Teil 1
Raketenbunker im Hunsrück und der verzweifelte Versuch ihrer Geheimhaltung
- eine wahre Geschichte aus dem Hunsrück anno 1985 -
von Reinhard Sczech
Einleitung
Am 12.12.1979 faßte der NATO-Rat den Beschluß, atomare Mittelstreckenraketen vom Typ Pershing II und Cruise Missile in Europa zu stationieren. Begründung der NATO war eine sogenannte "Nachrüstung" als Reaktion auf sowjetische SS-20 Raketen (USA: Henry Kissinger, Bundesrepublik: Helmut Schmidt).
Umgesetzt wurde die Stationierung auf amerikanischer Seite später von Ronald Reagan. In Deutschland war inzwischen Helmut Kohl Bundeskanzler. In einer dramatischen Bundestagsdebatte (z.B. Petra Kelly) wurde am 20.11.1983 die Stationierung bestätigt.
Im Hunsrück laufen 1985 im Rahmen dieses "NATO Doppelbeschlusses" die Vorbereitungen zur Stationierung von 96 Cruise Missiles Atomraketen auf Hochtouren. Eine alte Raketenstellung bei Hasselbach wird mit über 180 Millionen DM ausgebaut.

Friedens- Kirchen- und Alternativgruppen organisieren Widerstand gegen diese Stationierung. Höhepunkt ist am 10. Oktober 1986 in Hasselbach die mit ca. 180.000 TeilnehmerInnen größte politische Demonstration der rheinland-pfälzischen Geschichte.

Brief an den Koblenzer Oberstaatsanwalt Braun, 23.5.1985
Betr.: NATO-Bauvorhaben bei Hasselbach
Bezug: Ihre Hausdurchsuchungen bei der Redaktion "Hunsrück Forum"
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Braun,
ich beabsichtige in der ersten Juni Woche ein Flugblatt über die Cruise Missile Stationierung bei Hasselbach zu verteilen.
Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Redaktion "Hunsrück-Forum" haben mich sehr verunsichert: Was darf ich noch schreiben und drucken ???
Ich beabsichtige den Abdruck der Lagekarte über die Anordnung der 6 Bunker, die auch im HUNSRÜCK FORUM, taz und SPIEGEL abgedruckt wurden.
Darf ich das ??? Wenn nein, gegen welche Gesetze verstoße ich und mit welchen Strafen ist zu rechnen ?
Ich wäre Ihnen für eine umfassende Rechtsbelehrung im Zusammenhang mit der Raketenbaustelle sehr dankbar. Sie können sich sicherlich vorstellen wie unangenehm es wäre, wenn plötzlich die Polizei mein Haus stürmt.
Mit der Hoffnung auf eine baldige Antwort
Mit vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech

Der erste Kontakt
Sehr geehrter Herr Sczech
Nach § 109g StGB macht sich derjenige strafbar, der von einer militärischen Einrichtung eine Abbildung oder Beschreibung anfertigt oder eine solche Abbildung oder Beschreibung an einen anderen gelangen läßt und dadurch wissentlich die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder die Schlagkraft der Truppe
gefährdet.
Die Veröffentlichung der Lagekarte des Cruise-Missiles-Standortes bei Hasselbach/Hunsrück stellt nach Beschluß der Staatschutzkammer des Landgerichts Koblenz eine solche Gefahr da. Demgemäß müßte gegen
Sie ein Ermittlungsverfahren wegen sicherheitsgefährdenden Abbildens eingeleitet werden.
Mit freundlichen Grüßen
(Wippermann)
Oberstaatsanwalt

Ankündigung einer Straftat
An den Oberstaatsanwalt Staatsanwaltschaft Koblenz
Ihr Zeichen: 410 E-6/85
Bell, den 30. Mai 1985
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Zunächst einmal herzlichen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Anfrage.
Beachtlich finde ich es, daß Sie als erste staatliche Behörde öffentlich Hasselbach als Cruise Missile Standort bestätigen.
(Zu Ihrer Information: Der Bundesverteidigungsminister spricht lediglich von einem "neuen Waffensystem", der Raum Wüschheim wird als Stationierungsgebiet angegeben.)
Sie schreiben, gegen mich müßte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, wenn ich die schon näher beschriebene Lagekarte des Cruise Missile Standortes öffentlich verbreite.
Begründung: "...wissentliche Gefährdung der Sicherheit der BRD oder Schlagkraft der Truppe...."
Mit Verlaub gesagt: Diese Begründung im Hinblick auf die bisherige Informationspolitik der Bundesregierung läuft stark in Gefahr nur noch satirisch betrachtet zu werden, denn:
- in einem öffentlich zugängigen Protokoll des "COMMITTEE ON ARMED SERVICES HOUSE OF REPRESENTATIVES" wird als Drucksache der US-Regierung eine bis ins kleinste Detail ausgeführte Beschreibung der Cruise Missile Station vorgestellt.
- Die Baustelle kann frei fotografiert und beobachtet werden.
Ich meine unsere Rechtsordnung und die Achtung der staatlichen Organe wird durch Mißbrauch unterhöhlt oder gar der Lächerlichkeit preisgegeben.
Im Interesse der Wahrung demokratischer Rechte habe ich mich entschlossen trotz Ihrer Mitteilung die Lagekarte des Cruise Missile Standortes Hasselbach öffentlich zu zeigen.
Termin: 2.Juni 1985, Gemeindehaus Hasselbach Beginn: 14.00 Uhr
Ich hoffe Sie werden nach Kenntnisnahme dieses Schreibens von Ermittlungen absehen - andernfalls würde ich im Vertrauen auf unsere Rechtsprechung einer gerichtlichen Auseinandersetzung ruhig entgegensehen.
Mit freundlichen Grüßen
Reinhard Sczech
Die Staatsmacht schreitet ein
Zu dem angekündigten Termin in Hasselbach erscheinen zwei Kriminalbeamte. Ihnen ist der Vorfall sichtlich unangenehm. Ich erkläre Ihnen mein Vorhaben, den anwesenden Mitgliedern Hunsrücker Friedensinitiativen eine Kopie der Lagekarte zu zeigen.
Die Beamten bekommen erläutert, dieses sei ein “formaler Akt”, da allen die Karte sowieso schon bekannt sei! Die Kriminalisten zeigen Verständnis aber Dienst sei Dienst.
Ich werde aufgefordert die Kopie “herauszugeben” – was ich auch ohne weitere Widerstand mache.
Es ist einer der wenigen schönen Sommertage dieses verregneten Jahres 1985.

Bin ich nun Agent, Herr Wippermann?
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Auf Ihre Anordnung hin beschlagnahmten Polizeibeamte meine Lagekarte des geplanten Cruise Missile Standortes Hasselbach.
Nie wäre mir auch nur im Traum eingefallen, so schnell im "Geheimagenten - Milieu" zu landen. Da nehme ich eine Karte, die unter anderem im Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" abgedruckt wurde - und schon ist es passiert.
Nun will ich natürlich nicht nur "staatszersetzend" wirken, sondern auch mit einigen Tips bei Ihrer schweren Arbeit behilflich sein. Denn mir ist selbstverständlich auch klar, wie schwierig Sie es mit der Geheimhaltung haben, wenn amerikanische Soldaten Bedienungsanleitungen der Pershing II Rakete auf den Müll schmeißen und die Illustrierte "STERN" sich nicht scheut, das zu veröffentlichen.
Doch zu unserer Lagekarte, was tun ? Sie haben bei Ihrer Arbeit schon schwerwiegende Fehler begangen. Denn Sie ließen die Ausgaben des "HUNSRÜCK-FORUM" beschlagnahmen - nicht aber den "SPIEGEL".
Nun weiß ich von einem Bekannten in der DDR, daß dort der "SPIEGEL" vom Staatssicherheitsdienst gelesen wird - hingegen war ihm das "HUNSRÜCK-FORUM" kein Begriff.
Nun sitzen Sie natürlich im Schlamassel. Da hilft es wenig, wenn Sie meine Kopie erfolgreich erwischt haben. Erstens habe ich noch mehr davon, zweitens sehen Sie wohl ein, wie unwahrscheinlich es ist, daß der "Feind" nicht schon alles weiß.
Aber es kommt noch dicker: Im angesehenen "SCIENTIFIC AMERICAN" schreiben amerikanische Wissenschaftler, die optische Auflösung der Satellitenaufklärung liege bei ca. 10 cm. Wenn Sie sich jetzt "unsere" Karte ansehen, werden Sie mir bestimmt
zustimmen, daß Satellitenaufnahmen bedeutend mehr Details "verraten" !!!
Die "Kampfkraft der Truppe" ist damit wohl ganz dahin. Hinzu kommt, da Satellitenaufnahmen mit Computern ausgewertet werden, sind sogar Bewegungsbilder rund um die Uhr vorhanden.
Hierzu habe ich für Sie einen kleinen Tip: veranlassen Sie doch bitte den Bundesverteidigungsminister, die gesamte CRUISE MISSILE Station bei Hasselbach mit einer Halbkugel aus schwarzer Folie abdecken zu lassen. Da werden sich die Russen ganz schön ärgern.
Falls die "Kampfkraft der Truppe" dann erwartungsgemäß ansteigt, bitte ich um freundliche Beachtung bei Verleihung der nächsten Bundesverdienstkreuze.
Doch wie geht es nun kurzfristig weiter ? Ich denke, zunächst sollten wir weiterhin die Karte im Spiel lassen. Deshalb kündige ich hiermit die nächste öffentliche "Verteilung" an. Damit will ich Ihnen Gelegenheit geben, weitere Argumente zum Schutze dieses, unseres
Landes, vorzubringen.
Um die Wege der von Ihnen sicherlich wieder beauftragten Polizeibeamten zur Beschlagnahmung kurz zu halten, wurde von mir der folgende Ort gewählt:
- Bürgersteig vor der Schutzpolizeiwache in Simmern.
- Termin: Freitag, 7.Juni 1985, ab 9.00 Uhr.
Mit der unerschütterlichen Hoffnung auf eine baldige Antwort
verbleibe ich mit
vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Die Karte

Wir sind doch keine Hampelmänner
Vor der Simmerner Polizeiwache verteile ich Kopien der ersten Briefe an Oberstaatsanwalt Wippermann und "die Karte". Die Beamten sind sehr interessiert.
Dann werde ich zu Kriminal Oberkommissar Bechtholt geführt. Er hatte schon auf meine Ankunft gewartet.
Der nette Beamte erläutert mir die Gesetzlage. Dann werde ich gefragt, ob ich weiterhin die Kopien verteilen werde. Ich antworte andächtig mit "ja".

"Wir sind doch keine Hampelmänner" entfährt es ihm da. "Sie kündigen dem Staatsanwalt einen Termin an und der schickt uns los. So geht das nicht weiter. Wenn das wirklich so geheim ist, müssen wir Sie einsperren ! Ich rufe jetzt beim Staatsanwalt an und beantrage Haftprüfung."


Oberstaatsanwalt Fink hat Dienst und läßt prüfen. Vorbeugehaft ist "nicht drin". Ich werde vernommen und dann dem Richter vorgeführt, der einen Hausdurchsuchungsbefehl unterschreibt.
Auch dem netten jungen Richter ist der Vorgang sehr peinlich - aber Dienst ist Dienst.
Juppheidi, juppheida, Hausdurchsuchung
Razzia ...

Die Hausdurchsuchung verläuft glimpflich. Ich trinke mit den Polizeibeamten Kaffee, wir plaudern, anschließend gebe ich ihnen einige Kopien der "Geheimkarte". (natürlich gegen Quittung) Auch die Seite 14 aus dem SPIEGEL Nr.17/19

85 wird rausgerissen und sichergestellt!
Nach der Schrecksekunde
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Nun hat man mir aber einen gewaltigen Schreck eingejagt. Sogar in das Gefängnis sollte ich vorbeugend eingesperrt werden !
Dann die anschließende Hausdurchsuchung: gründlich ! Sie können es glauben, bei mir ist nichts mehr zu holen.
Nach den Schrecksekunden heute war ich natürlich direkt bei einem Rechtsanwalt. Was ich dort gesehen habe, Sie werden es kaum für möglich halten:
Im Wartezimmer eines deutschen Rechtsanwaltes, frei zugängig für die Öffentlichkeit, liegt da das Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" Heft Nr. 17 vom 22. April 1985 !!!
Aufgeschlagen: Seite 14, mit den geheimen Bunkerskizzen des geplanten CRUISE MISSILE Standortes bei Hasselbach. Natürlich bin ich Ihnen auch diesmal wieder behilflich, um die "Schlagkraft der Truppe" zu schützen. Die Adresse des Rechtsanwaltes: Hans-Joachim Becker, Bahnhofstraße, 5448 Kastellaun.
Wie Sie sicher auch wissen, spricht sich schnell herum wo geheime Sachen noch frei zugänglich sind.
Einige Fragen hierzu:
- Bin ich verpflichtet die Karte schnell zu vernichten oder an die nächste Polizeidienststelle zu bringen ?
- Oder genügt eine einfache Anzeige, wie sie Ihnen hiermit vorliegt?
- Muß ich den Besitzer informieren ? Der kann, wie Sie mir sicher zugestehen, ganz arglos sein.
Ich bitte um dringende Beantwortung meiner Fragen, da ich mich oft an öffentlich zugänglichen Wartezimmern, Büchereien oder Gaststätten aufhalte. Ich kann doch nicht einfach wegsehen wenn
ich z.B. bei meinem Hausarzt den alles "enthüllenden" SPIEGEL sehe.
Mit der Hoffnung auf eine baldige Antwort und in dem ehrlichen Angebot zur Kooperation verbleibe ich mit
vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Der Hilfsermittler
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Ich möchte Ihnen noch einmal dafür danken, daß Sie mich mit einer entschlossenen Aktion davor bewahrt haben, die "Schlagkraft der Truppe" zu schwächen.
Das ist inzwischen geschehen: Die US-Soldaten des nahen Luftwaffenstützpunktes "HAHN" sind schon so geschwächt, daß sie diese Woche bei voller Fahrt eine schwere Planierraupe verloren haben !
![Selbständig machte sich eine 20 Tonnen schwere Planierraupe bei einem Unfall auf der B 327 in Nähe der Ortschaft Hahn. Ein amerikanischer Sattelschlepper befuhr die Hunsrückhöhenstraße in Richtung Kastellaun. In einer langgezogenen Rechtskurve stürzte die schwere Baumaschine — so die Polizei — plötzlich vom Tieflader, überschlug sich mehrmals und blieb schließlich in den angrenzenden Leitplanken liegen. Nach Angaben der Schutzpolizei Simmern war überhöhte Geschwindigkeit Ursache für diesen noch recht glimpflich verlaufenen Unfall. Verletzt wurde niemand. An Planierraupe entstand Totalschaden. Straßenbelag und Leitplanke wurden stark beschädigt. Der Gesamtschaden wird auf rund 300 000 Mark geschätzt. Die B 327 musste drei Stunden lang für den Verkehr gesperrt werden. [Hunsrücker Zeitung]](bilder/wippermann/zz_raupe1.jpg)
Ich hatte letzte Nacht erste Alpträume. Was hätte alles geschehen können, wenn ich mein unseliges Werk fortgesetzt hätte ???
Am Ende hätte, die bis zur Ermattung geschwächte Truppe, gar unser schönes Dorf Bell in Schutt und Asche gelegt.
Sie müssen wissen, die Soldaten haben hier noch viel kompliziertere Sachen als "Planierraupen". Demnächst wollen sie sogar regelmäßig mit gefechtsbereiten, atomar bestückten CRUISE MISSILES im Hunsrück üben. Zum Glück ist ihr oberster Befehlshaber, der "Western" erfahrene Filmschauspieler Ronald Reagan. Der Präsident hat im Film schon manche brenzlige Situation entschlossen bereinigt. Da können wir Bürger um die Raketenbaustelle doch etwas beruhigter schlafen.
Unser gemeinsamer Kampf um die Geheimhaltung der CRUISE MISSILE Stellung bei Hasselbach ist noch nicht gewonnen. Gestern mußte ich bei einem Einkaufsbummel in Kastellaun/Hunsrück furchtbares entdecken:
Die Grünen haben sich nicht gescheut, in ihrem Heft Nr.4/1985, der "Grüne Rheinlandpfälzer", eben jene geheime Karte gestochen scharf abzudrucken.
Alles wird unverhüllt gezeigt. Verrat !!! Verrat !!!
Mir ist fast das Herz stehen geblieben.
Selbst in Kastellaun - hochsensible Garnisonsstadt - kann dieses Heft im BIODOMUS-Laden, in der Bahnhofstraße, von jedem eingesehen oder mitgenommen werden. Noch schlimmer, es wird sogar landesweit verteilt !!!
Herr Oberstaatsanwalt Wippermann:
Schlagen Sie unerbittlich zu ! ! !
Sicher, die Staatsanwaltschaft hat auch andere Probleme: Rauschgiftkriminalität, Wirtschaftsverbrechen, Prostitution, Banküberfälle, Mord und Totschlag. Aber was ist das schon, wenn es um die Schlagkraft der Truppe geht ???
Ich weiß, leider verstehen dieses nicht alle Bürger. Vergessen Sie bitte nicht, sich beim Innenminister für eine spezielle Schulung der Kriminalpolizisten einzusetzen.
Im Rahmen der schwierigen Ermittlungen ist ein braver Beamter leider schon ausgelacht worden !
Er leidet schwer darunter !!!
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann, Sie können absolut sicher sein, auch in Zukunft werde ich Sie intensiv unterstützen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Im Biodomus Laden in Kastellaun tauchen kurze Zeit darauf Kriminalpolizisten auf und wollen die geheime Karte beschlagnahmen. Die ist aber leider schon "vergriffen".
Der Kampf geht weiter, im zweiten Teil, Beschlagnahmung vor laufender Kamera:
Teil 2
TV: Nachrichtenmagazin "Monitor"
Das WDR Politik-Magazin Monitor hat inzwischen von den Auseinandersetzungen mit Oberstaatsanwalt Karl-Heinz Wippermann gehört. Das Fernsehteam würde gerne eine "Beschlagnahmeaktion" live filmen. Nichts leichter als das. Ich schreibe erneut an Wippermann:
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Am Montag, dem 1. Juli 1985, werde ich Kopien der Lagekarte des CRUISE MISSILE Standortes bei Hasselbach öffentlich verteilen. Von Beschlagnahmungen bitte ich abzusehen, da diese Aktion nicht nur als legal - sondern auch als äußerst notwendig eingeschätzt werden muß.
Ich beginne mit der Verteilung um 15.00 Uhr, vor dem Amtsgericht in Simmern. Neben der Karte werde ich eine Dokumentation über die Hintergründe der von Ihnen hierzu veranlaßten Polizeiaktionen verteilen.
Das Amtsgericht Simmern wurde gewählt, um insbesondere die Zielgruppe der Justizangestellten anzusprechen.
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann, glauben Sie ja nicht, ich würde Ihre bisher veranlaßten Polizeiaktionen nicht ernst nehmen. Ich weiß die Wirkung von Hausdurchsuchungen durchaus zu würdigen.
Was mich lediglich wundert, bei Schmiergeldzahlungen an hohe Politiker sind sie äußerst zurückhaltend - oder haben Sie wegen der komplizierten Ermittlungen im Hunsrück, bisher noch keine Zeit gehabt, die beschlagnahmten Papiere aus dem Tresor des Herrn Scholl auszuwerten?
(Anmerkung: FDP Landtagsabgeordneter, der 1985 einen Juwelierladen in Baden-Baden ausraubte.)
Im Spiegel werden Sie mit den Worten zitiert: "Bei uns ist es so, daß der Staat und seine Gesetze eine gewisse Gewichtung haben." Wie Wahr !!!
Danach muß nichts mehr geschrieben werden.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Am 1. Juli 1985 hat Polizeihauptkommissar Leibrock einen schweren Arbeitstag. Das Fernsehmagazin Monitor filmt vor dem Amtsgericht Simmern seinen Einsatz um die Schlagkraft der Truppe zu schützen.





Alle Dämme brechen
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Am Montag, dem 1. Juli 1985, wollte ich Kopien der Lagekarte des CRUISE MISSILES Standortes bei Hasselbach öffentlich verteilen. Sie ließen diese Karten - Kopien aus dem Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" - beschlagnahmen. Da war ich baff ! ! !
Ich dachte, inzwischen wäre die Karte nicht mehr geheim. Ralf Herberholz, in der letzten Legislaturperiode SPD-MdB, hat mir nämlich eine Kopie übergeben. Raten Sie bitte mal woher er das Original hatte ? - Von der Pressestelle des Bundestages !
- Verrat jetzt auch aus Bonn ?
- Oder hatten Sie vergessen die Pressestelle des Bundestages von der Geheimhaltung zu informieren ?
- Wen soll ich anzeigen ?
- Den Bundestag ?
- Oder Ralf Herberholz aus Treis Karden ?
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann. Nun bitte ich Sie die nächste Hiobsbotschaft gefasst zu nehmen:
MdL Joachim Mertes, aus Buch im Hunsrück, hat eine komplette Dokumentation, inklusive der inkriminierenden Karte, an die SPD Fraktion im Mainzer Landtag verteilt. Insgesamt 43 Kopien !
Das wäre ja noch nicht die Katastrophe, denn Mainz ist weit weg von den Raketen. Die Geheimhaltung nimmt bekanntlich direkt proportional mit der Entfernung von der Hasselbacher Raketenstation ab.
Was der sozialdemokratische Unhold - in vollem Bewußtsein der Geheimhaltungsmathematik - getan hat, klingt unglaublich:
Er wußte die Simmerner Polizeikräfte durch meine Aktion an das Amtsgericht gebunden. Dies hat er schamlos ausgenutzt und unsere geheime Karte im Simmerner Kreistag verteilt.
21 Kopien, verteilt an CDU, SPD, FDP und Grüne Kreistagsmitglieder.
Der Herr Landrat Dr. Jäger, oberster Polizeichef des Rhein-Hunsrück-Kreises, hat tatenlos zugesehen ! ! !
Ich kann mir gut vorstellen, dieser Verfall von Sitte und Gesetz ist für einen Leitenden Oberstaatsanwalt deprimierend. Deshalb habe ich mich auch entschlossen, den Herrn Abgeordneten Mertes hiermit anzuzeigen.
In seinem Bürgerbüro, Durchgang für Hunderte, ahnungsloser Hunsrücker Bürger, liegen Kopien der Lagekarte offen aus. Jeder der will, kann sich bedienen. Um die Ermittlungsarbeit zu erleichtern:
Das Bürgerbüro ist in Simmern, Gerbereistraße 4.
Mit einem aufmunternden Gruß vom schönen Hunsrück und
vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Die große Stunde des Feldwebel a.D. Joachim Mertes
Hunsrücker Zeitung 6. Juli 1985:
"Ringen um offenes Geheimnis"
"Kein Geheimnis ist für den SPD-Abgeordneten Joachim Mertes die Lagekarte, die er in seinem Bürgerbüro zeigt und öffentlich ausliegen hat und die er auch kürzlich vor der Kreistagssitzung verteilte. Ob auch gegen ihn ermittelt wird, steht noch nicht fest."
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Nun ist es soweit, die Presse berichtet ungehemmt über unsere geheime Lagekarte. Das bringt mich in arge Verlegenheit. Meine Tante aus Dortmund hat nämlich davon erfahren. Gestern hat sie angerufen und möchte eine Kopie des Artikels aus der Hunsrücker Zeitung vom 6. Juli 1985.
Ich bin ratlos !
Wie Sie inzwischen sicher auch gesehen haben, hält der Landtagsabgeordnete Mertes, ganz frech die Geheimkarte in die Kamera. Was soll ich tun ? Darf ich trotzdem eine Kopie anfertigen und an meine Tante in Dortmund schicken ? Oder gefährdet das auch die Schlagkraft der Truppe ?
Wie verworren die Situation ist, zeigt die Äußerung des FDP Bundestagsabgeordneten Professor Dr. Rumpf gegenüber der Presse, es sei "alles Kiki". Ihre ernsthaften Bemühungen: "Kiki". Hat man da noch Worte ???
Ich habe eine polizeiliche Vorladung als "Beschuldigter" bekommen und mache mir Gedanken. Sollen doch die Herren aus Bonn Informationen an die Bürger verteilen - dann können Sie denen mal zeigen, daß mit Ihnen nicht zu spaßen ist !!!
Immerhin können Sie jetzt schon gnadenlos bei der Redaktion der Hunsrücker Zeitung in Simmern zuschlagen.
Hier gilt es rechtzeitig Zeichen zu setzen, sonst wird die Presse übermütig. Wenn erst die BILD-Zeitung loslegt .... oweh oweih.... (Ein kleiner Tip zur Erleichterung der Ermittlungsarbeiten: der Herr Fotograf ist aus dem Stationierungsort HASSELBACH !)
Bitte beantworten Sie umgehend meine Anfrage bezüglich der Tante. Lassen Sie bitte "Gnade vor Recht" ergehen und drücken Sie ein Auge zu. Erhalte ich keine Antwort, gehe ich davon aus, es ist alles in Ordnung.
Für Ihre aufopferungsvollen Bemühungen, auch denen des Herrn Oberstaatsanwaltes Fink, von denen ich aus der Hunsrücker Zeitung erfahren habe, möchte ich mich ganz herzlich bedanken !
Mit vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Verrat, Verrat, Verrat
Ich schreibe nun an das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung in Bonn:
Für eine Informationsveranstaltung im Hunsrück benötige ich dringend die Kopie eines Artikels aus dem SPIEGEL, Heft Nr. 17, vom 22. April 1985. Es handelt sich um die PANORAMA Seite 14, "Folgen einer Enthüllung". Der Artikel befaßt sich mit der geplanten Stationierung von 96 Cruise Missiles im Hunsrück. In diesem Zusammenhang wird auch eine Lagekarte abgedruckt.
Leider ist der "SPIEGEL" hier schon vergriffen. Da es im Hunsrück keine guten öffentlichen Bibliotheken gibt, weiß ich nicht wo ich mir eine Kopie besorgen könnte.
Bitte schicken Sie mir möglichst schnell eine Kopie zu.
Zur Unkostenerstattung füge ich einen Verrechnungsscheck über 5,- DM bei.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Reinhard Sczech
Die Bonner Behörde erfüllt meinen Wunsch sofort und liefert die gewünschte Spiegel-Seite sogar im Original!

Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann !
Verrat ! ! ! Verrat ! ! ! Verrat ! ! !
Es klingt unfaßbar und doch ist es geschehen: Die Bundesrepublik Deutschland gefährdet die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe !
Ist diese Republik zum Tollhaus geworden ?
Das "PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG" hat die geheime Karte des CRUISE MISSILE Standortes bei Hasselbach/Hunsrück für eine öffentliche Informationsveranstaltung weitergegeben !
Ich habe unerschütterliche Beweise !
Im Schreiben vom 30.5.85 teilten Sie mir mit, daß die Staatsschutzkammer des Landgerichts Koblenz am 29.4.85
(mit Aktenzeichen-1Qs 149-150/85-) die Verbreitung eben jener Karte nach § 109 g STGB zum Straftatbestand erklärt hat.
Hiermit stelle ich Strafanzeige gegen das "PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG" in Bonn !
Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt, gestern mußte ich zur polizeilichen Vernehmung, weil mir eben jener Straftatbestand vorgeworfen wird. Meine Dokumente beweisen, daß gerade vorgestern, am 8.7.85, das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung selbige Tat begangen hat. Ich stelle Ihnen alle Beweise selbstverständlich für die Ermittlungsarbeiten zur Verfügung. Bitte nehmen Sie diesbezüglich umgehend Kontakt mit mir auf. Aus verständlichen Gründen möchte ich das Beweismaterial nicht der DEUTSCHEN BUNDESPOST zur Beförderung anvertrauen.
Wegen der Wichtigkeit - eine Staatskrise ist möglich - stehe ich Ihnen natürlich Tag und Nacht zur Verfügung.
Seien Sie gerade in dieser bitteren und schweren Stunde meiner allervorzüglichsten Hochachtung versichert !
Ergebenst verbleibe ich
Reinhard Sczech
Wippermann gibt auf
Am 9.8.1985 gibt Karl-Heinz Wippermann auf. Ich bekomme lapidar von einem Amtsinspektor der Staatsanwaltschaft mitgeteilt: "Sehr geehrter Herr Sczech, in o.a. Sache wird mitgeteilt, daß das Verfahren gegen Sie eingestellt worden ist."
Auf meine darauffolgende Beschwerde bekomme ich von der Kriminalpolizei alle beschlagnahmten Kopien und Originale zurück.

In DER ZEIT vom 28.3.1986 wird über den Fall berichtet:
Zur Real-Satire geriet auch ein Briefwechsel des Ingenieurs Reinhard Sczech aus Bell mit der Staatsanwaltschaft in Koblenz. Der Anlaß: Die regionale Friedenszeitung Hunsrück-Forum hatte Lagekarten der Cruise-Missile-Bunker veröffentlicht, die in anderen Medien vorher unbeanstandet erschienen waren.
Im Hunsrück wurde das mit Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und Ermittlungsverfahren als „Geheimnisverrat" geahndet. „Die Geheimhaltung nimmt direkt proportional mit der Entfernung von der Hasselbacher Raketenbasis ab", folgerte der Ingenieur und begann ein Spiel mit der Justiz. Öffentlich verteilte er die Lagekarten an diversen Stellen im Hunsrück und zeigte sich jeweils vorher beim Staatsanwalt an. Der schickte stets und prompt seine Leute los. Der Ingenieur trieb die Sache auf die Spitze, als er sich vom Presseamt in Bonn die „streng geheime" Lagekarte zuschicken lies, die ihm im Hunsrück ein Verfahren wegen „sicherheitsgefährdenden Abbildens" eingebracht hatte. Sofort war das Verfahren vom Tisch.
Eine wahre Geschichte aus dem Hunsrück, wo alles ein bißchen anders ist.
Mehr Bilder, Videos und Infos um die Raketenstationierung im Hunsrück im Teil 3.
Teil 3
Medienecho
1988 drehte ein amerikanisches Team von PBS im Hunsrück zu einer 60-Minütigen Dokumentation über die Atomraketenstationierung in Europa.
Interviews wurden in Hasselbach, Bell und Kastellaun geführt. Neben Jutta & August Dahl, Beate Ronnefeld und Reinhard Sczech kamen auch Befürworter der Raketen zu Wort: Helmut Kohl, Helmut Schmidt und Volker Rühe.
Frontline and Time magazine join forces to examine the new realities for the NATO alliance following the American-Soviet nuclear arms treaty. How good are the Warsaw Pact forces? Can Europe defend itself without nuclear missiles? Will America begin to pull out its troops?
Producer(s): Stephanie Tepper William Cran, May. 24, 1988
60 minutes
Bert Baden "Hunsrücker Zeitung" 6. Juli 1985:

HASSELBACH. Auf dem Gelände der ehemaligen B-Battery bei Hasselbach wird gebaut. Wer weiß das nicht!? Was dort gebaut wird, ist nach Ansicht verschiedener staatlicher Stellen immer noch ein Geheimnis. Offiziell sprechen die Behörden — von der Kreisverwaltung bis zum Bundesverteidigungsministerium — von einer „Nato-Baumaßnahme". Dass dort Raketenstellungen für Marsch-Flugkörper vom Typ „Cruise Missiles“ gebaut werden, weiß inzwischen nicht nur im Hunsrück jedes Kind — offiziell wird dies aber nicht bestätigt. Anders ausgedrückt: diese Atomraketen-Station gibt es offiziell nicht.
Allerdings ist es strengstens verboten, zum Beispiel eine Zeichnung oder Lagekarte der Nato-Baustelle bei Hasselbach anzufertigen oder gar weiterzugeben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat dies einem Hunsrücker Bürger, der sich nach der Rechtslage erkundigt hatte, unmissverständlich klargemacht. „Nach § 109 g STGB macht sich — unter anderem — derjenige strafbar, der von einer militärischen Einrichtung oder Anlage eine Abbildung oder Beschreibung anfertigt oder eine solche Abbildung oder Beschreibung an einen anderen gelangen lässt und dadurch wissentlich die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährdet. Die Veröffentlichung oder inhaltliche Beschreibung der Lagekarte des Cruise-Missiles-Standortes bei Hasselbach/Hunsrück stellt nach einem Beschluss der Staatsschutzkammer des Landgerichts Koblenz vom 29. April 1985 — 1 Qs 149—150/85 — eine solche Gefahr dar."
Dies ist der genaue Wortlaut eines Schreibens des Leitenden Oberstaatsanwaltes in Koblenz vom 20. Mai dieses Jahres an Reinhard Sczech aus Bell. Mit diesem Schreiben wurde aber erstmals von staatlicher Seite, nämlich von einem deutschen Staatsanwalt, offiziell bestätigt, dass bei Hasselbach eine „Cruise-Missiles"-Station gebaut wird. In Zukunft kann also der bisherige Sprachgebrauch „Nato-Baumaßnahme" gestrichen werden.
Nun gibt es sie also doch, die „Cruise-Missiles"-Baumaßnahme bei Hasselbach im Hunsrück!
Und es gibt inzwischen Tausende von Lagekarten dieser Station, die in der ganzen Bundesrepublik kursieren. Nicht nur das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel" verbreitete diese Lagekarte in seiner Ausgabe Nr. 17 dieses Jahres, auch in mehreren anderen Zeitungen und Alternativ-Blättern war diese Lagekarte bereits abgedruckt.
Was einem Nachrichten-Magazin erlaubt ist, muss auch einem einfachen Bürger erlaubt sein, dachte sich nun der 31jährige Elektro-Ingenieur Reinhard Sczech aus Bell im Hunsrück, fertigte Kopien des „Spiegel-Abdrucks" an und verteilte sie öffentlich an Passanten. Allerdings hatte er vorher offiziell die Staatsanwaltschaft in Koblenz von diesen Aktionen unterrichtet.
Und die Staatsanwaltschaft reagierte prompt. Die Polizei beschlagnahmte die Kopien und führte im Auftrag der Staatsanwaltschaft auch eine Hausdurchsuchung bei Reinhard Sczech durch.
Der Bürger aus Bell gab sich von nun an etwas verwirrt. Dies drückte er in einer ganzen Serie von Schreiben an den Oberstaatsanwalt in Koblenz aus. Sczech sammelte in der Zwischenzeit zahlreiche Beweise für die Gefährdung der Sicherheit der Bundesrepublik und der Schlagkraft der Truppe.
Er fand solche Beweise zum Beispiel im Wartezimmer eines Rechtsanwaltes, wo der „Spiegel" mit der Lagekarte öffentlich auslag; er fand eine Lagekarte im evangelischen Gemeindehaus in Bell (sie wurde zwischenzeitlich polizeilich entfernt) und er meldete — wie er immer wieder betonte — pflichtschuldigst diese Stand- und Lageorte der Lagekarte der Staatsanwaltschaft, auf dass diese ermittle.
Gegen ihn selbst — das teilte ihm die Justiz schriftlich mit — wird inzwischen ermittelt.
Aber: Ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen auch gegen rheinland-pfälzische Abgeordnete? In einem Fall zumindest wird sie dies nun wohl tun müssen.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Joachim Mertes nämlich verteilte eine Dokumentation mit der Lagekarte der Hasselbacher „Cruise-Missiles-Station" vor Beginn der jüngsten Kreistagsitzung an alle Kreistagsmitglieder und sogar auch an seine Kollegen im Mainzer Landtag. Außerdem liegen — dies bekannte Mertes gegenüber der HZ - die Lagekarten öffentlich und zur freien Verfügung in seinem Bürgerbüro in Simmern aus.
Reinhard Sczech erfuhr natürlich auch davon und meldete diesen Angriff auf die Sicherheit der Bundesrepublik durch einen gewählten Volksvertreter prompt der Staatsanwaltschaft. Nachstehend ein Auszug aus dem Schreiben von Sczech an Oberstaatsanwalt Wippermann in Koblenz: „Was der sozialdemokratische Unhold — in vollem Bewusstsein der Geheimhaltungsmathematik — getan hat, klingt unglaublich. Er wusste die Simmerner Polizeikräfte durch meine Aktion an das Amtsgericht gebunden. (Anmerkung der Redaktion: Sczech verteilte, während die Kreistagsitzung lief, vor dem Simmerner Amtsgericht Exemplare der geheimen Lagekarte, sie wurden von der Polizei beschlagnahmt). Dies hat er schamlos ausgenutzt und unsere geheime Karte im Simmerner Kreistag verteilt. 21 Kopien, verteilt an CDU, SPD, FDP und Grüne Kreistagsmitglieder. Der Herr Landrat Dr. Jäger, oberster Polizeichef des Rhein-Hunsrück-Kreises, hat tatenlos zugesehen. Ich kann mir gut vorstellen, dieser Verfall von Sitte und Gesetz ist für einen Leitenden Oberstaatsanwalt deprimierend. Deshalb habe ich mich auch entschlossen, den Herrn Abgeordneten Mertes hiermit anzuzeigen .. .

Wird jetzt gegen den SPD-Landtagsabgeordneten ermittelt?
Dazu müsste zunächst einmal die Immunität des Abgeordneten aufgehoben werden und dies könnte — wenn die Staatsanwaltschaft schnell arbeitet und einen entsprechenden Antrag beim Landtagspräsidenten stellt — dazu führen dass die rheinland-pfälzischen Abgeordneten von ihren Urlaubsorten nach Mainz zurückgerufen werden, um in einer Landtagssitzung darüber zu entscheiden.
Aber es kommt noch dicker!
Reinhard Sczech, der sich inzwischen als Hilfs-Fahnder der Ermittlungsbehörden gibt, wurde weiter fündig und entdeckte sogar einen Verräter auf Bonner Ebene — die Pressestelle des Bundestages!
Dort hatte nämlich der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Ralph Herberholz aus Treis-Karden angefragt, ob er eine Kopie der Seite 14 aus der „Spiegel"-Ausgabe Nr. 17 erhalten könnte.
Diese Bitte wurde dem Ex-Abgeordneten prompt erfüllt. Das Fatale daran ist nur, dass es sich bei der Seite 14 genau um jene Seite handelt, auf der die Lagekarte von Hasselbach abgedruckt ist.
Wird jetzt auch gegen die Pressestelle des Bundestages ermittelt werden wegen Gefährdung der Sicherheit der Bundesrepublik oder der Schlagkraft der Truppe?
Ob gegen den Abgeordneten Mertes ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird oder nicht, stand gestern noch nicht fest. Oberstaatsanwalt Fink meinte auf Anfrage der HZ gestern, es sei noch verfrüht, zum jetzigen Zeitpunkt eine Stellungnahme dazu abzugeben. Es sei zum Beispiel die Frage, ob es sich bei dem Schreiben von Reinhard Sczech an die Staatsanwaltschaft um eine Strafanzeige gegen Mertes handele. Gleichzeitig wies Staatsanwalt Fink auf die Immunität des Abgeordneten hin. „Die Sache beschäftigte uns schon gestern und heute in unserem Hause, aber ich sehe mich zum jetzigen Zeitpunkt außerstande eine definitive Stellungnahme dazu abzugeben", erklärte Oberstaatsanwalt Fink wörtlich und der Leitende Oberstaatsanwalt Wippermann unterstrich diese Ausführungen mit dem Hinweis, es werde alles noch überprüft.
Wir baten auch bereits am Mittwoch, 3. Juli, die Kreisverwaltung um eine Stellungnahme zu der Verteilungsaktion von Mertes vor der Kreistagsitzung. Trotz mehrfacher Erinnerungsanrufe war bis zum gestrigen Redaktionsschluss eine solche Stellungnahme nicht zu erhalten. Der Pressesprecher der Kreisverwaltung erklärte uns gestern, es sei zur Zeit niemand da, der eine Stellungnahme abgeben könnte.
Das juristische Ringen um die Wahrung eines offenen Geheimnisses hat auch auf politischer Ebene Verwunderung ausgelöst. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Professor Dr. Rumpf — inzwischen dank der Verteilungsaktion des Landtagsabgeordneten Mertes im Kreistag selbst Besitzer der geheimen Lagekarte — meinte gegenüber der HZ, er habe nichts dagegen, wenn auch gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet würde und er würde sogar für die Aufhebung seiner Immunität in diesem Falle plädieren. Im übrigen, so erklärte der Abgeordnete wörtlich, sei für ihn das „alles Kiki".
Demonstrationen, Raketen, Ostermärsche, Menschenketten

Es war einiges los rund um die Atomraketenstation PYDNA im Hunsrück in den achtziger Jahren. Robert Gold hat im Januar 2001 einiges in der Studienarbeit "Mobilisierung durch Information" zusammengefasst.


Auszug aus dem Buch
"Kriegsvorbereitung im Hunsrück" von Sabine Stange:
Für die Militärs sind hier ideale Voraussetzungen
Einer, der auf ganz andere Weise versucht, mit den Leuten über die Frage der Raketenstationierung ins Gespräch zu kommen, ist Reinhard Sczech. Er wurde hier geboren, wuchs hier auf, machte eine Ausbildung zum Elektroingenieur und verbrachte mehrere Jahre im Ausland, bevor er nach Bell zog. Lange bevor der Nato-Nachrüstungsbeschluß ins Gespräch kam, begann er, sich mit der Frage Krieg und Frieden und mit dem Wettrüsten zu beschäftigen.
„Ich stamme aus Kastellaun," erzählt er. „Als ich vierzehn war, wurde Kastellaun Garnisonsstadt. In dieser Zeit gab es noch die letzten Ausläufer der Studentenbewegung, auf der Burg Waldeck war einiges los. Da hab ich ein paar Leute kennengelernt, mit ihnen diskutiert, auch mit einem Bundeswehrsoldaten, der später desertierte. - So hab ich mich fast zwangsläufig mit der Bundeswehr auseinandergesetzt, mit der Rüstungsfrage, hauptsächlich aber mit dem Krieg in Vietnam. Für mich war das ein Grund, den Kriegsdienst zu verweigern.

Danach war ich lange Zeit wenig aktiv, was diese Fragen betrifft. Ich habe studiert, war als Elektroingenieur viel unterwegs, auch im Ausland, in der Sowjetunion, in Algerien, im Irak, in Kanada. In dieser Zeit hab ich unsere Freunde und auch unsere sogenannten Feinde persönlich kennengelernt.
Schließlich hatte ich die Nase voll von dieser Rumzieherei und hab mich in Bell niedergelassen. Da gings los. Der Fluglärm, der ist ja nicht zu überhören.
In dieser Zeit hab ich viel in amerikanischen Zeitungen gelesen, auch in deutschen, habe die Nachrüstungsdebatte verfolgt und kam dabei fast automatisch zu dem Schluß, daß ich was dagegen tun muß. Angefangen hat die organisierte Friedensarbeit bei uns, soweit ich mich erinnern kann, im Januar 1983. Wir haben den Friedensstammtisch in Kastellaun gegründet, haben viel diskutiert, ein Referat gehört, Filme gezeigt. Dabei sind die Ideen für die ersten Aktionen entstanden.
Zwölf Leute von uns haben sich mit Sandwiches auf den Marktplatz von Kastellaun gestellt, haben protestiert gegen die Raketen in Ost und West. Das hat schon eine große Überwindung gekostet. Ich habe mich dabei erinnert an die Zeit, als ich den Kriegsdienst verweigert habe. Damals gab's wirklich noch viele Leute, die gesagt haben: „Ab in die DDR!" oder: „An den nächsten Baum hängen!"
Heute, stelle ich fest, sind die Leute bedeutend besser informiert. Das hat die Friedensbewegung geschafft. Wenig später kam Wüschheim als Stationierungsort ins Gespräch. Die Nachrüstungsdebatte war in vollem Gange. In dieser Zeit wurden von hier aus Ostermärsche gemacht, Busse zum großen Demonstrationszug nach Bonn organisiert, Podiumsdiskussionen veranstaltet. Hier aus der Gegend kamen immer ungefähr fünfzig Leute zu den Veranstaltungen.
Als dann rauskam, daß die B-Battery Stationierungsort werden soll, haben wir versucht, möglichst viele Informationen darüber zu beschaffen. Das war sehr mühselig, von offizieller Seite aus gab es ja immer nur die Formel: „Wir können weder bestätigen noch dementieren!"
Durch Zufall fiel uns dieses Dokument des amerikanischen Repräsentantenhauses in die Hände, in dem Wüschheim als Stationierungsort ausgewiesen ist. Das haben wir kopiert und an alle Gemeinderäte hier in der Gegend verteilt. Zufälligerweise veranstaltete der Landrat zu diesem Zeitpunkt gerade eine Informationsveranstaltung mit dem Bürgermeister und den Verbandsgemeinderäten. Dort schickte er sich an, werbewirksam vor den Kameras zu sagen, er wisse von nichts. Da konnten wir ihm das Dokument vor die Nase halten. Das war schon ziemlich wüst für die alle, der Verbandsbürgermeister stand da mit hochrotem Kopf und sagte immer wieder: „Ich weiß weniger als Sie wissen."
Heute wissen wir, der hat ziemlich gut Bescheid gewußt, aber der Diensteid verbot ihm, etwas zu sagen.
Von da an haben wir die Gemeinderäte immer wieder informiert über das, was wir herausbekamen, vor allem die Gemeinderäte hier in Bell und Hasselbach. Ich glaube, unsere Informationen haben ein gut Teil dazu beigetragen, daß später überhaupt eine offizielle Anhörung gemacht wurde über das Nato-Bauvorhaben und daß es von den Gemeinden schließlich abgelehnt wurde. Wie wir gehört haben, war dieses Anhörungsverfahren von Behördenseite aus ursprünglich gar nicht vorgesehen.
Ich halte es für sehr wichtig, die kommunalen Gremien in dieser Form einzubeziehen, immer wieder, auch wenn es sehr mühsam ist. Jetzt aus der jüngsten Vergangenheit habe ich ein gutes Beispiel dafür: Oben auf dem Baugelände, auf dem die eigentlichen Bunker entstehen, hatten sie Schilder aufgestellt:
BETRETEN
UND FOTOGRAFIEREN VERBOTEN. Unterschrift: STAATS-
BAUAMT KOBLENZ.Das erschien mir komisch. Wer ist denn dieses Amt, fragte ich mich, und wie können die solche Beschlüsse fassen? Da kann ja jeder kommen! Also habe ich mich hingesetzt und Briefe geschrieben, an das Staatsbauamt, an den zuständigen Finanzminister von Rheinland-Pfalz und an den Bundestag und habe darum gebeten, mir mitzuteilen, mit welcher Begründung man diese Schilder aufgestellt habe. Ich würde, schrieb ich, die Baustelle gern fotografieren und ob ich bestraft würde, wenn ich das täte. Offensichtlich hatten sie keine Begründung, denn kurze Zeit später wurden die Schilder alle fein säuberlich abgeschraubt. Bis heute sind keine neuen da.
Ich habe auch mit den Wachposten diskutiert oben an der Baustelle, habe ihnen Zeitungen und Informationen gegeben. Einmal hab ich auch mit Polizisten diskutiert während des Friedensmarsches Bonn-Mutlangen. Hundert Mann waren oben an der Baustelle abkommandiert worden, um die Demonstranten in Schach zu halten. Damals war das Gelände noch nicht umzäunt und ich ging mit den anderen Demonstranten um die Baustelle herum. Plötzlich kommt ein Trupp Polizisten auf uns zu. „Halt stop!" ruft einer. „Keiner geht mehr weiter! Sie befinden sich hier auf militärischem Sperrbezirk! Wer weitergeht, wird verhaftet!"
Ich seh sie da stehen, alle schön im Quadrat, wie die Römer in den Asterix-Heften, geh zu ihnen hin und sag: „Ich will Ihnen mal erzählen, wo wir uns hier befinden." Die dachten wohl, ich wäre der offizielle Gästeführer, jedenfalls standen sie alle schön stramm, als ich ihnen erzählte, wem das Land gehört und wie es dazu gekommen ist, daß der Gemeinderat das Nato-Bauvorhaben abgelehnt hat.
Da hätten sie nichts von erzählt gekriegt, sagten die jungen Polizisten verwundert.
„Da fragen Sie mal Ihren Einsatzleiter," sag ich zu denen, „der wird schon wissen, daß es seine Richtigkeit hat mit dem, was ich Ihnen erzähle."
Als der Einsatzleiter meine Worte bestätigte, fingen sie an, zu diskutieren, das könne doch wohl nicht sein, daß trotzdem gebaut werde, wenn der Gemeinderat das abgelehnt habe.
Das wäre nun mal so, sagte der Einsatzleiter, das sei eben höhere Politik.
Video: Ostermarsch 1984: Hunsrück, Kastellaun / Mainz SWR
Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man sich mit den kommunalen Dingen befaßt, kann man auf einmal auch auf die Leute eingehen im Gespräch; eigentlich ist das viel erfolgreicher als wenn man rumschreit oder nur theoretisch argumentiert.
Es ist gar nicht so schwierig, sich in diese kommunalen Sachen einzuarbeiten, wie es vielleicht auf den ersten Blick erscheinen mag; man muß nicht alles selber wissen, denn wenn man sucht, findet man immer Leute, die in diesem Bereich Bescheid wissen und einem das auch sagen. Oft kommt schon sehr viel zutage, wenn man sie nur einfach fragt. Wegen der Geheimhaltungsvorschriften dürfen die oft nichts sagen, das muß man dann halt selbst öffentlich
machen, damit einiges in die Zeitung kommt. Man muß die Leute nur immer wieder schubsen.
Die Verwaltungsbürokraten selbst, da ist kaum was zu machen. Die mußten schwören, daß sie nichts sagen und danach handeln sie: die sehen nichts, die hören nichts, die wissen nichts. Man wartet erstmal ab, ob die dummen Bauern überhaupt mitkriegen, daß sie auch Einspruch erheben können.
Auch wie sie mit der einstimmigen Ablehnung des Bauvorhabens durch die Gemeinderäte umgegangen sind, da ist zunächst gar keine schriftliche Anfrage gekommen, erst nachdem das mehrmals schriftlich angemahnt wurde beim Verteidigungs- und Finanzministerium. Das, meinen sie, können sie sich erlauben mit den Leuten hier auf dem flachen Land. Wenn der Gemeinderat von Mainz das abgelehnt hätte, wären andere Maßnahmen die Folge
gewesen. Für die Militärs sind das hier bei uns eben ideale Voraussetzungen, in jeder Hinsicht.
Als wir begonnen haben mit unserer Informationsarbeit, haben uns einige Gemeinderäte gesagt: „ Ich würde gerne tätig werden, aber die Leute im Dorf, die wollen das ja gar nicht."
Also haben wir dafür gesorgt, daß im Dorf eine Stimmung entstand, daß die Leute zu fragen begannen, Bescheid wissen wollten. Das war gar nicht so einfach, denn für die meisten Leute hier waren die Cruise Missiles einfach Atomraketen. Deren Reichweite, Zielgenauigkeit usw. wollten sie gar nicht wissen.
„Atomraketen," haben sie gesagt, „sind Atomraketen und die standen schon früher hier, also was regt ihr euch auf?" Die Zusammenhänge, die dahinterstecken, erfährt man eben nicht aus der BILD-Zeitung und auch nicht aus der Hunsrücker Zeitung und was anderes liest hier kaum jemand. Also woher sollen sie es wissen?
Wir nahmen uns also vor, diese fehlende Informationsarbeit zu übernehmen. Unsere Verbandsgemeinde hat siebenundzwanzig Dörfer, in jedem wollten wir mal gewesen sein. Bisher haben wir mehrere Veranstaltungen gemacht mit verschiedenen Referenten, auch mit einer Ärzte-Initiative aus Düsseldorf.
Hier in Bell ist es mittlerweile recht einfach, da kommen auch ältere Leute. Im Nachbardorf aber, im streng katholischen Buch beispielsweise, da kommen vielleicht zwei Erwachsene und die Jugendlichen. Die Älteren warten erstmal ab, ob es nicht Mord und Totschlag gibt. Wenn sich dann herumgesprochen hat, daß es gar nicht so schlimm war, kommen sie beim nächsten Mal vielleicht zu viert. Also es ist viel Arbeit und ein langsamer Prozeß, bis sich hier
mal was entwickelt.
Mittlerweile hält sich die Polizei hier stark zurück. Offenbar haben sie im Mainzer Innenministerium gemerkt, daß ihre Taktik aus der Anfangszeit, viel Polizei hierherzuschicken und die Leute zu erschrecken, eben auch einen gegenteiligen Effekt hat, nämlich die Aufmerksamkeit der überregionalen Presse zu erregen. Das aber wollen sie um jeden Preis vermeiden. Jetzt ist es so, wenn was ist, rufen sie uns an und sagen: „Wir halten uns im Hintergrund."
Das ist ihre Taktik, uns aus den Schlagzeilen herauszuhalten, und offenbar geht diese Rechnung auf.
Kurze Zeit nach unserem Gespräch beginnt Reinhard Sczech einen Briefwechsel mit der Oberstaatsanwaltschaft in Koblenz. Es geht um einen im SPIEGEL vom 22.April 1985 veröffentlichten Lageplan des Stationierungsortes Bell/Hasselbach. Berichtet wird in der SPIEGEL-Notiz über ein Ermittlungsverfahren gegen das HUNSRÜCK-FORUM, ein von Mitgliedern der Hunsrücker Friedensbewegung herausgegebenes Blatt. In dem Buch wird der Schriftwechsel in Auszügen abgedruckt.

