2009 Der unbekannte Krieg

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DerUnbekannteKrieg

Ein musikalisch multimediales Projekt gegen das Vergessen
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(Text und Bilder: Pressestelle der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück-Kreis)

Am Wochenende wurde in Kirchberg und Simmern das multimediale musikpädagogische Projekt „Der unbekannte
Krieg“ vor insgesamt rund 800 Zuschauern aufgeführt. Anlass
waren der 70. Jahrestag des Überfalls auf Polen beziehungsweise der 65. Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
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Beide Veranstaltungen waren komplett ausverkauft. Schon vor Beginn der eigentlichen Aufführung wurden die Besucher am
Eingang und im Vorraum mit Lichtprojektionen und Videoaufnahmen von Zeitzeugen thematisch eingestimmt.

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Die Schirmherrschaft des Projekts lag bei Landtagspräsident Joachim Mertes, der bei der Veranstaltung in Kirchberg ein Grußwort sprach: „Das Kriegsende liegt nun 65 Jahre zurück. Es gibt noch Zeitzeugen, die die schreckliche Zeit erlebt haben. Irgendwann wird es sie nicht mehr geben. Deshalb ist eine Erinnerungskultur dringend notwendig, um nichts vergessen zu lassen.“
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Während der neunmonatigen Projektphase haben sich rund 250
Jugendliche mit den Ursachen, dem Verlauf und den Folgen des
Zweiten Weltkriegs auseinandergesetzt. „Junge Menschen
sollten in diesem Projekt selbst erfahren, wie Kriege unsere
Gesellschaft allgemein und jeden einzelnen Menschen individuell
prägen“, erklärt Projektleiter Roland Unger von der
Landesmusikjugend Rheinland-Pfalz.
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Das Theaterstück von Hotte Schneider zu den Geschehnissen
auf der Burg Waldeck bei Dorweiler von 1920 bis 1945 stellte
den regionalen Bezug her und war der offizielle Beginn der
Veranstaltung im Saal. Die jungen Schauspielerinnen und
Schauspieler setzten beeindruckend und sehr sensibel die
Geschichte über die Vorkriegs- und Kriegszeit um.
Während der Proben zu „Der unbekannte Krieg“ konnten
sie ihre eigenen Ideen und Interpretationen einbringen.
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Nach einer kurzen und für alle Besucher nachdenklichen
Pause begann mit dem zeitgenössischen Requiem des
Simmerner Komponisten Carsten Braun das Kernstück
des Projekts „Der unbekannte Krieg“. „Um Jugendliche
emotional zu berühren, kombinierte ich Augenzeugenberichte
in Gedichtform mit musikalischen Stilmitteln, die der heutigen
jungen Generation vertraut sind und mit denen sie
mehrheitlich ihre Gefühle – positiv wie negativ – verbinden
beziehungsweise auszudrücken pflegen“, erklärt Braun.

Das einstündige Requiem besteht aus fünf Sektionen von
„Krieg wirft seine Schatten voraus“ bis „Hoffnung, Aussicht,
Frieden“. Aufgeführt wurde es durch junge Menschen: die
Frauenbrass-Band „Wonderbrass“, das Kreisjugendorchester,
das Kammerorchester, die „No Limits“ und die „Kastellauner
Kirchturmspatzen“ der „Kastellauner Chorakademie“.
Unterlegt waren synthetische Rhythmen aus dem Computer,
sie verbanden Musikrichtungen von Elektronischer Musik
wie Techno und Drum´n Bass bis hin zu Rockmusik und
Heavy Metal. Parallel unterstützten selbstgefertigte
Videoprojektionen und Lichtinstallationen die Wirkung,
künstlerisch aufgearbeitet und umgesetzt durch den
Kunststudenten Maik Helfrich.

Die Zuschauer zeigten sich überwältigt von der Umsetzung
des schwierigen Themas „Krieg“ und würdigten das
Engagement des gesamten Teams mit stehenden Ovationen
und minutenlangem Applaus.

„Wir haben festgestellt, dass im Geschichtsunterricht häufig
reines, faktisches Wissen vermittelt wird. Die Jugendlichen haben
sich in unserem Projekt musisch, kreativ und künstlerisch mit der
Geschichte auseinandergesetzt. Sie wurden so ideal auf ihrer
emotionalen Ebene angesprochen, ihre Erfahrungen damit
haben sich tief in ihnen verankert“, berichtet Peter Schulz,
stellvertretender Projektleiter und Leiter der Kreismusikschule
Rhein-Hunsrück.

Zahlen, Daten und Fakten:

Das Projekt lief über einen Zeitraum von neun Monaten
vom 1. September 2009 bis zum 9. Mai 2010.
Über 250 Menschen jeden Alters wirkten sichtbar und
unsichtbar direkt am Projekt mit:

– 11 Schauspielerinnen und Schauspieler

– 5 Musikerinnen von
„Wonderbrass“

– 30 Streicher und Streicherinnen im Kammerorchester

– 50 Musiker und Musikerinnen im Kreisjugendorchester

– 75 Sängerinnen und Sänger bei dem Chor No Limits

– Arbeitsgruppen zur Erstellung der Präsentationen,
die Filmemacher und die Videoteams

„Der unbekannte Krieg“ ist eine logistische Meisterleistung.
Innerhalb von zwei Tagen wurde in Kirchberg und Simmern
das Projekt aufgebaut und aufgeführt.
Die Veranstaltungsräume mit ihren spezifischen
Bühenaufbauten boten Platz für jeweils 400 Zuschauer.
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Maximilian Eckhardt Rhein-Hunsrück-Zeitung vom Freitag, 8. Januar 2010

Projekt klärt Jugend über Weltkrieg auf

Konzept in Simmern vorgestellt Erste Aufführung am 8. Mai in Kirchberg

Das Ende des Zweiten Weltkriegs, die sogenannte Stunde Null, jährt sich im
Mai zum 65. Mal. Dass die tragischen Ereignisse aus dem dunklen Kapitel unserer Geschichte nicht in Vergessenheit geraten, dazu soll ein Projekt beitragen. Dieses wurde gestern im Simmerner Schloss vorgestellt.

SIMMERN. Mit dem musik und medienpädagogischen Projekt „Der unbekannte Krieg“ will die Landesmusikjugend RheinlandPfalz (LMJ) vor allem Jugendlichen die Ursachen, den Verlauf und das Elend des Zweiten Weltkriegs näherbringen. Dazu erarbeiten Projektleiter und Jugendliche seit September eine Aufführung, die den Zuschauern einen Zugang zu dem besagten Thema ermöglichen soll. Premiere ist am Samstag, 8. Mai, in der Kirchberger Stadthalle. An diesem Tag jährt sich das Kriegsende zum 65. Mal.

Im Mittelpunkt der Inszenierung steht ein von Carsten Braun aus Simmern komponiertes Requiem. Es bildet die Basis für eine eindrucksvolle MultimediaPerformance mit Lichteffekten, Videoprojektionen und Tanzeinlagen. Dazu gehören auch schauspielerische Elemente. „Wir haben die Absicht, ein spannendes Projekt für alle Sinne zu präsentieren“, erklärt LMJJugendbildungsreferent Roland Unger. Bei der Aufführung wirken rund 150 Jugendliche mit darunter Sänger, Musiker und Schauspieler.

Dieses Projekt begrüßt Simmerns Stadtbürgermeister Andreas Nikolay: „Gerade die jungen Menschen sollen über den Geschichtsunterricht hinaus erfahren, welch ein barbarisches Ereignis der Zweite Weltkrieg war.“

Das sieht Schirmherr Joachim Mertes ähnlich. Der Landtagspräsident verdeutlicht, dass Erinnerungsarbeit wichtig sei. Gerade mit Blick auf junge Menschen, die die Folgen des Krieges nicht am eigenen Leib erfahren und sich auch nicht mit Zeitzeugen ausgetauscht haben.

Zu den Kooperationspartnern des Projekts „Der unbekannte Krieg“ gehören beispielsweise der Kastellauner Jugendchor „No Limits“, die evangelische Jugend SimmernTrarbach, der Landesmusikverband RheinlandPfalz, die IGS Kastellaun sowie die Kreismusikjugend RheinHunsrück.

  

„Der unbekannte Krieg“
musik- und medienpädagogisches Projekt zum Anlass
des 70. Jahrestages des Überfalls auf Polen/65. Jahrestages
zum Ende des 2. Weltkriegs

Schirmherrschaft: Landtagspräsidenten von Rheinland-Pfalz, Joachim Mertes

Die partizipierenden Jugendlichen aus verschiedenen Einrichtungen des Rhein-Hunsrück-Kreises werden sich in dem Projekt über die Notwendigkeit der Völkerverständigung anhand der Themen Krieg/Tod/Leid/Verfolgung musikalisch und medienpädagogisch auseinandersetzen, – mit deutlichem Bezug zu ihrer eigenen Lebenswelt. Dabei geht es nicht um eine rein kognitive Bearbeitung der Thematik, sondern um deren Umsetzung mit musikalischen und medienpädagogischen Mitteln, die alle Bereiche und Sinne ansprechen wird.
Grundlage wird ein komponiertes „Requiem“ des Simmerner Komponisten Carsten Braun für Streicher, Chor, Blasorchester, Brass Ensemble, Samples und Perkussion sein.
Mit Hilfe dieser Komposition wird die musikalische Grundlage für eine Multimedia-Performance mit Licht, Video, Projektionen, Tanz, Theater, etc. erarbeitet, welche am 08.und 09.05.2010 in Kirchberg und Simmern zur Aufführung kommt.
Die Konzeption des Projektes sieht ein autonomes Arbeiten aller beteiligten Gruppen vor. D.h. die Komposition wird nach ihrer Fertigstellung als Midi-Datei ausgegeben, um eine eigenständige thematische Beschäftigung aller am Projekt beteiligten Gruppen zu ermöglichen.

Kooperationspartner:

  • Landesmusikverband RLP
  • Landesjugendring RLP
  • Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück
  • Kreismusikschule Rhein-Hunsrück
  • Jugendchor „No Limits“ Kastellaun
  • Kreismusikjugend Rhein-Hunsrück,
  • IGS-Kastellaun,
  • Ev. Jugend
  • Simmern-Trarbach

Die Projektidee zu „Der unbekannte Krieg“ wurde am 04.12.09 in Berlin im Rahmen der Ideeninitiative „Pluspunkt Kultur“ der Bundesvereinigung für kulturelle Jugendbildung mit einem Preis ausgezeichnet.

Die Sczech-Stiftung unterstützt das Musik-Theaterprojekt „DER UNBEKANNTE KRIEG“, insbesondere um für die Bereiche Musik (Komposition, Dirigat, Druckkosten für Noten, Probephasen mit den Jugendensembles, Ausleihe Veranstaltungstechnik), Theater (Finanzierung Workshops, Unterkunft, Verpflegung, Requisiten, etc.) eine bessere Finanzierung zu erreichen. Diese Bereiche werden kaum vom Land (Landesjugendring) gefördert.

 

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