[alles etwas gekürzt]
von Ulla
Wir kennen uns nicht persönlich, da ich Martin aber schon über 20 Jahre kenne, kenne ich irgendwie auch seine Familie, seine Freunde, und sehr viele Geschichten und Anekdoten aus Martins Leben durch seine Erzählungen.
Martin kenne ich so wie Du ihn beschrieben hast, hilfsbereit, vertrauenswürdig, liebevoll, engagiert, verrückt, verpeilt, draufgängerisch, verträumt, realistisch, vertrauensvoll, neugierig, kämpferisch, rebellisch, loyal, sozial, emphatisch, optimistisch manchmal auch wütend aber selten bis nie resignierend. Ich habe Martin für seinen ungebrochenen Willen und seine Kraft und seinen Optimismus in der letzen Zeit sehr bewundert oder eigentlich auch nicht, weil ich ja weiß wie er ist/war, das war eben der „Maddin“ so wie ich ihn kenne. Vor ca. 3 Wochen haben wir telefoniert, da war er einen Tag zuvor bei dem Arzt der ihm deutlich zu verstehen gegeben hat, dass das mit ihm nichts mehr wird. Ab diesem Moment hatte Martin eine andere Stimme, ich habe zu meinem Mann gesagt, „dem Martin ist heute die Stimme gebrochen“, ab diesem Moment hat er meiner Meinung nach seine Kraft und seinen grenzenlosen Optimismus verloren. Er wurde wütend und traurig und hat sich, zumindest bei mir, zum ersten mal die Frage gestellt, „warum ich“ . Solche Worte oder Einstellungen kannte ich von Martin bisher nicht. Mein Gefühl hat mir gesagt, jetzt wird es Zeit sich von Martin zu verabschieden und so sind wir dann „als spontane Motorradtour getarnt“ am 5. Juli zum Kaffee bei Martin und Jola vorbei gefahren. Ich hatte den Eindruck, dass er an diesem Nachmittag alle Kraftreserven mobilisiert hat und dabei war er doch schon so schwach. Verena sagte mir letzte Woche am Telefon, dass wäre der letzte Tag gewesen wo er im Garten war. Wir haben uns dann mit einem „machs gut“ verabschiedet beide wohlwissend, dass ist jetzt der Abschied in diesem Leben.
Ihr ALLE als Familie habt Euch in jeder Hinsicht rührend um Martin gekümmert, er fühlte sich nie allein gelassen, auch seine Freunde und seine Gemeinde waren immer da und haben ihn liebevoll begleitet, und wenn das einer verdient hat, dann war es der „Maddin“ denn nichts anderes, hätte er auch getan.
Ich habe mit Martin meinen besten und ehrlichsten Freund verloren, wir haben viel und oft und über alles geredet und diskutiert (oft auch kontrovers) zusammen gelacht und geweint und Martin hatte auch diesen „schwarzen Humor“, den ich so mochte. Manchmal haben wir uns 1 Jahr nicht gesehen, aber sehr oft telefoniert, manchmal täglich und dann mal wieder ein paar Wochen nicht, aber wir waren immer auf dem neuesten Stand was in dem Leben des anderen gerade ansteht.
Ich bin sehr traurig aber auch froh, ihn kennen gelernt zu haben. Stelle mir einfach vor, dass er jetzt auf der Wolke 7 sitzt, wissend und weiße, mit dem Grinsen im Gesicht so wie auf dem Bild mit der Krone und dass er sagt, stellt Euch nicht so an, ich habe es schon hinter mir, Ihr habt es noch vor Euch
Folgendes Gedicht habe ich vor Jahren geschrieben und es hilft mir „eigentlich“ immer, nur gerade jetzt noch nicht so ganz…..
Immer wenn ich traurig bin, setz ich mich in eine Ecke hin,
lass meinen Tränen freien Lauf und steh danach erleichtert auf.
Denn alles was mich traurig macht, hat mir im Leben sehr viel Freude gebracht,
dann bin ich dankbar, für diese Freude im Leben
und kann mit meiner Traurigkeit etwas besser leben.
Liebe Grüße
Ulla
Nadja
Hallo, leider habe ich gar nicht so viele Fotos gefunden, aber immerhin…
Liebe Grüße,
Nadja
Andrea und Dieter
Dieter und ich haben viele schöne Stunden mit ihm in diversen Ardeche Urlauben verbracht und werden ihn in Erinnerung behalten.
Dir möchten wir unser herzlichsten Beileid aussprechen.
Ganz liebe Grüße
von Andrea
und Dieter
Karin
Vor ca. 40 Jahren habe ich Martin als wilden Draufgänger kennengelernt, vor nichts Angst, keine Scheu und mit immer witzigen Lösungen.
Stimmt, er hat nichts ausglassen, alles mitgenommen, auch die schmerzlichen Momente. Ich habe ihn auch einfühlsam, nachdenklich und sehr bewußt kennengelernt.
Unsere Wege haben sich oft und immer mal wieder gekreuzt, wir haben zusammen einige Abenteuer erlebt, vom Campen auch dem Pavillon-Dach in Kastellaun, bis zu wilden Kajakfahrten an der Ardeche. Einmal hatte er mich zusammen mit Kraut entführt, hinten im Renaultkastenwagen, um mich vor der Arbeit zu retten 🙂
Mal hatte ich ihm mein nagelneues Motorrad geliehen, er wollte mit Friedbert die Alpen bezwingen. Alle haben mich gewarnt, dem „Äther“ ein Kfz zu leihen, dem Draufgänger, aber ich hatte zu keiner Zeit Bedenken und habe es auch im Ganzen wieder bekommen, zwar mit etwas angekratzten Fußrasten und abgekratzten Auspuss, aber das war völlig ok für mich auch, weil man mich dann noch bewundert hat, dass ich so einen heißen Fahrstil habe, wegen den Kratzern an diesen Stellen 🙂
Nicht zuletzt haben wir uns bei der Suche nach dem Sinn und Zweck des Lebens im gleichen Glauben wiedergefunden. Wir hatten dazu sehr interesante wirklich gute Gespäche. Er wußte wohin er geht.
Ein guter alter Freund ist gegangen. Unvergessen! Immer wieder werden wir Geschichten erzählen in denen er die Hauptrolle gespielt hat, wir werden lachen und weinen und froh sein, dass wir ihn kennenlernen dürften.
Was kann ich noch sagen?
Tschüß Martin wir sehen uns….
Karin
Carola
nochmals, mein aufrichtiges Beileid und Euch allen viel Kraft.
Ich möchte auf diesem Wege einfach DANKE sagen:
DANKE, daß Ihr alle mich immer so sehr nett empfangen habt,
DANKE für die schönen, wenn auch manchmal nur kurzen Gespräche,
DANKE für all die Höflichkeiten, Euer Zuvorkommen und für Eure sehr sehr liebe Art.
Schön, daß ich Euch alle „kennenlernen durfte“, wobei kennenlernen vielleicht falsch ausgedrückt ist, vielleicht ist „erleben dürfen“ besser.
DANKE einfach für ALLES.
Schön zu wissen, daß Martin eine so super tolle Familie hat.
Sollte ich jemals irgendwas für Euch tun können, so stehe ich Euch jeder Zeit zur Verfügung.
Von Herzen alles erdenklich Liebe
Carola
Karin
Grüße aus Weimar
Liebe Cousine, liebe Cousins,
Ute hat die traurige Nachricht weiter geleitet. Es tut mir so leid für euch alle. Seit ich an Mutters Geburtstag davon erfahren habe, habe ich oft an euch gedacht,, aber mir fehlt auch nach vier Jahren, seit mein Mann an Krebs gestorben ist, die Kraft um Trost zu geben. Ich bin aber vor allem morgen in Gedanken bei euch und der restlichen Familie seid umarmt Karin
Jaqueline
…. der Tod von Martin hat mich erschrocken, da ich nicht wußte, dass Martin krank war … Ich hatte ihn in letzter Zeit ein paar Mal im KirchenKino in der evangelischen Kirche von Kastellaun gesehen und war nur erstaunt, dass er mit einer anderen Frau da war … Annette habe ich auch gesehen und da habe ich mir dann einen Reim darauf gemacht … Das ist aber nicht so wichtig … Es war für mich interessant von Dir zu lesen, welche Lebenseinstellung er hatte und im nachhinein bin ich von seiner Stärke beeindruckt. Immer, wenn ich ihn getroffen habe, hat er mir zugelacht und war absolut freundlich und offen für mich. So habe ich ihn auch mit anderen erlebt. Da war nichts von einem leidenden, in sich gekehrten, nur mit sich selbst beschäftigten oder sich als Opfer einer Krankheit fühlenden Menschen! Wer so mit sich und dem drohenden Tod umgeht, der kann nur in sich ruhen und eine tiefe Zuversicht in sich selbst oder in eine Vision haben. Nach Deiner Schilderung von ihm ist mir wieder mal klar geworden, wieviel doch in jedem Menschen steckt, wenn man nur bereit ist zuzuhören und genauer hinzusehen und die eigene Person mit ihren vielen Meinungen und Urteilen nicht so wichtig zu nehmen.
…… Kraft und Zuversicht, besonders für morgen und die kommenden Wochen und Monate. Ich wünsche Dir von Herzen, dass sein Lächeln ein Hoffnungsschimmer und Kraftimpuls in jedem schweren und traurigen Moment für Dich sein wird.
Alles Liebe
Jaqueline
Jürgen
……. trotz aller Widrigkeiten mit einem Lächeln im Gesicht gestorben.
Ich denke, so was kann uns Hinterbliebenen Zuversicht für unseren eigenen, irgendwann anstehenden Tod geben……
….. Ich werde hier [Altrip] ab 14.oo Uhr eine Kerze anzünden. Dir und Deiner Familie wünsche ich für die kommenden Tage
alles Liebe und Gute.
Abschließend noch ein paar kurze Verse von Hermann Hesse
Einschlafen dürfen, wenn man müde ist,
und eine Last fallen lassen dürfen,
die man lange getragen hat,
das ist eine tröstliche, eine wunderbare Sache.
Alles Liebe
Jürgen
Rita
ja…… so war er, dein Bruder! Ich habe ihn sehr gemocht. Wir kennen uns seit Kindheit. Mal mehr, mal weniger hatten wir miteinander zu tun.
Zusammen haben wir einen Teil der Seelsorgeausbildung gemacht. Schöne, intensive Zeiten . Mir ging es sehr schlecht in der Zeit und plötzlich war Martin da, wie aus dem Nichts. Später war es auch mal anders herum. Gott hat uns beide sehr reich beschenkt.
Mittwoch vor drei Wochen hab ich Martin gefragt, wenn er sich jetzt etwas wünschen dürfte, was wäre es? Er schaute mich an, schnipste mit den Fingern und flüsterte…..schnell. Er wusste seinen Weg . Aber sein Lebensstil war lebendig, auf der Überholspur, sich kümmern, organisieren, trotz Mann … multitasking, der Held sein, immer in der Diskussion, auch mit Gott.
Gerechtigkeit! Leben! Lieben ! Lachen!
Wenn man das alles endgültig an Gott abgeben kann, kommt das Lächeln , der Frieden und das Gehen. Ich bin sicher, Martin ist dort, wo er am Ende unbedingt sein wollte.
Rita
Heiko
eben aus dem Urlaub gekommen, lese ich deine unglaublich traurige Nachricht. Ich war mit Martin in der 80´er Jahren des letzten Jh. in einem Hausbibelkreis der Kastellauner Kirchengemeinde und hatte ihn bis auf seltene eher oberflächliche Mailkontakte ein wenig aus den Augen verloren und auch von seiner Erkrankung noch nichts gewusst. In deiner sehr warmherzigen Schilderung habe ich ihn aber sofort wieder erkannt. Ja, so war er der Martin: voller Optimismus, Glaubensfreude und Hilfsbereitschaft, mit vielen Plänen, aber auch manchmal über das Ziel hinausschiessend. Es tut gut zu lesen, dass er trotz aller Dramatik und Leiden diese positiven Eigenschaften bis zum Schluss bewahrt hat und nun heimgegangen ist.
Kotze Gott deine Angst und Anklagen vor die Füße, wie es in den Klagepsalmen (z.B. Ps 6 oder 22) oder an anderen Stellen der Bibel Menschen getan haben. Ich sage das als einer, der leider auch mit ansehen musste, wie seine Mutter mit nur 60 Jahren vom Bauchspeicheldrüsenkrebs in kaum einem Jahr hinweggerafft wurde. Der Tumor ließ sich damals nicht aufhalten, aber Leiden erträglicher gestalten – medizinisch und v.a. psychisch, durch unser Mitleiden.
Sehr lyrisch, aber doch auch sehr tröstlich drückt das, was ich dir mit diesen Zeilen sagen möchte R. Traitler in dem folgenden Gedicht aus.
Manchmal zerreißt eine Sehne mitten im Sprung
die Kraft die uns getragen hat lässt uns fallen
und wir wissen nicht warum
Manchmal versagt unsere Stimme mitten im Lied
noch schwingt die Ahnung von einem Ton in unseren Herzen,
zitternd weil sich die Vollendung verweigert
und wir wissen nicht warum
Manchmal machen wir das Bett wie jeden Tag
ehe ein Windstoss durch das Zimmer fegt.
die Wärme der letzten Nacht ist weniger als eine Erinnerung
und wir wissen nicht warum
Manchmal gehen die Lichter aus mitten im Fest
noch ist der Wein in den Krügen nicht geleert.
aus der Umarmung der Liebe taumeln wir ins Dunkel
und wir wissen nicht warum
Manchmal ist es als ob die große Hand einhält in der Bewegung
wir sitzen erstarrt in der Mitte der Zeit
Kein Wort des Trostes trägt in der Einsamkeit
und wir wissen nicht warum
Wir wissen nicht was sich verwandelt aus einer Kraft in die andere
klingt jenseits des Liedes ein anderes Lied singen die Sphären das abgebrochene weiter ohne Bruch
Werden wir noch einmal das Brot brechen und den Wein der Liebe trinken vertraut im milden Licht des Abends?
Werden wir uns die Tränen von den Wangen küssen
und das Fest feiern gekleidet in das lichte Kleid deiner neuen Welt?
Wir wissen es nicht
Wir wissen es nicht
Du weißt es
Aus: Reinhild Traitler, „in den gärten der freiheit“, Zürich 1990, S. 551.
Lieben Gruß und fühl dich gedrückt und im Gebet bedacht von Heiko
Anke
…….
Wie tröstlich, dass er erlöst ist von seinen Schmerzen.
Wie schrecklich, welche Lücke er hinterlässt, wo er so einen großen Raum ausgefüllt hat.
Wie schmerzlich für Dich, Anette und Jola und die Kinder.
Wie schmerzlich für unsere Kirchengemeinde.
Wie erhebend, dass er übergegangen ist zu Gott seinem Vater.
……
In Verbundenheit,
Anke
Bernadette und Niko
für Martin ist jetzt alles gut und für die Hinterbliebenen kommen viele Fragen hoch neben der Traurigkeit, die so ein Tod, auch wenn er nicht wirklich plötzlich kam, mit sich bringt.
Ich hoffe, das der Samen, den Martin gesät hat so aufgeht, wie er es sich dachte.
LG Bernadette und Niko
Gabi und Familie
wir sind mit unseren Gedanke bei Euch.
Martin kennen wir aus der Zeit, als er Elternausschus Vorsitzender im ev. Kindergarten war.
Ich habe die Funktion von Ihm übernommen. Es gab schöne Stunden wo gelacht wurde.
Stunden in denen wir zum Wohle der Kinder kräftig diskutiert haben.
Dann haben sich unsere Wege im Hauskreis wieder gekreuzt.
Das waren sehr besinnliche Stunden.
Er mich dann letztes Jahr im Hallenbad Kastellaun besucht und da habe ich erst mit bekommen das Martin so krank war.
Wir haben einige Zeit geredet es hat Ihm gut getan Dinge los zu werden.
Martin findet einen schönen Platz in unserem Herzen.
Der liebe Gott möge Euch für die kommende Zeit, viel Kraft schenken.
Gabi und die Familie
Renate und Claus
wir sind Ardecher´s der ersten Stunde aber schon seit mehreren Jahren
nicht mehr dabei.
wir sahen uns am Donnerstag.
Ich habe noch immer keine Worte, aber mit Martin zu sprechen
……….die Wege des Herrn sind unergründlich
wir verstehen das nicht, wir müssen das auch nicht verstehen
es verwirrt uns nur
nochmals unser Beileid für diesen Verlust
mit lieben Grüssen
renate und claus
PS
noch eines:
Martin wollte statt Blumen lieber Geld für irgendein Projekt gespendet haben bitte gib uns doch einmal Infos darüber und eine Kontoverbindung
danke
[siehe Liebenzeller Mission]
weiter Links:
zur Ansprache von Knut bei Martins Beerdigung 



