Jetzt Auslieferung: FIVE!

Die bei Betterplace anvisierte Spendensumme ist erreicht und auf dem Spendenkonto des BDP eingegangen, so dass die Kampagne als voller Erfolg bewertet abgeschlossen wird.

Die Tatsache, dass das Flüchtlingsthema in den letzten Wochen nicht mehr so präsent war, hat sich auch im Spendeneingang bemerkbar gemacht. Für die letzten hundert Meter wurde mehr Zeit gebraucht als für die ersten hundert Kilometer. Da der allergrößten Teil der Summe aber bereits früh zusammenkam, war klar dass 7000 Spiele produziert werden konnten. Die Spiele wurden nun in Schachteln gefüllt und wir freuen uns dass 50 FIVE! Spiele nun auch über die Sczech-Stiftung verteilt werden können oder beispielsweise über Welcome Dinner Mainz.

(Anita, so klein ist die Welt. Ich habe heute Ebi getroffen, er wird ein Spiel nach Bodenheim in die Flüchtlingsgruppe mitnehmen.)  


Dass die Situation in den Erstaufnahmelagern zur Zeit entspannter ist als Ende letzten Jahres macht ein gezielteres Verteilen der Spiele leichter. Es steht jetzt oft mehr Zeit und Raum zur Verfügung um FIVE! vorzustellen und mit Flüchtlingen zu spielen.

Zur Erinnerung

Give me FIVE!“ Ist ein ambitioniertes Projekt des Steffen Spiele Verlags in Kooperation mit dem BDP Rheinland Pfalz. Eine Spielsammlung wurde entwickelt, die speziell auf die Situation der Menschen in Flüchtlingsunterkünften zugeschnitten ist. FIVE! soll in einer hohen Auflage produziert und bundesweit kostenlos in Unterkünften, Begegnungszentren und anderen Einrichtungen verteilt werden.Give_me_five_2

In den letzten Monaten sind Tausende von Menschen aus ihren Heimatländern geflohen und haben in Deutschland Schutz gesucht. Natürlich steht die Sicherung der Grundbedürfnisse an erster Stelle, aber Menschen in Notsituationen brauchen nicht nur eine Basisversorgung.
Soziale und kulturelle Aktivitäten gehören ebenso zum Menschsein wie Nahrung und ein Dach über dem Kopf.
Die Reaktion auf Spielespenden und Spielaktionen, die wir in Flüchtlingsunterkünften durchgeführt haben, hat uns gezeigt, wie groß das Bedürfnis nach Momenten der Abwechslung und Freude ist. Eines der akuten Probleme in den Unterkünften ist der Leerlauf. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Menschen dort mit Warten. Kaum etwas aber kann Wartezeiten besser verkürzen als ein Spiel!

Das gemeinsame Spiel ist eine der ältesten kulturellen Handlungen der Menschheit. Gerade im Mittelmeerraum gehören Brettspiele wie Backgammon und Domino bis heute zum täglichen Zeitvertreib.
Spiele bringen Menschen der unterschiedlichsten Kulturkreise und Nationen an einen Tisch und können uns erkennen lassen, dass wir einander oft gar nicht so fremd sind, wie wir denken.

Mit Spielen kennen wir uns aus. Wir möchten unsere Erfahrung als Verlag einbringen und eine ambitionierte Idee umsetzen.
In einer handlichen Spieleschachtel haben wir eine Sammlung aus fünf verschiedenen Spielen vereint. Mit einem Satz aus zweifarbigen Spielsteinen lassen sich sowohl Kinder- als auch Erwachsenenspiele spielen. Der Schachtel soll ein Regelbuch mit Übersetzungen in die wichtigsten Sprachen beiliegen, die in den Unterkünften gesprochen werden.

mehr Infos: Give me FIVE

Syrisches Elend: Ursachen

Klimawandel, Dürre, Bush, IS, Assad, Bürgerkrieg

Den Irakkrieg von Georg W. Bush, IS und Assad, diese Ursachen des Elends sind mittlerweile weitläufig bekannt. Wie die Erderwärmung politische Konflikte befeuert, erklärt Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Interview mit der Frankfurter Rundschau.

Syrien wurde in den Jahren 2007 bis 2010 von der schlimmsten Dürre in der mehr als 100-jährigen Geschichte der dortigen Wetteraufzeichnungen heimgesucht. Die Folgen: Ernteausfälle, verendetes Vieh, Armut. Wohlhabende Staaten kämen mit einer Dürre zurecht, so der Experte.

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Veränderungen der Niederschläge im Mittelmeerraum. „Climate scientists have been warning for over a decade that global warming is going to produce environmental stresses and severe weather patterns that will have devastating impacts on countries that are none too stable to begin with.“

Professor Rahmstorf, der Bürgerkrieg in Syrien eskaliert und erzeugt immer mehr Flüchtlinge. Der Konflikt begann jedoch schon vor vier Jahren, nach einer schweren Dürreperiode im Land. Haben Dürre und Gewalt etwas miteinander zu tun?
Der Ausbruch von Unruhen und Gewalt hat natürlich immer eine ganze Reihe von Ursachen, darunter vor allem politische und gesellschaftliche Voraussetzungen. Eine wohlhabende, stabile Demokratie wie die USA kommt auch mit einer Dürre zurecht. Leider gibt es auf der Erde aber auch viele verletzliche und schwache Staaten, wo Naturkatastrophen oder Ernteausfälle durchaus ein Auslöser für Instabilität sein können – insbesondere wenn die Regierung bei der Bewältigung der Situation versagt oder überfordert ist. Ein 2013 in der Fachzeitschrift Science publizierter Überblick über 60 einzelne Studien zeigte, dass Abweichungen von normalen Niederschlägen und erhöhte Temperaturen systematisch die Gefahr von Konflikten erhöhen.

Gibt es konkrete Hinweise zu Syrien?
Eine weitere Studie hat belegt, dass zahlreiche gewaltsame Proteste in Nordafrika und dem mittleren Osten in den Jahren 2008 und 2011 gerade mit den beiden großen Spitzen der Nahrungsmittelpreise auf dem Weltmarkt zusammenfallen. Auch die Weltbank findet in einem Report aus dem letzten Jahr einen Zusammenhang des „arabischen Frühlings“ mit den durch Missernten bedingt hohen Nahrungsmittelpreisen plausibel, wenn auch kaum beweisbar. Was die Lage in Syrien angeht: Fakt ist, dass das Land in den Jahren 2007 bis 2010 von der schlimmsten Dürre in der mehr als 100-jährigen Geschichte der dortigen Wetteraufzeichnungen heimgesucht wurde. Ernten blieben aus, sehr viel Vieh verendete.

Was genau geschah in Syrien als Folge davon?
Rund anderthalb Millionen Menschen flohen aus Not aus den ländlichen Gebieten Syriens und suchten Zuflucht in der Peripherie großer Städte wie Homs und Aleppo. Dort gab es Arbeitslosigkeit, Überfüllung, unzureichende Infrastruktur und Kriminalität, und daher eine massive Unzufriedenheit. Dort lag dann auch die Keimzelle der syrischen Revolte – die aber, das muss noch mal betont werden, natürlich eine ganze Reihe von Gründen hatte.

Welche Schuld trägt das Assad-Regime an der Eskalation?
Die Eskalation war im Wesentlichen sicher eine politische. Aber schon im Vorfeld der Dürre gab es Fehler. Eine dieses Jahr in den renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences der USA erschienene Studie sieht einen wichtigen Grund für den massiven Einbruch der Landwirtschaft in einer verfehlten, nicht nachhaltigen Agrarpolitik: wie Satellitendaten zeigen wurden die Grundwasservorräte übernutzt, was Syrien dann sehr anfällig in der Dürre machte. Der Fluss Chabur, ein Zufluss des Euphrat, trocknete aus. Später versagte das Regime dann dabei, den von der Dürre betroffenen Menschen zu helfen.

Die globale Erwärmung führt nach Voraussagen des UN-Klimarats IPCC verstärkt zu Dürren und Missernten. Könnten dadurch weitere „Syriens“ entstehen?
Die schon genannte Studie zeigt, dass bereits die schwere syrische Dürre wahrscheinlich eine Folge der globalen Erwärmung war. Da die Dürren weiter zunehmen werden und es in absehbarer Zeit auch weiterhin fragile Staaten geben wird, dürfte durch die globale Erwärmung die Zahl der Flüchtlinge in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen. Der Klimawandel ist hier ein zusätzlicher Faktor, aber natürlich haben Flüchtlingsströme immer mehrere Auslöser.

Verena Sczech im Kuratorium

VerenaSczech
Verena Sczech

Das Kuratorium der Sczech-Stiftung tagte am 20.9.2015 in Mainz. Verena Sczech wurde neu in das Kuratorium der Sczech-Stiftung als Nachfolgerin für ihren leider so früh verstorbenen Vater Martin Sczech aufgenommen.

Schwerpunkte der Sitzung waren die Haushaltsentwicklung in 2015 und Planung der Stiftungsaktivitäten. Es wurde beschlossen, wie schon in den vergangenen Jahren eine Kunstausstellung mit psychisch Kranken des Fountain House / Cape Mental Health in Südafrika zu unterstützen.  Ein Schwerpunkt der Cape Mental Health Organisation wird in der sehr armen „Western Cape“ Region Eden Karoo sein, wo bei einer sehr jungen Bevölkerung von fast 600 Tausend Menschen,  85% keine Krankenversicherung haben.

Weiterhin wurde beschlossen zu prüfen, wie noch in diesem Jahr kulturelle, künstlerische oder soziale Projekte mit Flüchtlingen gefördert werden können.

 

Auf zum Theater im Hunsrück

Freilichttheater Pützbacher Kopf 19. Juli 2015

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Anreise zum Pützbacher Kopf zwischen Gemünden und Dickenschied

Beginn 15:00 Uhr  [Einlass ab 14:30 Uhr]

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Was für ein tolles Angebot! Mitten im Sommer, auf einer der schönsten Freilichtbühnen zwischen Köln und Trier.

1. Theater AG der Soonwaldschule Gemünden

„Dornröschen“

2. Theatergruppe Mörschbach

„Schäbig contra Schäbig“   

3. TiF (Flecketeens)

„Kreisliga C – Dämlich“

 4. Junge Heimat

„Wir sind die Welt“

Interkulturelles Theater von jungen Flüchtlingen und jungen Hunsrücker Schauspielern 

—-Pause—           

Pause—weiter geht’s—-

5. -studio 61- Rheinböllen

„Der hohe Besuch“      

6. Theatergruppe Mörschbach

„Tatort“

7. Theatergruppe Wiebelsheim

„Mo wiere Gebordsdach“      

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Berichte vom Juni 2015:

Junge Heimat Hunsrück wird Hunsbunt

Es wird HUNSBUNT im Hunsrück. Die Theatergruppe JUNGE HEIMAT improvisierte und probte im Mai 2015 auf Burg Waldeck das Theaterstück „Wir sind die Welt!“ im interkulturellen Theater von jungen Flüchtlingen und jungen hunsrücker Schauspielern.
Leitung: Hotte Schneider
Titelfoto: Jenny Schulmerich
Das Stück wird am 19. Juli 2015 zum erstenmal aufgeführt.

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Am Sonntag 14. Juni ab 14 Uhr findet in und um die Jahnhalle in Büchenbeuren das HunsBunt Festival statt.  20 Events auf 3 Bühnen versprechen ein tolles Fest zu werden. Das Ganze steht unter dem Motto: „Künstler setzen Zeichen – für Vielfalt und Völkerverständigung“

Mehr Infos zu den Künstlern und noch vieles mehr gibt es auf der Homepage: http://hunsbunt.jimdo.com/

Plakate und Flyer:

Flyer Hunsbunt 

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Café-intern@tional in Büchenbeuren/Hunsrück

Seit über einem halben Jahr gibt es in Büchenbeuren eine Anlaufstelle für Flüchtlinge: das Café International. Im Dorf leben ca. 150 Flüchtlinge, viele unter 27 Jahren alt. Insgesamt leben in dieser Hunsrücker Region ca. 400 Flüchtlinge.

CafeInternational_BuechenbeurenBernd Mauerhof vom Hunsrücker Treff-Mobil:
„Wir engagieren uns in der Arbeit des Cafés und hier vor allem in der Arbeit mit den Jugendlichen. Erklärtes Ziel für die Nachhaltigkeitssicherung ist das Entstehen von Freundschaften und das gegenseitige sich Weiterhelfen in Sprache, Schule oder Wohnungssuche. Ermöglicht werden sollen auch Patenschaften.
Allen, die im Café tätig sind, ist an einer möglichst raschen Integration der Flüchtlinge gelegen; wir unterstützen sie durch notwendige Beratung in der Ankunftsphase, aber auch bei der Wohnraumsuche und auch bei Überwindung ihrer vielen freien Zeit. Wichtig ist der Erwerb der deutschen Sprache.“

„Junge Heimat“

Die Sczech-Stiftung unterstützt die Umsetzung der Idee eines Theaterprojektes. Jugendliche Flüchtlinge, junge hier lebende Migranten und junge Einheimische entwickeln gemeinsam ein Theaterstück. Ein profilierter Regisseur für das Projekt ist bereits gefunden: Horst „Hotte“ Schneider aus Simmern.
Der Start soll im März sein. Das Projekt soll an 3 Wochenenden (jeweils freitags bis sonntags) stattfinden.

 

Ziele des Projektes:

  • Verbesserung der Kommunikation zwischen jungen Flüchtlingen (Somalia, Eritrea, Syrien u.a.), jungen musisch ambitionierten Mitgliedern in hiesigen dörflichen Theatergruppen und jungen Migranten.
  • In 3 Wochenend-Workshops á jeweils 15 TeilnehmerInnen werden Personen aus den genannten Gruppen zusammengeführt, Fähigkeiten ausgelotet und das Kennenlernen gefördert.
  • Bei entsprechenden Übungen gegenseitiges Kennenlernen, Theatertechniken lernen und musische Spezialitäten der verschiedenen Kulturen miteinander verbinden.
  • Ideensammlung für kleine Aufführungen.
  • Im working process werden Bausteine für Aufführungen mit den TeilneherInnen erarbeitet
CafeInternational_BuechenbeurenFacebook
Cafe Intern@tional auf Facebook

 

Innovativ ist, dass erstmals junge Einheimische mit jungen Flüchtlingen und jungen Migranten zusammengebracht werden. Innovativ auch die Kombination aus Bewegung, Action, Musik und vielleicht auch Sprache.

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Café International Büchenbeuren syrisch-kulinarischer Abend am 19.1.2015

 

Flüchtlinge in dem Hunsrückdorf Buch willkommen

Die Tagesschau berichtet am 6. November 2014 über die Unterbringeung von Flüchtlingen. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres beantragten in Deutschland mehr als 130.000 Menschen Asyl. Viele Kommunen sind überfordert und bringen Flüchtlinge in Zelten und Container unter. Vorbildlich wie die Dorfgemeinschaft im Hunsrück die geschundenen Menschen aufnimmt.

Friedensreferent in Jordanien

Wir haben die Reise von Clemens Ronnefeldt nach Jordanien unterstützt.  Hierzu haben wir nun diese Pressemeldung erhalten:

Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes fordert
Bundesregierung zu mehr Engagement in Jordanien auf

Freising/Amman. Der langjährige Friedensreferent des deutschen
Zweiges des Internationalen Versöhnungsbundes, Clemens Ronnefeldt, kehrte Anfang November nach einer zweiwöchigen Jordanienreise und Begegnungen mit Flüchtlingen, Vertreterinnen und Vertretern von Hilfsorganisationen, des Parlamentes, des muslimisch-christlichen Dialoges, von Schulen und Universitäten, Medien und der Menschenrechtsarbeit nach Deutschland zurück.

„Rund die Hälfte der rund sieben Millionen Menschen in Jordanien sind palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen, dazu kamen seit dem Irak-Krieg 2003 mehr als eine halbe Million sowie seit 2011 aus Syrien mehr als eine Million Flüchtlinge. Viele Gesprächspartner betonten einerseits die relative Stabilität des Landes in einer regionalen Umgebung größter Gewalt – und verwiesen gleichzeitig darauf, dass Jordanien einem Pulverfass gleicht“, so Clemens Ronnefeldt.

Nur etwa ein Fünftel der syrischen Flüchtlinge lebe in zwei riesigen
Flüchtlingslagern, alle anderen seien in Mietwohnungen oder bei
Verwandten untergekommen, was die Mietpreise auch für Arme in
Jordanien selbst enorm habe ansteigen lassen, ebenso den Druck auf dem informellen Arbeitsmarkt. Vielfach könnten Flüchtlinge nach wenigen Monaten die Miete nicht mehr zahlen – und böten dann ihre oft noch minderjährigen Töchter älteren Vermietern zur Hochzeit an. Diese wiederum würden die Notlage der Flüchtlinge ausnutzen und sich nach wenigen Wochen oder Monaten wieder scheiden lassen. „Hier sind internationale Menschenrechtsorganisationen und Verantwortliche in Jordanien gefragt, diese Praktiken anzuprangern und umgehend abzustellen, ebenso den zu beobachtenden Anstieg der Einreise von Männern aus arabischen Ländern, die wegen der geringen Mitgift unter den jungen weiblichen syrischen Flüchtlingen seit 2011 in Jordanien verstärkt auf Brautschau gehen“, so der Friedensreferent des Versöhnungsbundes.

Schon vor der Aufnahme der Flüchtlinge sei Jordanien eines der wasserärmsten Länder der Erde gewesen, inzwischen habe sich die Situation noch einmal dramatisch verschärft. Clemens Ronnefeldt
fordert die Bundesregierung auf, sich vor allem in diesem Bereich stärker als bisher in Jordanien zu engagieren. Er hat mit hoch
motivierten Mitarbeitern der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaft und Rohstoffe (GBR) gesprochen, die in Jordanien an der Verbesserung der Wasserversorgung sowie der Frage der Abwasserklärung arbeiten. „Mein Eindruck ist, dass diese deutschen Entwicklungshelfer noch erheblich mehr bewirken könnten, wenn die häufig auf zwei Jahre begrenzten Projekte eine längere Laufzeit hätten“, so der Nahostexperte des Versöhnungsbundes.

Jordanien sei inzwischen eines der wenigen Länder der Region, in dem Gläubige christlichen Glaubens nicht wegen ihrer Religionszugehörigkeit  verfolgt würden. Sowohl Vertreter/innen des christlich-muslimischen Dialoges als auch der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in Amman betonten, wie wichtig es sei, die Verständigung durch Dialogforen zwischen Muslimen und Christen weiter auszubauen.

„In Irbid habe ich eine Blindenschule besucht, in Asalt eine
Gehörlosenschule, in Amman die Schneller-Schule, wo junge Menschen aus sozial schwachen Familien, ebenso Waisen oder Halbwaisen, eine Ausbildung in der Schreinerei, Schlosserei oder Autowerkstatt erhalten – und damit Zukunftsperspektive. Diese Hoffnungs- und Friedenszeichen, in denen ich auch junge deutsche Freiwillige traf, brauchen Unterstützung von Kirchen und aus der Zivilgesellschaft auch aus Deutschland, um vor allem jungen Männern eine Alternative zum Söldnerdienst des ‚Islamischen Staates‘ zu bieten“, so Clemens Ronnefeldt.

Jordanien habe Chancen, nicht in den Gewaltstrudel der Region
hineingezogen zu werden, weil vor allem westliche Staaten Jordanien wegen dessen langer gemeinsamer Grenze mit Israel als
Sicherheits-Pufferzone betrachteten. „Mit jedem Tage allerdings, der ungenutzt verstreicht, ohne die enormen sozialen Lasten des Landes zu lindern, wird die Gefahr wachsen, dass auch in Jordanien Extremisten, die es bereits im Land gibt, sich breit machen“, warnt der Versöhnungsbundreferent.

Für das Programm der Reise zeichnete der evangelische Pfarrer
Siegfried Pick vom Pfarramt für Ausländerarbeit in Bad Kreuznach
gemeinsam mit Said Arnaout vom Haus des Friedens (Dar Assalam) in Wardaniyeh/Libanon verantwortlich.

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Clemens Ronnefeldt, Diplom-Theologe mit Zusatzausbildung in Friedensarbeit, bereist seit 1990 Irak, Iran, Syrien, Libanon, Israel, Palästina und Ägypten und berichtet über seine Kontakte in diesen Ländern in Deutschland an Universitäten und Schulen, in Kirchengemeinden und Friedensinitiativen.

Dem 1914 gegründeten Internationalen Versöhnungsbund gehören rund  100 000 Mitglieder in mehr als 40 Staaten der Erde an. Der Verband, aus dem mehrere Friedensnobelpreisträger/innen (u.a. Dr. Martin Luther King jr.) hervorgingen, hat Beraterstatus bei den Vereinten Nationen in New York.

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Rana Husseini, Redakteurin der Jordan Times (www.jordantimes.com) und Menschenrechtsaktivistin, mit Clemens Ronnefeldt bei der Vorstellung ihres Buches „Mörder im Namen der Ehre. Wenn ein Leben weniger wert ist als Ehre“, Amman, 26.10.2014

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Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
A.-v.-Humboldt-Weg 8a
85354 Freising

C.Ronnefeldt@t-online.de
www.versoehnungsbund.de

Spendenkonto für die Arbeit des
Versöhnungsbund-Friedensreferates:

Kontoinhaber: Versöhnungsbund e.V.
Konto 400 90 672
Sparkasse Minden-Lübbecke
BLZ 490 501 01
Stichwort: Friedensreferat/C. Ronnefeldt

Refugees Solidarity Mainz

Refugees Solidarity Mainz ist eine Kampagne, die die Flüchtlingssolidarität in Mainz sichtbarer machen soll. Geflohene Menschen, Interessierte und Aktivisten werden zusammengebracht und das Thema „Flucht und Migration“ in die Öffentlichkeit getragen.

Auf dieser Website wird in naher Zukunft ein Register aller schon existierenden Initiativen zu finden sein. Es werden Veranstaltungen organisiert, Videos erstellt und insgesamt eine Plattform erschaffen, auf der zum Thema gearbeitet wird. Online wie offline.

Zur Finanzierung der Kampagne existiert bereits ein Crowdfunding:
https://www.betterplace.org/de/projects/20644-refugees-solidarity-mainz
Dort finden sich weitere Informationen.

 

KONTAKT: David Häußer, form[at]fifaform.de

FACEBOOK: www.facebook.com/refugees.solidarity.mainz