfilmregisseur Edgar Reitz schildert seine Erfahrungen mit der Friedensbewegung während der Dreharbeiten für seine „Heimat“-Trilogie.

Als der damalige US Präsident Ronald Reagan und Russlands Michail Gorbatschow die Verträge über die Abrüstung der Mittelstreckenraketen schlossen, dünnte die Friedensbewegung aus. Die gewaltigen Bunkeranlagen für die nuklearen Cruise Missiles im Hunsrück dienen heute als Bühne für das Technofestival Nature One. In den Atombunkern von Mutlangen, weil lange immer wieder von Aktivisten blockiert, lagert heute Streusalz für die Gemeinde.

Wie geht es weiter?

Doch 30 Jahre nach dem Inkrafttreten der Abrüstungsverträge droht deren Aufkündigung, und die alten Großmächte planen wieder eine nukleare Aufrüstung. Vor einer neuen gefährlichen Situation für Europa warnt der SPD-Politiker Erhard Eppler, der damals einer der schärfsten Kritiker der sogenannten Nachrüstung war.

Ein Film von Andreas Orth

Kommentare auf der ARD Webseite

Ingrid und Manfred Stübecke am 26.03.2018 um 21:25 Uhr

Weiter so!

Wir fanden es sehr gut, dass mit dem Film die Erinnerung an die Ereignisse in den 80er jahren neu bewusst gemacht wurde. Wir erleben die Friedensinitiative in Nottuln als eine Gruppe, die sich sehr gut informiert und diese Informationen auch der Öffentlichkeit anbietet durch qualifizierte Vorträge von Experten. Wir wünschen allen Friedensgruppen, dass sie nicht nachlassen in ihrem Engagement für den Frieden und denken dabei an das afrikanische Sprichwort: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.“ – Weiter so!

Balmer Landwehr Brigitte am 25.03.2018 um 19:47 Uhr

Widerstand ist heute nötig – wir brauchen die Jugend!

Der Film ist sehr informativ und macht Mut – gerade heute, in einer Zeit, wo Widerstand wichtiger ist denn je. Damals hat die Friedensbewegung hunderttausende auf die Straße gebracht… vor allem auch viele junge Leute. Wir brauchen auch heute die Jugend, auch wenn wir selbst mit über 60 Jahren noch aktiv sind in der Friedensbewegung. Wir brauchen die Jugend, die auf die Straße geht, die mitmacht!Zusammen können wir etwas erreichen.

Dr. Michael Stiels-Glenn am 23.03.2018 um 22:12 Uhr

Neuer Anlauf nötig – neuer Anlauf möglich

Ich habe lange keinen Film mehr gesehen, der die „zweite“ Friedensbewegung (die „erste“ Friedensbewegung begann mit der „Ohne mich-Bewegung“ gegen den Wehrdienst und ging dann über „Kampf dem Atomtod“ und die Campaign Nuclear Disarmament (CND), die zu den Ostermärschen wurde) darstellte, alte Erinnerungen wachrief und deutlich machte, wie gefährlich die Situation damals war. Und es waren die vielen kleinen Leute, die damals ihren Alltag Alltag sein ließen und angesichts der Gefahren aktiv wurden. Diese kleinen Leute, die Andreas Orth sensibel zeigt, waren es, die eine weitere Runde der Hochrüstung gestoppt haben: Der politische Preis – der politische Verlust der Massen für die Rüstungspolitik – wurde höher als der Nutzen. Und der Film erreicht etwas ganz anderes: Er kann Mut machen, sich heute wieder einzuklinken in die weltweiten Bemühungen kleiner Leute um Frieden und Völkerverständigung!

Hunsrücker Friedensbewegung, Zeitzeugen Trailer

In den 1980-er Jahren bewegte die Stationierung von atomaren Marschflugkörpern in der Nähe von Hasselbach die Menschen im Hunsrück. Hier auf der Pydna, wo heute einmal im Jahr die „Nature One“ Tausende von Ravern anlockt, sollten 96 Cruise Missiles aufgestellt werden.

Die Proteste der Friedensbewegung gegen diese Aufrüstung mobilisierte viele Menschen, im Hunsrück und bundesweit. Die Zeit im Hunsrück war in diesen Jahren geprägt von Mahnwachen, Demonstrationen, Friedensgebeten, Ostermärschen, Sitzblockaden und Widerstandscamps. 30 Jahre später blicken Zeitzeugen zurück auf diese bewegte Zeit, sie sprechen über ihre Motivation zum Protest, über ihre Erlebnisse und was davon geblieben ist. Zu Wort kommen Mitglieder der Friedensbewegung, Pfarrer, Forstleute, Organisatorinnen des Frauenwiderstandscamps, Bürgerinnen und Bürger aus Bell sowie Politiker. Und sie lassen ein für den Hunsrück spannendes und für viele unvergessenes Stück Zeitgeschichte nochmals lebendig werden.

Die kompletten Interviews können auf einer DVD über
http://www.fi-hunsrueck.de bezogen werden.

Kastellaun: Cantania 2018

Cantania findet seit 2012 in Rheinland-Pfalz unter der Federführung des gemeinnützigen Vereines „Musikforum Kastellaun e.V.“ und unter der künstlerischen Leitung von Volker Klein statt. Bisher haben über 6000 Kinder teilgenommen, die in 16 Konzerten in Mainz, Koblenz und Neustadt a. d. Weinstraße die Kantaten „50 Millionen Sekunden“, „Rambla Libertad“ (Straße der Freiheit) und „Babaua. Die Leiden der Mimi“ zu Aufführung gebracht haben. Die Sczech-Stiftung unterstützt das Projekt wie in den vergangenen Jahren auch 2018.

siehe auch Musikforum-Kastellaun

Der Rhein-Hunsrück-Kreis verzaubert die Energiewelt

Ausgerechnet der strukturschwache Rhein-Hunsrück-Kreis gilt international als Vorbild für erneuerbare Energien. Von Japan bis Afrika kommen Experten und lassen sich inspirieren.

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9.11.2017 SWR2 Wissen: Vorbild Rhein-Hunsrueck -ein Landkreis-verzaubert-die-energiewelt

Ein Gruß an alle Freunde der Hunsrücker Höhenwind und den ehemaligen Landrat Bertram Fleck: In einem Pariser Café habe ich schon 2015 einen holländischen Wissenschaftler getroffen, der voller Begeisterung die Entwicklung im Hunsrück wahrgenommen hat.

Der Kreis produziert heute dreimal so viel erneuerbaren Strom wie er selbst verbrauchen kann. Vor 20 Jahren sah das hier noch ganz anderes aus – keine einzige Kilowattstunde wurde vor Ort erzeugt. Auch im Wärmebereich schreitet die Entwicklung stetig voran. Bei Einsparungen, dem Bau von Nahwärmenetzen und Fotovoltaikanlagen. Der Erfolg des Rhein-Hunsrück-Kreises macht immer mehr Menschen neugierig. Nicht zuletzt durch den Gewinn des Europäischen Solarpreises im Jahr 2011. Wie geht so was? Rechnet sich das – auch wenn es keine staatliche Förderung erneuerbarer Energien gibt? Bisher haben Delegationen aus 34 Nationen den Kreis besucht, um sich von der Energiewende berichten zu lassen … weiterlesen bei SWR2

Mitbringsel aus Paris

Alle Fotos zur freien Verwendung, 12.12.2015 Reinhard Sczech

Motivation und Erleichterung

Ich war drauf und dran zu verzweifeln. Kann die Menschheit denn wirklich so blöd sein? Jetzt bin ich wieder hoch motiviert. Das waren lehrreiche Tage in Paris.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_23Ein Gruß an alle Freunde der Hunsrücker Höhenwind Gesellschafter und Bertram Fleck: In einem Pariser Café habe ich einen tollen holländischen Aktivisten getroffen, der voller Begeisterung die Entwicklung im Hunsrück wahrgenommen hat. Eine Botschaft an alle die jetzt noch gegen die Windenergie kämpfen: Ja, es gibt Beeinträchtigungen, ja das Landschaftsbild ändert sich, ja es gibt Fehlplanungen. Aber ihr könnt euch überhaupt nicht vorstellen, mit wie vielen Hoffnungen Menschen aus aller Welt auf Deutschland schauen.

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Der Hunsrück exportiert erneuerbare Energie. Nachhaltig! Bitte macht mit, oder wenn ihr schon nicht mitmachen wollt, macht den Weg frei. Ihr wollt die Heimat erhalten wie sie ist – aber Zerstörungen währen die Folge, die unsichtbar für unsere Kameras und Reporter bei den ärmsten der Armen angefangen haben und auch uns erreichen werden.

Die Prinzen

Saudi-Arabien alimentiert 7000 (geldgierige?) Prinzen. Prinz al-Walid Bin Talil, seine Frau und seine Kinder wohnen in 320 Zimmern in einem sandfarbenen Palast, der mit italienischem Marmor ausgekleidet ist, mitten in Riad.

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Dazu kommen drei Hallen-Schwimmbäder, Tennisplätze, 250 Fernseher, ein Kinosaal und fünf Küchen, die 2000 Gäste auf einmal beköstigen können. In der Garage des Prinzen stehClimateJustice_2015_12_12_Paris_31en 200 Luxusautos, darunter Rolls-Royce, Ferrari und Lamborghini. Dieser Reichtum wird von Öl gespeist. Könnt ihr euch vorstellen, welcher Kampf es war die Zustimmung der Saudis zu bekommen? Könnt ihr euch vorstellen, wie bitter die neusten Abschätzungen der Klimaforscher sind, um selbst ein Kopfnicken zu bekommen, das Saudi Arabiens Geschäftsmodell völlig in Frage  stellt?

 

2050 „klimaneutral“

Die Koalition der „Ambitionierten“ hat sich in Paris durchgesetzt. Beschlossen wurde, dass die Menschheit ab 2050 „klimaneutral“ lebt. Ursprünglich sollte im Vertrag stehen, dass die Menschheit ab 2050 „Treibhausgas-frei“ lebt. Aber das scheiterte an den erdölproduzierenden Ländern. „Treibhausgas-frei“ hätte bedeutet, dass diese Länder bald kein Erdöl mehr fördern dürften. Der jetzige Beschluss besagt, dass die Treibhausgase, die nach 2050 noch entstehen, kompensiert werden müssen – etwa durch Aufforstung oder neue Technologien.

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Climate Justice! Now!ClimateJustice_2015_12_12_Paris_35

„Die Weltgemeinschaft hat verstanden, dass die Gefahren durch den Klimawandel viel größer sind als zuvor angenommen“, sagte Bill Hare, der Chef des Forschungsinstituts Climate Analytics. „Das Paris-Abkommen ist ein historischer Wendepunkt für die ganze Welt.“

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Die roten Linien werden gezogen: Clim Acts aus Australien

Ärmel aufkrempeln

„Wir sind extrem glücklich“, erklärte EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Die Schweizer Bundesrätin Doris Leuthard sagte: „Für die Schweiz war es wichtig, dass alle Verantwortung übernehmen und die Zweiteilung aufgehoben wird.“ Aber auch Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa sieht einen „Wendepunkt zu einer besseren und sichereren Welt“. ClimateJustice_2015_12_12_Paris_36

Frankreichs Präsident François Hollande sagte sogar: „Wir haben heute die beste und friedlichste Revolution geschafft – eine Revolution für den Klimaschutz“. Und Bubu Pateh Jallow, einer der Chefunterhändler der ärmsten Staaten, sagte: „Der Vertrag ist eine wirklich gute Arbeitsbasis“.

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„Die Unterschrift ist nur der Anfang, jetzt geht es darum, ihn auch umzusetzen.“ Russlands Umweltminister Sergej Donskoj betonte: „Jetzt steht uns die Ratifikation bevor!“ Der hintere Teil der Vereinbarung nämlich, zwölf der 31 Seiten, muss zu nationalem Recht werden. Und das in jedem der 195 Mitgliedsländer, ein Prozess, der im Falle des Kyoto-Vertrages acht Jahre gedauert hat. Aber diesmal soll der Paris-Vertrag bereits ab 2020 gelten – in vier Jahren.

ClimateJustice_2015_12_12_Paris_39Dass dieses Ziel nun benannt wird, bedeutet: Die Weltgemeinschaft hat endlich realisiert, wie ernst die Warnungen sind, die die Klimaforscher aufgestellt haben. So weit, so gut, aber auch so unzulänglich. Denn diese Erkenntnis wird – zumindest noch – nicht ausreichend in konkretes Handeln umgesetzt.

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Fakt ist: Die Treibhausgas-Limits, die die Länder der Erde sich gegeben haben und die die Basis des Paris-Vertrags bilden, bringen die Welt nur auf einen Drei-Grad-Pfad – also auf einen Kurs, bei dem Elemente des Klimasystems destabilisiert würden, darunter der Grönland-Eisschild, die Permafrostböden und die Regenwälder. Höhere Ansprüche trauten sich die Architekten des Paris-Deals nach dem Kopenhagen-Debakel nicht mehr zu stellen.

Gewaltfrei und ohne Presse

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Tolle Tage in Paris, mit Wechselbädern der Gefühle

Tja Leute, wir haben uns das Demonstrationsrecht erkämpft. Entschieden und gewaltfrei. In der deutschen Presse habe ich noch kein Wort darüber gelesen. Über die Demo am Eifelturm wurde bischen berichtet. Aber die vorhergehende und aus meiner Sicht wichtigere in der Avenue de la Grande Armée vor dem Arc de Triomphe wurde fast ausschließlich über soziale Medien, wie diesen Blog transportiert.

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Sind wir mal milde, das Demonstrationsverbot hat natürlich dazu geführt, dass auch die Presse nicht über die Details der Planungen informiert war.

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Ein Tourist aus China macht auch spontan mit. „Very big problems in China“
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und Mainz trifft auf Oppenheim (on the left side Esmathe Gandi, Président ATTAC Togo)

 

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und Mainz trifft auf Oppenheim
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zum Abschluss wird ergreifend mitreißend gesungen
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Reinhard Sczech

Quellen

Klimaretter.Info

Skeptical Science

350.org   

Video von der Demo

DemocracyNOW

ARD Tagesschau COP21 live Blog

SonnenSeite

germanwatch

 

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Höhenwind

Die Hunsrücker Höhenwind Gesellschafter demonstrierten in ihrer Gesellschafterversammlung wie Windenergie trotz sehr viel Bürokratie und Verordnungswirrwarr nicht nur ein Beitrag für den Umweltschutz, sondern mit einer grundsoliden Bilanz auch ein betriebswirtschaftlicher Gewinn wird.

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Geschäftsführer Werner Vogt kann über viele erfreulich positive Entwicklungen berichten

Einstimmig wurde beschlossen, von dem Gewinn für soziale Zwecke zu spenden: an den Kindergarten Beltheim und die Flüchtlingshilfe.

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Auch wenn 2014 kein gutes Windjahr war – der Windertragsindex lag nur bei ca. 88 % – lässt sich doch damit einigermaßen gut leben. Das Windrad dreht sich somit  auch für den Kindergarten in Beltheim und die Flüchtlingshilfe im Hunsrück.

Ein Hauch von Schloss Freudenberg mitten im Hunsrück

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Getagt wurde im Erlebnisfeld Mannebach. Entstanden aus dem Dorferneurungskonzept und basierend auf den Ideen des Hugo Kükelhaus, ist das Erlebnisfeld heute ein in die Natur integriertes Projekt. Jung und alt sind eingeladen, an verschiedenen Stationen eine Reise in die Welt der Sinne zu unternehmen.

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Clemens Ronnefeldt

Die Anlage steht allen Besuchern kostenlos zur Verfügung und wird übers Jahr verteilt für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Mehr Infos unter erlebnisfeld-mannebach.de

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Erläuterung der „Sinnenfreuden“ im Erlebnisfeld Mannebach

 

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Natur, Klang, Harmonie

 

Saar-Hunsrück-Steig

Am Erlebnisfeld Mannebach und den Höhenwind Mühlen führt direkt der rund 180 Kilometer lange Weitwanderweg Saar-Hunsrück-Steig vorbei, der die beiden Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz miteinander verbindet.

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Tolle Wanderwege wurden erschlossen
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Höhenwind Informationstafel am Saar-Hunsrück-Steig

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Am 23. Mai 2015 gab es das feierliche Eröffnungsfest. Nun wollte ich ihn aber auch endlich mal sehen, unseren Nationalpark im Hunsrück, zurück zu den Wurzeln. Ich war begeistert. Die Grünen in Mainz hatten eine Bustour organisiert und zeigten sich zu Recht stolz darauf, was ihre politische Arbeit hier erreicht hatte. Ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz, schlaue Forschungsprojekte, tolle Naturerlebnisse mit wunderschönen Landschaften, Einblicken in die Vergangenheit der keltisch- römischen Geschichte und Einsichten in geologische Erdzeitalter.
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Musterbeispiel an Bürgerbeteiligung

Mit welcher Klugkeit, Energie und Fingerspitzengefühl die Bürgerbeiteilung organisiert wurde, finde ich eine besondere Meisterleistung der grünen Forstmenschen und Politiker. Der Leiter des Nationalparks, Harald Egidi, berichtete über einige Beispiele mit viel Humor.

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Die Internetseite ist noch im Aufbau begriffen, aber es gibt schon einiges zu entdecken

Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Auf 75 Prozent der Fläche des Nationalparks sollen Natur und Landschaft der natürlichen Entwicklung überlassen werden, also wieder zur Wildnis werden.

Beim Start des Nationalparkes 2015 wird unterschieden in Wildnisbereiche, die schon der Natur überlassen sind, und Entwicklungsbereiche, bei denen das Ziel besteht, sie innerhalb von 30 Jahren in Wildnisbereiche zu überführen.

Umgeben ist die Naturzone von einer sogenannten Pflegezone, die negative Wirkungen von der Naturzone auf die Umgebung (z.B. Ungezieferbefall) oder negative Wirkungen aus der Umgebung auf die Wildnis (z.B. Insektizidnebel) abpuffern soll.

Außerdem sollen in der Pflegezone extensiv genutzte Kulturlandschaftsteile (etwa Streuobstwiesen, Magerwiesen) erhalten werden, die auch sehr artenreich sein können.

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Der Nationalpark soll auch den Anforderungen eines EU-Vogelschutzgebietes und der der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) entsprechen.

Martin

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7. März 2015, 58. Geburtstag

Am 20. Juli 2015 hauchte Martin seine letzten Atemzüge und starb mit einem Lächeln im Gesicht. Ich bin unendlich traurig, erschüttert aber auch dankbar. Dankbar, weil er trotz seinem unsagbar schweren und langem Leiden mir zurückgebliebenem Zuversicht, Kraft und zum Abschied diese wunderbare Leichtigkeit mit auf den Weg gegeben hat.  „Angst vor dem Tod habe ich nicht“ hat er oft gesagt – an seinem Totenbett ergriff mich dann dieser Frieden zu seinem letzten Abschied, der alle seine Qualen beendete.

 

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Sareyken, Masuren, 2012, in der Heimat der Eltern

 

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Alpentour 1986

Martin hatte noch unzähliges vor. Unser traditionelles Dezember-Gänseessen im Hunsrück hatte er schon geplant, mit Friedbert wollte er noch unbedingt in die Alpen fahren und mit Jola so intensiv leben. Und er hat gelitten an dieser Welt. An Not, Elend, Umweltzerstörung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Er wollte helfen, er wollte seinen Glauben weitergeben, der ihm Kraft und Zuversicht gegeben und durch viele Schicksalsschläge geholfen hat. Martin hat sich gekümmert. Er war die treue, große und warme Seele, die regelmäßig die kranken und einsamen besuchte, Friedchen, Tante Pida, Walter, Hedwig, Spenden für Kinder in Indien, Campact, kirchliche Missionsarbeit, Greenpeace, ……

 

O je, diese Welt. Wie oft hat er mich in Rage versetzt, wenn er sich bereitwillig auf diverse Heilsversprechen einließ. Gutmütig hat er bis zur Selbstzerstörung Gleichstrombehandlungen, Lecherantennendiagnosen, Blasenkatheder, Hyperthermien und Insulin-potenzierten Therapien erlitten oder

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Masuren, Land der Seen und Wälder

voller Zuversicht Misteltherapie, B17, Horvi, hochdosiertem Vitamin C, andere Vitamine, Kurkuma, Kräuterölen, Enzymen, Pfirsichkernen, Nosoden, Zäpfchen, Brokkoli, Himbeeren, Ölen und anderer Mixturen, Kapseln Pillen, Tropfen, Einläufen und diversen Infusionen sein Vertrauen geschenkt.

 

Aber Martin erlebte die andere Seite, die „moderne Onkologie“, als seelenlose, technische Medizin. Dabei ging der Blick auf seine Bedürfnisse als kranker Mensch verloren. Die

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Masuren 2012, auf dem Bauernhof Bylda

nebenwirkungsreichen Therapien mit brutalen, bleibenden Auswirkungen musste er erdulden und hatte nur die „Alternativmedizin“ in der einfühlsamen Auseinandersetzung mit seiner von Anfang an lebensbedrohlichen Erkrankung.

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Enkenbach, April 2013, Kommunion Kristin
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Türkei Kanutour 1987

 

Wie deprimiert war ich, wenn ich miterleben musste, wie kalt und unfähig zu jeder gescheiten Kommunikation und Beratung entscheidende Krankenhausbesuche abliefen. Wie konnte ich da noch die Kunst der Wissenschaft verteidigen? Gefangen in einer Bürokratischen Rationalisierungsmaschine. Unvergessen ist mir der Besuch in der Uniklinik in Mainz, in der eine grimmig gestresste Krankenschwester regelrecht die Arztvisite abblockte, dem schwerkranken, frischoperierten Bruder Rinderbraten statt Schonkost brachte und die notwendigen Medikamente in Eigenregie verweigerte. Pech gehabt. Der einfühlsame und hochqualifizierte Pfleger der vorhergehenden Tage hatte sich in seinen wohlverdienten Urlaub verabschiedet. Der Chefarzt hatte keine Zeit und Martin wollte nur noch so schnell wie möglich raus.

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Lehrling Passbild

In einem Krankenhausbesuch zwei Jahre vorher hatte ich es am eigenen Leibe erfahren. Ohne Selbsthilfe? Geht gar nicht! Da wurden mir einfach ohne Anleitung und Aufklärung diverse Tabletten hingelegt. Einzige Hilfe war eine funktionierende Internetverbindung.

 

 

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Kastellaun, in der Küche

Rückblende. Dicker Zigarettenrauch wabert durch die Kneipe im Hunsrück und nach etlichen Bieren und Schnäpsen ist die Stimmung ausgelassen. Wir sind jung. Natürlich habe ich schon davon gehört, irgendwie soll Rauchen auch mit Krebs zusammenhängen. Aber bei mir doch nicht. Mein Opa hatte Krebs und meine Mutter hatte Krebs. Genetisches Risiko? Umweltfaktoren? Lebensstil? Alles kein Thema. „Martin, gib noch mal ne Marlboro rüber.“ Obwohl ich eigentlich lieber gedreht habe, oder war es meine rebellische Gauloises, Weltenbummler Camel oder alternative Lucky Strike Zeit? Vaters HB habe ich zwar gerne gerochen, aber nur im Notfall angerührt. Roth Händle war auch „in“ und für mein abfahren auf das Peter Stuyvesant Image habe ich mich dann irgendwann geschämt.

Weinprobe in Bell mit Udo Wieck
Weinprobe in Bell, 80er Jahre

Auf einmal mache ich mir Sorgen. Martin macht alles intensiver. Mehr Zigaretten, mehr Alkohol, mehr Stimmung, mehr Feier. Ob das gut geht? Aber Creedence Clearwater Revival und Carlos Santana wischen alle meine Bedenken hinweg. Rainer winkt mir zu, während Stöps am Tresen langsam einpennt. Nach einem verträumten „Let it be“ hämmert Miriam Makebas Pata Pata aus den Musikboxen und wir sind ausgelassen, glücklich, Zeit hat keine Bedeutung, Zukunft ist völlig unwichtig.

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1966 in Kastellaun
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Schultüte 1963
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Besuch in Bell, 1983

Juni 2015. Ich habe gerade ein Hörbuch beendet und Martin eine Kopie geschickt. Der Onkologe Bleif plante ein Buch über den Krebs. Dann erkrankte seine Frau an Brustkrebs, nach wenigen Jahren starb sie. Bleif schrieb ein Buch, das er so nie schreiben wollte. Kaum eine andere Krankheit ist so mit Vorurteilen und Tabus überfrachtet wie der Krebs. In den Augen vieler Menschen ist Krebs ein schicksalhaftes Ereignis, das sich nicht beeinflussen lässt. Gesunde blenden den Gedanken daran üblicherweise aus. Sie schätzen das Risiko, Opfer eines Unfalls oder Verbrechens zu werden, um ein Vielfaches höher ein als die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben. Dabei ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in den Industrienationen. Fast jeder dritte Mitteleuropäer erkrankt daran – in Deutschland waren es im vergangenen Jahr über 500.000 Menschen – und mehr als vier von zehn Krebskranken sterben. Von einer „verschwiegenen Katastrophe“ spricht Bleif und hat sich vorgenommen, den Nebel aus Unwissenheit und Unsicherheit, der einen unverstellten Blick auf diese Krankheit verhindert, zu lichten.

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Kastellaun, 1959

Hätten Martin und ich dieses Buch nur dreißig Jahre früher besprochen, simuliere ich jetzt um sechs Uhr morgens, nach dem Tag, an dem Martin zum Abschied aus seinem Leben lächelte, ich denke er wollt mir sagen, „siehst du, der Kampf gegen den Krebs ist vorbei, jetzt kann ich genau dorthin in Frieden weitergehen, wo schon immer mein letztes Ziel war……..“

 

 

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Dezember 2010 beim traditionellen Familientreffen

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Geschützte Links:

tröstende Worte

zur Ansprache von Knut bei Martins Beerdigung

Hörbuch Martin Bleif

Auf zum Theater im Hunsrück

Freilichttheater Pützbacher Kopf 19. Juli 2015

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Anreise zum Pützbacher Kopf zwischen Gemünden und Dickenschied

Beginn 15:00 Uhr  [Einlass ab 14:30 Uhr]

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Was für ein tolles Angebot! Mitten im Sommer, auf einer der schönsten Freilichtbühnen zwischen Köln und Trier.

1. Theater AG der Soonwaldschule Gemünden

„Dornröschen“

2. Theatergruppe Mörschbach

„Schäbig contra Schäbig“   

3. TiF (Flecketeens)

„Kreisliga C – Dämlich“

 4. Junge Heimat

„Wir sind die Welt“

Interkulturelles Theater von jungen Flüchtlingen und jungen Hunsrücker Schauspielern 

—-Pause—           

Pause—weiter geht’s—-

5. -studio 61- Rheinböllen

„Der hohe Besuch“      

6. Theatergruppe Mörschbach

„Tatort“

7. Theatergruppe Wiebelsheim

„Mo wiere Gebordsdach“      

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Berichte vom Juni 2015:

Junge Heimat Hunsrück wird Hunsbunt

Es wird HUNSBUNT im Hunsrück. Die Theatergruppe JUNGE HEIMAT improvisierte und probte im Mai 2015 auf Burg Waldeck das Theaterstück „Wir sind die Welt!“ im interkulturellen Theater von jungen Flüchtlingen und jungen hunsrücker Schauspielern.
Leitung: Hotte Schneider
Titelfoto: Jenny Schulmerich
Das Stück wird am 19. Juli 2015 zum erstenmal aufgeführt.

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Am Sonntag 14. Juni ab 14 Uhr findet in und um die Jahnhalle in Büchenbeuren das HunsBunt Festival statt.  20 Events auf 3 Bühnen versprechen ein tolles Fest zu werden. Das Ganze steht unter dem Motto: „Künstler setzen Zeichen – für Vielfalt und Völkerverständigung“

Mehr Infos zu den Künstlern und noch vieles mehr gibt es auf der Homepage: http://hunsbunt.jimdo.com/

Plakate und Flyer:

Flyer Hunsbunt 

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Schafftag in Ohlweiler

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Dorfeingang Ohleiler
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Die Ohlweiler Mühle ist Tagungshaus Hunsrück e.V.

Ein jährliches Ritual. In der Ohlweiler Mühle des Tagungshaus Hunsrück e.V. wird gearbeitet. Efeu schneiden, Schränke putzen, Dachrinnen säubern, defekte Elektroschalter reparieren, aber auch leckeren Kuchen von Anita essen, Bio Erdbeeren und Kaffe trinken.

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Blick vom Feldweg zur Ohlweiler Mühle auf Ziegen und Pferde

Als ich endlich von Mainz eintrudele, sind die Zimmer schon piccobello in Schuß. Mir bleibt nur noch der Rundgang mit der Kamera.

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Das romantische Zimmer in der Dachschräge
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Schlafen auf der Sonnenaufgangsseite, bunt, na und?
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Wir sollten den Zimmern mal Namen geben. Hier geht die Sonne unter.

 

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Das Zwillingszimmer der Sonnenuntergangsseite
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In der Küche läßt es sich sehr bequem kochen

 

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Das Bürozimmer
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Die Sonnenseite
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Wer die Wendeltreppe scheut, schläft unten.
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Der Bach wird schon viele Jahrzehnte nicht mehr zur Mühle umgeleitet. Aber bei kräftigem Hochwasser kann es hier noch feucht werden.
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…. die Fenster und das Dach dürfen nicht zuwuchern.

 

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Tolle Wanderwege führen direkt an der Ohlweiler Mühle vorbei.
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Schinderhannespfad
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kleines Bad unten
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größeres Bad oben
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Der supergroße Raum im Keller für Gruppenarbeit und Party mit einer rattenscharfen Akustik

 

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Schwarzes Brett am schönen Holztisch vor der Küche
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nach getaner Arbeit
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… an kalten Tagen am gemütlichen Holzfeuer.

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im Essraum vor der Küche

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Feierabend
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… ist immer auch Feuerabend

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…. hier ging es herein und hier geht es heraus.

Mehr Informationen über das Tagungshaus Hunsrück e.V. hier.

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Sonnenuntergang im Hunsrück.