15. August im M1 in Mainz: Klimaschutz Erfolgsgeschichten

Klimaschutz und Energiewende als Impuls und Motor für eine nachhaltige Ausrichtung

Erfolgsgeschichten aus der „Energie-Kommune des Jahrzehnts“

Erzählt von Bertram Fleck, Landrat a.D. des Rhein-Hunsrück-Kreises
im UrStromClub am 15.8.2019 (Donnerstag 19:30 im M1, Mainz)

Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist Vorreiter der grünen Energiewende, denn schon heute produziert die Region mit Bioenergie, Solarparks und Windkraft das Dreifache an Ökostrom, was die Menschen vor Ort verbrauchen. Das kann sich sehen lassen: Experten aus aller Welt kommen in den Kreis, um ökologische Innovationen, Energiewende und Klimaschutz ebenso wie die neuen Entwicklungschancen durch die regionale Wertschöpfung live zu erleben.

Mit der Auszeichnung „Energie-Kommune des Jahrzehnts“ wurde 2018 bundesweit anerkannt, was der Landkreis geleistet hat: Er ist einer der ersten Null-Emissions-Landkreise deutschlandweit.

Wir heißen Sie herzlich willkommen zu diesem UrStromClub am Donnerstag, 15. August, um 19.30.

Mitveranstalter: Synthro eG Mainz

Veranstaltungsort:
Coworking-M1, Anni-Eisler-Lehmann-Str. 3, in den ehemaligen Güterhallen, Einfahrt gegenüber Mombacher Straße 49, hinter dem Hauptbahnhof.

22. August in Mainz: Laufen für die Nachhaltigkeitsziele der Weltgemeinschaft

Am 22. 8.2019 laufen wir im Mainzer Firmenlauf mit der Synthro eG und der Urstrom eG für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen!

Was sind die 17Ziele?

Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

In Kooperation mit ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH // Außenstelle Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland können wir mitlaufen. Anmelden könnt ihr euch noch bis zum 31. Juli 2019 über aussenstelle.mainz@engagement-global.de

Von diese Stelle folgen dann auch alle weiteren Informationen zum Treffpunkt und Startzeit. Weitere Infos zu Engagement Global findet ihr hier: engagement-global.de

Damit sich die Läufer*innen anschließend vernetzen können, veranstalten Engagement Global und Synthro eG gemeinsam ein Meetup am Montag den 26.8.2019 um 18 Uhr im Coworking-M1

Meldet euch gerne an unter: info@synthro.coop

Je mehr Menschen mitmachen – umso besser. Übrigens, ihr könnt auch Walken, das steht sogar in der Ausschreibung.

Infos

Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht. Mehr Infos:

synthro.coop/Laufen-für-die-SDGs

Titelfoto: Kathi Krechting

Video: Höhenwind feiert 25-jähriges Jubiläum im Hunsrück

1994 war die Geburtsstunde der Hunsrücker Bürgerwindgesellschaft Höhenwind. Heute beteiligen sich 330 Menschen, die 16 Windräder betreiben.
25 Jahre! Der folgende Film zeigt Ausschnitte aus der Jubiläumsfeier in Beltheim. Mit vielen Gratulanten wird Geburtstag gefeiert und das neueste Windrad, die „Elisabethmühle“ eingeweiht. Die Einweihung ist genau an dem Platz, wo vor einem Vierteljahrhundert das erste *Windrad im Hunsrück gebaut wurde.

Fortsetzung folgt.

Leider konnte ich nicht die komplette Feier filmen, da sowohl bei meinem Handy wie beim Fotoapparat die Batterien nicht bis zum Schluss durchhielten. Aber es ist noch einiges Material auf meinem Computer.

Die Bockwindmühle, auch „Ständermühle“, „Kastenmühle“ oder „Deutsche Windmühle“ genannt. Das gesamte hölzerne Mühlengebäude ist drehbar auf einem Bock gelagert. Älteste Beispiele datieren von Beginn des 12.Jahrhundert in Belgien und Nordfrankreich, älteste Erwähnung in Deutschland 1222 in Köln.

*Windrad der Neuzeit, danke Herr Fleck für die Anregung. Windmühlen, aus dem Mittlere Osten übernommen, kamen ab dem **12. Jahrhundert in Mitteleuropa in Gebrauch. Während Wassermühlen seit dem 4.Jahrhundert allgemein in der Welt verbreitet waren. Schon im Mittelalter kamen in den rheinischen Ebenen die Windmühlen auf. Die älteste europäische Windmühle wurde im Jahre 1222 in Köln auf der Burgmauer errichtet. Seit 1392 stand auch eine städtische Windmühle auf dem Neumarkt in Köln lieber Werner Vogt, also genau in deiner Wahlheimat-Stadt.
** Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e. V.

Wer immer noch meint „das mit dem Klimawandel ist doch übertrieben“, der möge sich den Bericht im HEUTE JOURNAL anschauen, der gerade bei mir über den Fernseher läuft.

Un dann war da noch der Mainzer Stadtwald:

Konstanz und Großbritanien rufen Klima-Notstand aus

Als erster Ort in Deutschland hat Konstanz den Klima-Notstand ausgerufen. Wie zuvor schon Basel, Vancouver und London hat sich die Stadtverwaltung damit zum Ziel gemacht, Klimaschutz schneller umzusetzen.

Der Gemeinderat von Konstanz hat eine entsprechende Resolution einstimmig angenommen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Unter anderem wird jetzt geprüft, ob die Stadt klimaneutraler bauen kann und mehr Geld in die Gebäudesanierung steckt. Die Idee dazu kam von der Ortsgruppe der Klimaschutz-Bewegung „Fridays for Future“.

Ende Februar hätten Vertreter der Gruppe mit Oberbürgermeister Uli Burchardt (CDU) gesprochen. Der habe daraufhin die Verwaltung beauftragt, eine Beschlussvorlage zu erarbeiten, heißt es von der Kommune. „Um zu gewährleisten, dass die Verabschiedung der Resolution kein reiner Symbolakt bleibt, muss analysiert werden, wer welche Beiträge
erbringen kann und muss“, teilte die Stadt weiter mit.

Die folgende Meldung kommt von Daniela Becker, piquer

Die Abgeordneten des britischen Parlamentes haben einen Antrag angenommen, mit dem sie als erstes Land der Welt offiziell den „Umwelt- und Klimanotstand“ erklären. „Endlich!“, möchte ich persönlich hinzufügen. Denn die Klimatabellen, der Rückgang der Biodiversität, das Artensterben sprechen seit Jahren eine klare und eindeutige Sprache.

Stimmungsbild DER SPIEGEL 3.5.2019 um 9:46Uhr

Dass die Krise nun endlich auch in der Öffentlichkeit angekommen ist, ist allen voran den Streikenden im Rahmen der #FridaysforFuture-Proteste und der Aktionsgruppe Extinction Rebellion zu verdanken. Durch ihre anhaltenden zivilen Ungehorsam haben sie erheblichen Handlungsdruck erzeugt.

Zumindest in Großbritannien. Denn ganz offensichtlich ist das Ausmaß der Krise in der wir uns befinden in Deutschland immer noch nicht angekommen. Wenn ein anderes europäisches Land den „Notstand“ ausruft, könnte man ja schon meinen, dass die ein oder andere Tageszeitung das auf die Startseite oder die Seite 1 hebt, oder nicht?

Natürlich kann das Ausrufen des Notstands nur ein allererster Schritt sein. Die Anerkennung der Dringlichkeit ist wichtig, aber nur ein symbolischer Akt. Der Beschluss wurde zwar ohne Gegenstimmen angenommen, ist aber nicht bindend für die britische Regierung. Nun müssen verpflichtende Vorgaben und ein gesetzlicher Rahmen für die rasche Minderung des CO2-Ausstoßes und den Erhalt lebenswichtiger Ökosysteme geschaffen werden.

Beispielsweise durch die Verabschiedung eines verbindlichen, sektorübergreifenden Klimaschutzgesetzes, wie die deutsche FridaysforFuture-Bewegung es in einer Petition an den deutschen Bundestag fordert. Die Petition droht allerdings bislang am erforderlichen Quorum zu scheitern.

Ich war Unterzeichner Nummer 38.020 am 2. Mai 2019

 

Sir David Attenborough: Schönheit und Zerstörung

Wir fordern: Eine deutsche Synchronisation des neuen BBC Films von Sir David Attenborough muss in ARD und ZDF ausgestrahlt werden – zur Hauptsendezeit.

Link zum Film: David Attenborough Climate Change The Facts

Die Dokumentation gibt einen dringenden Einblick in die Wissenschaft vom Klimawandel und die möglichen Lösungen für diese globale Bedrohung. Sie kombiniert Aufnahmen, die die bereits verheerenden Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten aufzeigen, mit Interviews mit einigen der weltweit führenden Klimawissenschaftlern.

Nach einem der heißesten Jahre der Geschichte erklären Klimatologen und Meteorologen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Menschheit und die Natur. Wissenschaftler, darunter Dr. James Hansen, Dr. Michael Mann und Professorin Catherine Mitchell, werden die Wissenschaft hinter den extremen Wetterbedingungen der letzten Jahre forensisch auspacken und darlegen.

Der Dokumentarfilm befasst sich auch mit möglichen Lösungen, untersucht Innovationen, Technologien und Maßnahmen, die die Regierungen und Industrien der Welt ergreifen, um eine weitere Erwärmung zu verhindern – und zeigt Personen, die an der Basis Veränderungen herbeiführen.

Klimawandel: The Facts ist Teil des kontinuierlichen Engagements der BBC für Programme, die sich mit der Umwelt und den Herausforderungen für die Natur befassen, unter dem Motto Our Planet Matters.

Dazu noch ein Tipp von Norbert:

Schul-Zirkusprojekt im Hunsrück


Mit großem Erfolg wurde das erste Zirkusprojekt an der Adolf-Reichwein-Grundschule in Beltheim/Hunsrück gefeiert. Ein unvergessliches Erlebnis für die Kinder, das vom Kuratorium der Sczech-Stiftung sehr gerne gesponsert wurde.

Foto: Ortsgemeinde Beltheim

 

#FridayForFuture in Mainz und überall

Schüler*innen, Azubis, Studierende und junge Menschen aus Mainz gingen am 18. Januar 2019, ein Freitag, auf die Straße um gegen die Klimapolitik zu streiken. Nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin und Aktivistin Greta wollen sie auch hier in Deutschland eine starke SchülerInnenbewegung für den konsequenten Klimaschutz und somit direkt im Interesse unser aller Zukunft aufbauen.

Bericht im SWR Mainz.

Nick Reimer schreibt dazu in klimafakten.de  unter der Überschrift

„Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Seit einigen Monaten gehen weltweit Jugendliche freitags nicht in die Schule, sondern auf die Straße und fordern mehr Klimaschutz – so auch heute in Berlin und anderen deutschen Städten. Formiert sich da eine neue Bewegung? Und warum sorgt die Aktionsform „Klimastreik“ für Aufsehen?

Vorneweg fährt in Mainz das UrStromMobil: e-CarSharing in Bürgerhand

Sie wollen es am heutigen Freitag wieder tun: Etliche Schülerinnen und Schüler werden um 12 Uhr mittags nicht die Schulbank drücken, sondern vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mehr Klimaschutz fordern und dann demonstrierend zum Bundeskanzleramt ziehen. #FridayForFuture lautet das Motto, und den Kern ihrer Aktion bringen sie in wenigen Worten auf den Punkt: „Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Es ist nicht der erste Schülerprotesttag gegen die Klimaerhitzung, vor einer Woche sollen es rund 25.000 junge Menschen gewesen sein, die landesweit die Schulen bestreikten. In Niedersachsen und Bremen zählte die Polizei 3.500 Streikende, auch in Freiburg waren es nach Polizeiangaben 3.500. Würzburg, Augsburg, Hamburg meldeten je 1.000 Protestierende, in München zogen 750 Schüler zum Geschwister-Scholl-Platz, in Berlin 500 vor das Reichstagsgebäude, in Jena 130 zum Holzmarkt. Mehr als 50 deutsche Städte meldeten Schülerstreiks.

Diesmal haben die Protestler Busse nach Berlin gechartert, aus Köln zum Beispiel, aus Offenbach, dem Saarland, aus Marburg. „Wir kommunizieren über eine Art Schneeballsystem, meist über WhatsApp“, erklärt die Geographiestudentin Luisa Neubauer, 22, die die heutige Demonstration vor dem Bundeswirtschaftsministerium angemeldet hat. Drinnen wird währenddessen die Kommission zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung tagen. „Wir erinnern die Mitglieder an ihre Verantwortung für unser aller Zukunft“, sagt Tariel Leiss, 18, von der Freiburger Waldorfschule St. Georgen. Oder um es mit einem Demo-Slogan auszudrücken: „Wir streiken, bis ihr handelt!“

Die Klimastreiks starteten mit der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg

Weniger Asphalt mehr Wald

Begonnen haben die Klimastreiks vor knapp einem halben Jahr, am 20. August 2018. Es war der erste Schultag des neuen Schuljahres in Schweden, und Greta Thunberg, 15, ging nicht zur Schule. Sie malte auf ein Schild „Skolstrejk för klimatet“ und stellte sich vor den schwedischen Reichstag: „Schulstreik für das Klima“. Dort blieb sie bis zum 9. September, dem Tag der schwedischen Parlamentswahlen.

Es war der heißeste Sommer, den Schweden seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen erlebte. Greta blieb nicht lang allein. Aber weil Schule ja doch irgendwie wichtig ist, ging Thunberg nach den Wahlen wieder zur Schule – verabredete sich mit den anderen Klimademonstranten für die kommenden Freitage. „Fridays for Future“ war geboren.

Der Schwedische Protest sprach sich – unter anderem – per Instagram, Twitter und Co. schnell herum: Im November traten in Australien Schülerinnen und Schüler in den Ausstand. Matt Canavan, Australiens Minister für Ressourcen, riet den Jugendlichen, lieber in die Schule zu gehen als herauszufinden, wie man von der Sozialhilfe leben kann: „Man lernt nichts vom Demonstrieren!“ Er erntete einen Shitstorm. Am folgenden Freitag streikten doppelt so viele Schüler. Weltweit breitete sich die Aktionsform aus – nach Irland, Uganda, die Schweiz, Ende November Dezember dann auch nach Deutschland. Und als Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel in Katowice zu den Delegierten sprach, berichteten Medien rund um den Globus. „Euch gehen die Entschuldigungen aus, und uns die Zeit.“

„In Deutschland ist der Klimastreik vor allem ein Protest gegen die Kohle“

Inzwischen hat die Liste der Regionalgruppen auf der deutschen Kampagnenwebsite mehr als hundert Einträge. Wächst da eine neue Bewegung heran? „An sich ist das Format des Bildungsstreiks nicht neu“, sagt Jana Bosse vom Arbeitskreis Umwelt und Protest des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin. Die Forscherin erinnert etwa an das Jahr 2009, als im Juni und November Schüler und Studenten zu Hunderttausenden auf die Straße gingen und Reformen am Bildungssystem forderten. Größeres Aufsehen erregten auch Schülerstreiks gegen den Irakkrieg 2003.

Wie es in Deutschland mit dem Klimastreik weitergeht, hängt nach Bosses Einschätzung stark vom Ergebnis der Kohlekommission ab: „Gelingt es ihr, einen die Gesellschaft befriedenden Kompromiss zu finden, verliert der Protest vermutlich an Kraft.“ Weltweit kann sie sich durch die internationale Vernetzung einiges an Dynamik vorstellen – aber, so Bosse, „in Deutschland ist der Klimaprotest der Schüler in erster Linie ein Protest gegen die Kohle.“

Ihren Kollegen Dieter Rucht wundert es nicht, dass der Schülerstreik größeres Aufsehen erregt als andere Klima-Kampagnen – der Schlüssel sei das Alter der Protestierenden. „Ich glaube, wenn Greta Thunberg 30 Jahre alt wäre, wäre sie unbekannt“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Ein sehr junger Mensch, dem man die Politikfähigkeit noch abspricht, äußert sich politisch, das findet Anklang.“ Andere Jugendliche klinkten sich ein, aber bald auch Medien und Öffentlichkeit.

Der Streik verletzt die Schulpflicht – und sorgt auch deshalb für Aufsehen

Eine Rolle dürfte auch spielen, dass Schulstreiken eine Regelverletzung darstellt – Demonstrationen am Nachmittag oder an Wochenende würden sicherlich weniger interessieren. Freitags um zwölf vor dem Wirtschaftsministerium zu stehen ist ein Verstoß gegen die Schulpflicht, bereits der Aufruf zum unentschuldigten Fernbleiben vom Unterricht gilt als Ordnungswidrigkeit. Der Jugendverband des Umweltverbandes BUND empfiehlt daher: „Bitte lasst Euch zur Teilnahme an der Demonstration vom Unterricht befreien.“

Aber das ist nicht so einfach. „Grundsätzlich kann eine kurzfristige Beurlaubung auf der Grundlage der Verwaltungsvorschriften-Schulbetrieb aus wichtigem persönlichem Grund auch anlässlich einer Demonstration in Betracht kommen“, erläutert ein Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums etwas gestelzt. „Andererseits darf das ebenfalls hohe Gut der Teilnahmepflicht am Unterricht nicht zur Disposition demonstrationsfreudiger Schüler gestellt werden.“

Auf die Schülerinnen und Schüler, die sich heute mittag vor dem Wirtschaftsministerium versammeln, könnte daher eine Strafarbeit zukommen oder ein Verweis. „Wer den Unterricht schwänzt oder unentschuldigt fernbleibt, verstößt gegen die Schulpflicht. Punkt“, fasst Thomas Sattelberger, der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, die Rechtslage zusammen. Aber eine gewisse Sympathie für die klimastreikenden Schüler kann auch er nicht verhehlen. „Ich habe übrigens früher selbst am Gymnasium in Stuttgart für Demos die Schule geschwänzt und musste dafür nachsitzen“, erinnert sich Sattelberger. „Das schärft auch die Urteilsfähigkeit, wenn es um das Abwägen eigenen Handelns und der Konsequenzen geht. Es hat mir, wie es so schön heißt, nicht geschadet.“

Quelle: klimafakten.de

Rede des Schülers Maurice Conrad am Mainzer Schillerplatz:

So wird’s gemacht! Energiewende im Hunsrück

Der Rhein-Hunsrück-Kreis zeigt wie Energiewende gemacht wird. Ein neuer Film dokumentiert die revolutionäre Entwicklung.

Wen der Mut verläßt, ob wir den Kampf für eine ökologische Welt gewinnen können, der sollte sich im Rhein-Hunsrück-Kreis umschauen.

Mit einem Glas Sekt, den der ehemalige Landrat Bertram Fleck den Gästen der Premierenfeier spendierte, stießen die Macher des Films und der Energiewende in der Region an. Landrat Marlon Bröhr freute sich über Ministerin Ulrike Höfken ebenso wie über das Team um Filmproduzent Carl A. Fechner.​ Foto: Volker Boch, Rhein-Hunsrück-Zeitung

Volker Boch schreibt in der Rhein-Hunsrück-Zeitung zur Filmpremiere: „Seit einem Vierteljahrhundert wird das Pro-Winzkino in Simmern mit dem Kinoprogrammpreis des Landes ausgezeichnet. Keine Frage, die Macher des Kino-Teams sind bekannt für „besondere Filme“ und für ein außergewöhnliches Programm. In dieses Bild passte die Premiere des Films „Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher“, der am Montagabend gezeigt wurde. Im vollen Saal des Simmerner Lichtspielhauses erstrahlte die Region dabei in einem bundesweit einzigartigen Glanz.“

SWR Bericht Energiewende-Vorreiter

Temperaturen von 20 Grad im Herbst, Niedrigwasser im Rhein , Überschwemmungen in Venedig – der Klimawandel ist weltweit, aber auch in Rheinland-Pfalz deutlich zu spüren. Deshalb hat sich die Landesregierung auf die Fahnen geschrieben: bis zum Jahr 2050 soll Rheinland-Pfalz klimaneutral werden. Vorbildlich macht das der Rhein-Hunsrück-Kreis, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken. Statt wie früher 680.000 Tonnen Kohlendioxid pusten die dortigen Haushalte null Tonnen in die Luft.
„Gelobtes Land“ in seinem Youtube Kanal:

„Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise“ „Der Rhein-Hunsrück-Kreis produziert allein 300 Prozent Strom aus Wind, Sonne und Biomasse, gemessen an seinem Gesamtverbrauch. Innerhalb von 28 Jahren hat der Kreis seine CO2-Emissionen in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall von 680.066 bilanziell auf null Tonnen gesenkt. Das ist ein einzigartiger Erfolg: Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise im sogenannten stationären Bereich“, berichten Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken und Landrat Dr. Marlon Bröhr. Energiewende schafft Wertschöpfung für die Region: Bürgerbus, Begegnungscafés, sanierte und umgestaltete Spielplätze – Die Einnahmen aus den Erneuerbaren Energien und die Einsparungen durch Effizienzmaßnahmen haben den Kommunen im Kreis sowie den Bürgerinnen und Bürgern finanzielle Spielräume zur Entwicklung des ländlichen Raums gegeben. „Die Nahwärmenetze, Windenergieanlagen auf kommunalen Flächen sowie viele weitere Projekte, die teilweise auch finanziell von der Landesregierung unterstützt wurden, schaffen eine kommunale Wertschöpfung von jährlich rund 44 Millionen Euro. Die Rücklagen der Ortsgemeinden sind auf 84 Millionen Euro gewachsen. Die kommunale Verschuldung im Rhein-Hunsrück-Kreis beträgt nur noch 20 Prozent des Landesdurchschnittes. Die Kommunen sind so gut wie schuldenfrei“, sagt Landrat Dr. Marlon Bröhr. Eine Basis dieses Erfolgs bilde die Energiewende, wie der Film eindrucksvoll zeige, so Höfken. Und der Zuschauer erfährt: „Zur Umsetzung des Klimaschutzes braucht es die Menschen vor Ort. Die Bürgerinnen und Bürger ziehen hier für eine nachhaltige Zukunft alle an einem Strang“, führte die Ministerin an.

Mit Mut, Vision und Tatkraft für den Klimaschutz: Die Einnahmen aus Energieeinsparung und Pachteinnahmen haben die Gemeinden des Kreises planvoll reinvestiert, etwa in die Geierlay-Hängeseilbrücke mit mehr als 750.000 Besucherinnen und Besuchern in nur drei Jahren. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gemeindeshauses Horn mit einem eigenen Energiespeicher sichert die LED-Straßenbeleuchtung der Gemeinde und erspart ihr hohe Stromkosten. Die Schnorbacher Energiesparrichtlinie, bei der die Kommune Einnahmen in Energieeffizienzmaßnahmen der Bürger reinvestiert, hat zahlreiche Nachahmer und bundesweite Beachtung gefunden. Höfken erklärt: „Ich bin fasziniert, was im Rhein-Hunsrück-Kreis in vergleichbar kurzer Zeit entstanden ist. Mut, Vision und Tatkraft leisten hier wirksamen Klimaschutz und festigen die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Energiewende. Außerdem dient der Kreis als wertvolles und motivierendes Vorbild für viele weitere Kommunen.“ Klimawandel ist Realität: Starkregenereignisse, Dürre, Niedrigwasser: Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz spürbar. Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssen alle Akteure auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene handeln, betonte Höfken. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Reinland-Pfalz bis 2050 weitgehend klimaneutral gestalten, wie in unserem Landesklimaschutzgesetz festgeschrieben. Dafür haben wir die Weichen mit den zentralen Bausteinen Umsetzung der Energiewende, Klimaschutz- und Wärmekonzept gestellt. Viele konkrete Projekte zur Erreichung unseres Klimaschutzziels werden auf kommunaler Ebene wie im Rhein-Hunsrück-Kreis umgesetzt“, betont Höfken.

Aus dem Bericht der Rhein-Hunsrück Zeitung

6.11.2018

Bei seiner Einführung in den Abend startete Landrat Marlon Bröhr mit einem Scherz und hob kurz auf den „bescheidenen Titel“ ab, der den Film ab jetzt begleiten wird. Wenn in Zukunft vom Rhein-Hunsrück-Kreis in Sachen Energiewende geredet wird, dann von einer „Heimat der Vormacher“. In der Tat ist es keine ganz uneitle Bezeichnung, die den Film als Untertitel prägt. Aber der von dem – gerade beim Thema Energie – überaus erfahrenen Produzenten Carl Fechner verantwortete Streifen zeigt eindrucksvoll, welchen Pioniercharakter die Region hat. Nicht nur Landrat Bröhr erklärte bei der Premiere des 20-minütigen Werks, dass er „richtig aufgeregt“ ist. Vor ihm saßen im Publikum reihenweise Pioniere, die mit ihren ganz lokalen Projekten viele einzelne Akzente setzten, die letztlich zu einem Mosaik zusammenfanden.

Regisseurin Nadja Wegfarth streift vom Blick auf die Kastellauner Burg ausgehend auf ihrer Reise durch Rhein-Hunsrück viele Impressionen der Region, die ansprechen. Allerdings wechselt der von Kameramann Christoph Sillmann in eindrucksvollen Bildern sensibel eingefangene Film die Perspektive. Es ist ein durchaus touristisch-animierter Blick, der auf den Kreis geworfen wird. Aber die Vorzüge, um die es geht, zeigen – in gedanklicher Anlehnung an Edgar Reitz‘ famose „Andere Heimat“ – einen „anderen“ Rhein-Hunsrück-Kreis und Gesichter, die dafür stehen. „Dieser Film ist besonders, weil er von diesem Spirit, der in der Region herrscht, spüren lässt“, sagt Produzent Fechner. Vor zwei Jahren hatte Fechner im Pro-Winzkino einen Film zur internationalen Energiewende vorgestellt und im Anschluss nicht nur in einem intensiven Gespräch mit Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle, sondern auch mit einem Blick ins Publikum festgestellt: Diese Region ist voller Energie-Macher, die mit großer Überzeugung an lokalen „Wenden“ arbeiten, von Nahwärme über Photovoltaik, Energiesparrichtlinien bis hin zu sozialen Komponenten.

Die Idee reifte, einen Film zu machen, der die Region als Beispiel- und Impulsgeber dieser Entwicklung darstellt – und fand nicht nur im Kreis Unterstützung, sondern auch beim Land. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken verfolgte die Premiere in Simmern mit Begeisterung – vor allem, weil der Eindruck des Films sich in den Gesprächen mit den bodenständigen Machern von vor Ort im Anschluss an die Vorführung bestätigte.

„Es war einfach eine gute Idee, der Energiewende ein Gesicht zu geben“, sagte Höfken. „Hier in der Region ist eine Bewegung von unten entstanden, die für die sinnvolle Verzahnung von verschiedenen Elementen steht. Es ist eine Blaupause für die Energiewende.“ Diese Entwicklung zeige, dass die Energiewende „nix für Eliten“ sei, sondern auch diejenigen erreiche, „die nicht so viel haben“. Die Ministerin betonte in Simmern einmal mehr, wie bedeutend es ist, dass drei Faktoren zusammenkommen und gemeinsam berücksichtigt werden: Ökologie, Ökonomie und das Soziale. Im Rhein-Hunsrück-Kreis fänden diese Komponenten vorbildlich zueinander. Der Film zeigt, so beschrieb Höfken präzise, wie „der Motor ans Laufen“ gekommen sei. Dank einzelner Taktgeber und kleiner Motoren vor Ort.

Dass Klimaschutzmanager Uhle in seine Worte des Danks gerade auch die beiden verstorbenen Bürgermeister von Fronhofen, Günter Steffens, und Külz, Aloys Schneider, sowie deren Familien einschloss, passte ins Bild des Abends. Es ging schließlich weniger um politische Ansprachen, sondern um Pioniere wie Schneider und Steffens, um Macher und Motoren, die sich vor Ort mit Mut eingesetzt haben und auch mit Widerständen umzugehen hatten. Dazu gehörte auch Bertram Fleck, der als Landrat und Amtsvorgänger von Marlon Bröhr die Bewegung maßgeblich mit initiiert hat. Fleck spendierte anlässlich der Premiere aus Freude über diesen Meilenstein-Tag eine üppige Anzahl Sektflaschen und nutzte den Anlass, um Begleitern Danke zu sagen – darunter insbesondere auch fachliche Experten wie Prof. Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement in Birkenfeld.

Viele der Gesichter der Energiewende saßen im Simmerner Publikum und huschten zugleich an den Zuschauern im Film vorbei. Der Betrachter begegnet auf seiner Reise durch die Rhein-Hunsrücker Energiewelt ganz unterschiedlichen Menschen und Charakteren, die aber eines gemeinsam haben: etwas besser machen und anderen im besten Sinne des Wortes etwas vormachen zu wollen. Das Land unterstützt den knapp 48.000 Euro kostenden Film mit einem Beitrag von 50 Prozent gerade auch deshalb, weil er anderen als Beispiel dienen soll: als Ansporn, es dem Rhein-Hunsrück-Kreis nachzutun, der etwas „anderen Region“.

Von unserem Chefreporter Volker Boch
————-unfassbar hingegen:
Diese deutschen Firmen ohne Moral unterstützen aus Habgier mit viel Geld Donal Trump bei den Wahlen am 6. November 2018. Pfui Deibel.

 

Siehe auch   DIE ZEIT:

Die Sintflut kommt

 

Es gibt Alternativen


Ausschnitt aus Leben mit der Energiewende TV „DIE FOLGEN DER RESSOURCEN-AUSBEUTUNG“. Franz Alt interviewt Clemens Ronnefeldt.

Clemens Ronnefeldt war nicht nur einer der Motoren der Hunsrücker Friedensbewegung, sondern auch Mitgründer von Höhenwind.

Wie berichten ARD Tagesthemen, ZDF Heute und CNN News über den Weltklimarat IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Limit? Ein interessanter Vergleich.

Das 1,5-Grad-Ziel kann noch eingehalten werden, zeigt der lange erwartete Sonderbericht des Weltklimarats IPCC. Voraussetzung sind jedoch beispiellose Veränderungen in allen wichtigen Sektoren der Weltwirtschaft – darunter ein kompletter Kohleausstieg.
Vor drei Jahren hat sich die Menschheit ein großes Ziel gesetzt. Sie will die von ihr selbst verursachte Erderhitzung auf ein Maß zu begrenzen, das aller Voraussicht nach noch beherrschbar sein wird.

Wo dieses Limit liegen soll, ja liegen muss, damit ein katastrophaler Klimawandel – eine „Heißzeit“ mit unabsehbaren Folgen – verhindert werden kann, ist im Pariser Klimaabkommen auch klar benannt. Die Erwärmung soll bei „deutlich unter zwei Grad“ gestoppt werden, am besten aber bei 1,5 Grad.

Ob und wie das ambitioniertere 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen ist und welche Klimawandelfolgen sich die Menschheit damit gegenüber dem Zwei-Grad-Ziel ersparen würde, dazu hat der Weltklimarat IPCC im koreanischen Incheon seinen lange erwarteten Sonderbericht vorgelegt.

Das vollständige Interview von Energiewende TV:

Ebi und Elisabeth unterwegs

Liebe Grüße aus dem mexikanischen Regenwald und und eine tolle Blogadresse erreichen uns heute von Ebi und Elisabeth: https://blauemurmel.blog

Die beiden versuchen im Blog insbesondere auf ökologische und soziale Themen aufmerksam zu machen und werden natürlich viel über ihre Reiseerfahrungen berichten.
Nach Mexico geht es dann weiter nach Nicaragua und dann nach Costa Rica. In 2019 stehen der Senegal, Äthiopien und  Ruanda auf der Route.

Ich bin besonders gespannt auf den Bericht aus Nicaragua. Was ist aus dem Land und Daniel Ortega geworden?