Klimaschutz im Hunsrück

Schon wieder ein Abend um auf den Hunsrück stolz zu sein. Im Prowinzkino in Simmern gab es die Kino-Uraufführung des Films „Pioniere der Energiewende – Die Klimaschützer aus dem Hunsrück“.
Bertram Fleck hatte es geschafft den Präsidenten der Energy Watch Group nach Simmern zu bringen. Überall in der Welt berichtet Fell über die Energierevolution im Hunsrück, jetzt hat er sie persönlich von einer völlig neuen Seite kennengelernt: die Energie, die in den Menschen steckt.
Wer denkt, es dreht sich dabei nur um Windräder, der sollte sich mal fünf Minuten mit dem begeisternden Klimaschutzmanager Frank-Michael Uhle unterhalten – oder zumindest den Film anschauen.

Hans-Josef Fell ist Initiator der Energy Watch Group, deren Präsident er seit März 2014 ist. Er wird neben Michaele Hustedt (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Hermann Scheer und Dietmar Schütz (beide SPD) zu den Müttern und Vätern des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gezählt, das für 47 Staaten der Welt zum Vorbild wurde.

Der Reisebericht von Hans-Josef Fell.

Fast auch wie ein Jahrgangstreffen der Realschule Kastellaun. Werner Vogt (Höhenwind), Werner Berg (finanziert auch was andere Banker nicht machen, Raiffeisenbank Kastellaun eG), Wolfgang Stemann (Prowinzkino, mit Ursula Stemann und Klaus Endres, beide nicht im Bild), Reinhard Sczech (Urstrom eG, e-Carsharing in Bürgerhand)
Wer hätte das gedacht, nachdem wegen der Abrüstung 10.000 US Soldaten in den 90er Jahren aus dem Hunsrück abgezogen wurden: German District Rhein-Hunsrück: Energy Transition – A Success Story.
Diese Follie konnte Fell nicht zeigen, da der Beamer ausfiel.

22. August in Mainz: Laufen für die Nachhaltigkeitsziele der Weltgemeinschaft

Am 22. 8.2019 laufen wir im Mainzer Firmenlauf mit der Synthro eG und der Urstrom eG für die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen!

Was sind die 17Ziele?

Die Agenda 2030 schafft die Grundlage dafür, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde zu gestalten. Das Kernstück der Agenda bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Die 17 SDGs berücksichtigen erstmals alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt, Wirtschaft – gleichermaßen. Die Agenda 2030 gilt für alle Staaten dieser Welt. Entwicklungsländer, Schwellenländer und Industriestaaten: Alle müssen ihren Beitrag leisten.

In Kooperation mit ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH // Außenstelle Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland können wir mitlaufen. Anmelden könnt ihr euch noch bis zum 31. Juli 2019 über aussenstelle.mainz@engagement-global.de

Von diese Stelle folgen dann auch alle weiteren Informationen zum Treffpunkt und Startzeit. Weitere Infos zu Engagement Global findet ihr hier: engagement-global.de

Damit sich die Läufer*innen anschließend vernetzen können, veranstalten Engagement Global und Synthro eG gemeinsam ein Meetup am Montag den 26.8.2019 um 18 Uhr im Coworking-M1

Meldet euch gerne an unter: info@synthro.coop

Je mehr Menschen mitmachen – umso besser. Übrigens, ihr könnt auch Walken, das steht sogar in der Ausschreibung.

Infos

Wir freuen uns, wenn ihr mitmacht. Mehr Infos:

synthro.coop/Laufen-für-die-SDGs

Titelfoto: Kathi Krechting

Video: Höhenwind feiert 25-jähriges Jubiläum im Hunsrück

1994 war die Geburtsstunde der Hunsrücker Bürgerwindgesellschaft Höhenwind. Heute beteiligen sich 330 Menschen, die 16 Windräder betreiben.
25 Jahre! Der folgende Film zeigt Ausschnitte aus der Jubiläumsfeier in Beltheim. Mit vielen Gratulanten wird Geburtstag gefeiert und das neueste Windrad, die „Elisabethmühle“ eingeweiht. Die Einweihung ist genau an dem Platz, wo vor einem Vierteljahrhundert das erste *Windrad im Hunsrück gebaut wurde.

Fortsetzung folgt.

Leider konnte ich nicht die komplette Feier filmen, da sowohl bei meinem Handy wie beim Fotoapparat die Batterien nicht bis zum Schluss durchhielten. Aber es ist noch einiges Material auf meinem Computer.

Die Bockwindmühle, auch „Ständermühle“, „Kastenmühle“ oder „Deutsche Windmühle“ genannt. Das gesamte hölzerne Mühlengebäude ist drehbar auf einem Bock gelagert. Älteste Beispiele datieren von Beginn des 12.Jahrhundert in Belgien und Nordfrankreich, älteste Erwähnung in Deutschland 1222 in Köln.

*Windrad der Neuzeit, danke Herr Fleck für die Anregung. Windmühlen, aus dem Mittlere Osten übernommen, kamen ab dem **12. Jahrhundert in Mitteleuropa in Gebrauch. Während Wassermühlen seit dem 4.Jahrhundert allgemein in der Welt verbreitet waren. Schon im Mittelalter kamen in den rheinischen Ebenen die Windmühlen auf. Die älteste europäische Windmühle wurde im Jahre 1222 in Köln auf der Burgmauer errichtet. Seit 1392 stand auch eine städtische Windmühle auf dem Neumarkt in Köln lieber Werner Vogt, also genau in deiner Wahlheimat-Stadt.
** Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e. V.

Wer immer noch meint „das mit dem Klimawandel ist doch übertrieben“, der möge sich den Bericht im HEUTE JOURNAL anschauen, der gerade bei mir über den Fernseher läuft.

Un dann war da noch der Mainzer Stadtwald:

#FridayForFuture in Mainz und überall

Schüler*innen, Azubis, Studierende und junge Menschen aus Mainz gingen am 18. Januar 2019, ein Freitag, auf die Straße um gegen die Klimapolitik zu streiken. Nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin und Aktivistin Greta wollen sie auch hier in Deutschland eine starke SchülerInnenbewegung für den konsequenten Klimaschutz und somit direkt im Interesse unser aller Zukunft aufbauen.

Bericht im SWR Mainz.

Nick Reimer schreibt dazu in klimafakten.de  unter der Überschrift

„Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Seit einigen Monaten gehen weltweit Jugendliche freitags nicht in die Schule, sondern auf die Straße und fordern mehr Klimaschutz – so auch heute in Berlin und anderen deutschen Städten. Formiert sich da eine neue Bewegung? Und warum sorgt die Aktionsform „Klimastreik“ für Aufsehen?

Vorneweg fährt in Mainz das UrStromMobil: e-CarSharing in Bürgerhand

Sie wollen es am heutigen Freitag wieder tun: Etliche Schülerinnen und Schüler werden um 12 Uhr mittags nicht die Schulbank drücken, sondern vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mehr Klimaschutz fordern und dann demonstrierend zum Bundeskanzleramt ziehen. #FridayForFuture lautet das Motto, und den Kern ihrer Aktion bringen sie in wenigen Worten auf den Punkt: „Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Es ist nicht der erste Schülerprotesttag gegen die Klimaerhitzung, vor einer Woche sollen es rund 25.000 junge Menschen gewesen sein, die landesweit die Schulen bestreikten. In Niedersachsen und Bremen zählte die Polizei 3.500 Streikende, auch in Freiburg waren es nach Polizeiangaben 3.500. Würzburg, Augsburg, Hamburg meldeten je 1.000 Protestierende, in München zogen 750 Schüler zum Geschwister-Scholl-Platz, in Berlin 500 vor das Reichstagsgebäude, in Jena 130 zum Holzmarkt. Mehr als 50 deutsche Städte meldeten Schülerstreiks.

Diesmal haben die Protestler Busse nach Berlin gechartert, aus Köln zum Beispiel, aus Offenbach, dem Saarland, aus Marburg. „Wir kommunizieren über eine Art Schneeballsystem, meist über WhatsApp“, erklärt die Geographiestudentin Luisa Neubauer, 22, die die heutige Demonstration vor dem Bundeswirtschaftsministerium angemeldet hat. Drinnen wird währenddessen die Kommission zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung tagen. „Wir erinnern die Mitglieder an ihre Verantwortung für unser aller Zukunft“, sagt Tariel Leiss, 18, von der Freiburger Waldorfschule St. Georgen. Oder um es mit einem Demo-Slogan auszudrücken: „Wir streiken, bis ihr handelt!“

Die Klimastreiks starteten mit der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg

Weniger Asphalt mehr Wald

Begonnen haben die Klimastreiks vor knapp einem halben Jahr, am 20. August 2018. Es war der erste Schultag des neuen Schuljahres in Schweden, und Greta Thunberg, 15, ging nicht zur Schule. Sie malte auf ein Schild „Skolstrejk för klimatet“ und stellte sich vor den schwedischen Reichstag: „Schulstreik für das Klima“. Dort blieb sie bis zum 9. September, dem Tag der schwedischen Parlamentswahlen.

Es war der heißeste Sommer, den Schweden seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen erlebte. Greta blieb nicht lang allein. Aber weil Schule ja doch irgendwie wichtig ist, ging Thunberg nach den Wahlen wieder zur Schule – verabredete sich mit den anderen Klimademonstranten für die kommenden Freitage. „Fridays for Future“ war geboren.

Der Schwedische Protest sprach sich – unter anderem – per Instagram, Twitter und Co. schnell herum: Im November traten in Australien Schülerinnen und Schüler in den Ausstand. Matt Canavan, Australiens Minister für Ressourcen, riet den Jugendlichen, lieber in die Schule zu gehen als herauszufinden, wie man von der Sozialhilfe leben kann: „Man lernt nichts vom Demonstrieren!“ Er erntete einen Shitstorm. Am folgenden Freitag streikten doppelt so viele Schüler. Weltweit breitete sich die Aktionsform aus – nach Irland, Uganda, die Schweiz, Ende November Dezember dann auch nach Deutschland. Und als Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel in Katowice zu den Delegierten sprach, berichteten Medien rund um den Globus. „Euch gehen die Entschuldigungen aus, und uns die Zeit.“

„In Deutschland ist der Klimastreik vor allem ein Protest gegen die Kohle“

Inzwischen hat die Liste der Regionalgruppen auf der deutschen Kampagnenwebsite mehr als hundert Einträge. Wächst da eine neue Bewegung heran? „An sich ist das Format des Bildungsstreiks nicht neu“, sagt Jana Bosse vom Arbeitskreis Umwelt und Protest des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin. Die Forscherin erinnert etwa an das Jahr 2009, als im Juni und November Schüler und Studenten zu Hunderttausenden auf die Straße gingen und Reformen am Bildungssystem forderten. Größeres Aufsehen erregten auch Schülerstreiks gegen den Irakkrieg 2003.

Wie es in Deutschland mit dem Klimastreik weitergeht, hängt nach Bosses Einschätzung stark vom Ergebnis der Kohlekommission ab: „Gelingt es ihr, einen die Gesellschaft befriedenden Kompromiss zu finden, verliert der Protest vermutlich an Kraft.“ Weltweit kann sie sich durch die internationale Vernetzung einiges an Dynamik vorstellen – aber, so Bosse, „in Deutschland ist der Klimaprotest der Schüler in erster Linie ein Protest gegen die Kohle.“

Ihren Kollegen Dieter Rucht wundert es nicht, dass der Schülerstreik größeres Aufsehen erregt als andere Klima-Kampagnen – der Schlüssel sei das Alter der Protestierenden. „Ich glaube, wenn Greta Thunberg 30 Jahre alt wäre, wäre sie unbekannt“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Ein sehr junger Mensch, dem man die Politikfähigkeit noch abspricht, äußert sich politisch, das findet Anklang.“ Andere Jugendliche klinkten sich ein, aber bald auch Medien und Öffentlichkeit.

Der Streik verletzt die Schulpflicht – und sorgt auch deshalb für Aufsehen

Eine Rolle dürfte auch spielen, dass Schulstreiken eine Regelverletzung darstellt – Demonstrationen am Nachmittag oder an Wochenende würden sicherlich weniger interessieren. Freitags um zwölf vor dem Wirtschaftsministerium zu stehen ist ein Verstoß gegen die Schulpflicht, bereits der Aufruf zum unentschuldigten Fernbleiben vom Unterricht gilt als Ordnungswidrigkeit. Der Jugendverband des Umweltverbandes BUND empfiehlt daher: „Bitte lasst Euch zur Teilnahme an der Demonstration vom Unterricht befreien.“

Aber das ist nicht so einfach. „Grundsätzlich kann eine kurzfristige Beurlaubung auf der Grundlage der Verwaltungsvorschriften-Schulbetrieb aus wichtigem persönlichem Grund auch anlässlich einer Demonstration in Betracht kommen“, erläutert ein Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums etwas gestelzt. „Andererseits darf das ebenfalls hohe Gut der Teilnahmepflicht am Unterricht nicht zur Disposition demonstrationsfreudiger Schüler gestellt werden.“

Auf die Schülerinnen und Schüler, die sich heute mittag vor dem Wirtschaftsministerium versammeln, könnte daher eine Strafarbeit zukommen oder ein Verweis. „Wer den Unterricht schwänzt oder unentschuldigt fernbleibt, verstößt gegen die Schulpflicht. Punkt“, fasst Thomas Sattelberger, der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, die Rechtslage zusammen. Aber eine gewisse Sympathie für die klimastreikenden Schüler kann auch er nicht verhehlen. „Ich habe übrigens früher selbst am Gymnasium in Stuttgart für Demos die Schule geschwänzt und musste dafür nachsitzen“, erinnert sich Sattelberger. „Das schärft auch die Urteilsfähigkeit, wenn es um das Abwägen eigenen Handelns und der Konsequenzen geht. Es hat mir, wie es so schön heißt, nicht geschadet.“

Quelle: klimafakten.de

Rede des Schülers Maurice Conrad am Mainzer Schillerplatz:

Wir sind dann mal weg …

Einer dieser wunderschönen und denkwürdigen Abende im Hunsrück. In der Ohlweiler Mühle des Tagungshaus Hunsrück eV. feiern Petra und Hans Preuß ihren Abschied. Es geht für drei Jahre nach Benin in Afrika.

Die sehr emotionale und persönliche Verabschiedung ihrer Eltern durch die drei Töchter war zweifellos der Höhepunkt des Abends.

Zurück bleiben viele Weggefährten, Freunde und Familie. Hans Preuß war einer der Mitbegründer des Tagungshaus Hunsrück e.V. und kam auch wenn er ansonsten sehr oft als Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe oder Vorstand der GIZ weltweit unterwegs war, immer wieder in den Hunsrück zurück.

Nach der Hitzewelle waren einige der vielen auch von weither angereisten Besucher überrascht, ein Satz der Einladung bewahrheitete sich völlig: „Da ihr alle sturmerprobt seid, wird euch das späte Datum (der 25. August ist im Hunsrück der meteorologische Winterbeginn) nicht schrecken!“

Nachschub aus dem Keller.
So voll war es hier wohl selten und unten am Bach standen die Zelte.
Anfang der 80er Jahre. Zivildienstleistender „Hansi“ Preuß in Simmern bei einer Aktion der sich gerade formierenden Hunsrücker Friedensbewegung.
Flugblattverteilung in Simmern.
Vor 30 Jahren, Anfänge des Tagungshaus Hunsrück eV: Waffeln, Kuchen und Hunsrücker Kartoffelpuffer.

Pressemeldung der GIZ vom 13.04.2018

Preuß wechselt zur Friedrich-Ebert-Stiftung

Prozess der Nachfolge ist angestoßen
Bonn/Eschborn. Vorstandsmitglied Hans-Joachim Preuß wird ab dem 1. Juli 2018 Länderrepräsentant der Friedrich-Ebert-Stiftung in Cotonou, Benin. In seiner Sitzung am 13. April hatte der Aufsichtsrat der vorzeitigen Aufhebung seines bis Mitte 2019 laufenden Vertrages zugestimmt. „Wir sehen den Wechsel des Kollegen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Tanja Gönner, Vorstandssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. „Einerseits freuen wir uns mit dem Kollegen über diese spannende Auslandsaufgabe für eine der großen politischen Stiftungen Deutschlands. Zugleich verlieren wir mit ihm einen vertrauten und sehr geschätzten Kollegen und eine wichtige Stütze in der Gestaltung der unternehmerischen Führungs- und Managementaufgaben“.„Den größten Teil meines Berufslebens habe ich in der GIZ gearbeitet und schätze das Unternehmen und all seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr“, so Preuß. „Mit meinem Wechsel nach Afrika zur Friedrich-Ebert-Stiftung bleibe ich den Themen der internationalen Zusammenarbeit verbunden.“Der neue Aufsichtsratsvorsitzende der GIZ, der Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Martin Jäger, würdigte seine Leistung: „Ich danke Hans-Joachim Preuß für seine langjährige engagierte Arbeit und wünsche ihm das Beste für seine künftige Tätigkeit in Benin.“Preuß arbeitete zwischen 1986 und 1996 in verschiedenen Funktionen für die damalige Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH. Nach weiteren beruflichen Stationen unter anderem als Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe kam er zum 1. Juli 2009 als Mitglied der Geschäftsführung zurück ins Unternehmen und ist seit Gründung der GIZ im Januar 2011 Mitglied des Vorstands. Dort erfüllt er unter anderem die Funktion des Arbeitsdirektors. Der Prozess zu seiner Nachfolge ist angestoßen.Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Sie unterstützt die Bundesregierung in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und in der internationalen Bildungsarbeit. Die GIZ trägt dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.

Die Klimatabelle für Cotonou/Benin. Ob das so bleibt? James Hansen denkt, dort ist einer der Brennpunkte in denen sich der Klimawandel viel deutlicher als in USA oder Mitteleuropa bemerkbar macht.

Klimatabelle Cotonou

In "Welt-Sichten": 
 „Ich wollte auf jeden Fall noch einmal ins Ausland“, sagt Preuß, der vor 30 Jahren schon einmal für drei Jahre in dem westafrikanischen Staat gelebt und gearbeitet hat, damals für die GTZ. Nach insgesamt neun Jahren als Geschäftsführer bei der GTZ und Vorstandsmitglied bei der GIZ habe er Lust, wieder stärker an der Basis und vornehmlich inhaltlich zu arbeiten.

Auf seinem neuen Posten in Benin will der promovierte Agrarökonom unter anderem zu der Frage arbeiten, wie in Afrika Beschäftigung gefördert werden kann. Zudem wolle er mit seinem Team vor Ort den Austausch von einheimischen Institutionen wie Gewerkschaften und Universitäten zu arbeitsmarktpolitischen Fragen fördern, sagt Preuß. „Und wenn Zeit bleibt, werde ich auf Spurensuche gehen: Was ist geblieben von den Vorhaben, die wir Ende der 1980er Jahre in Benin angestoßen haben?“

Auf seine Zeit in leitender Position in der staatlichen Entwicklungspolitik zurückblickend sagt Preuß, die Wertschätzung der technischen Zusammenarbeit in der Bundesregierung sei gestiegen. Damit gehe einher, dass innenpolitische Interessen, etwa das Anliegen, Migration und Flucht nach Europa einzudämmen, einen größeren Stellenwert erhalten hätten. Es bleibe eine Herausforderung, mit diesen Erwartungen umzugehen und gleichzeitig die Perspektive von Menschen, Institutionen und Regierungen der Partnerländer in Entwicklungsprogramme einzubringen.

Beruf und Karriere und Karriere

Nach dem Schulabschluss absolvierte Preuß zunächst eine kaufmännische Ausbildung. 1980 nahm er das Studium der Agrarwissenschaften in Gießen auf. Im Anschluss belegte er ein Postgraduiertenstudium am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. 1986 begann Preuß seine berufliche Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit bei der GTZ als Projektassistent in Mauretanien: Bis 1990 war er in verschiedenen Funktionen in Afrika und in der Eschborner Zentrale tätig. In der Zeit von 1991 bis 1994 arbeitete Preuß als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für regionale Entwicklungsforschung der Justus-Liebig-Universität in Gießen, wo er mit einer Fallstudie zur zielgruppenorientierten Agrarforschung in Entwicklungsländern promovierte. Nach seiner Rückkehr in die GTZ 1994 gehörte er bis 1996 der Stabsstelle Unternehmensentwicklung an. 1996 wechselte Preuß zur Welthungerhilfe in Bonn, wo er zunächst als Leiter des Bereichs „Programme und Projekte“ tätig war. Von 2003 bis 2009 war er Generalsekretär der Welthungerhilfe und leitete die Organisation als Geschäftsführer. Ab dem 1. Juli 2009 ist HansJoachim Preuß Geschäftsführer der GIZ, seit 2011 Mitglied des fünfköpfigen Vorstands. In seinen Verantwortungsbereich gehören der Personalbereich sowie die Stabsstellen Informationstechnologie und Revision.

Sein Credo

Um unsere Arbeit mit Herz, Hand und Hirn wirklich gut zu machen, brauchen wir mehr als Engagement und Professionalität. Wir brauchen Leidenschaft und Exzellenz.


Hier ist der neue Wirkungskreis, Friedrich Ebert Stiftung, Benin:

Der neue Wirkungskreis.

Generationenmanifest unterstützen

Unser Wachstumswahn droht die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich zu machen, warnen 45 Persönlichkeiten und legen ein „Generationen-Manifest“ vor, um den kurzsichtigen politischen Debatten hierzulande etwas entgegenzusetzen. Es enthält zehn Forderungen für den Koalitionsvertrag.

Hans Joachim Schellnhuber ist genauso dabei wie Ernst Ulrich von WeizsäckerHannes Jaenicke oder Felix Finkbeiner: 45 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und öffentlichem Leben appellieren an die nächste Bundesregierung, sich den zehn größten Gefahren für die kommenden Generationen zu stellen. Es geht um Herausforderungen wie Krieg, Klimawandel, Armut, Hunger und Ungerechtigkeit.

Die Lage fassen die Initiatoren in einem Satz zusammen: „Unsere Leistungsgesellschaft mit ihrem Produktions- und Wachstumswahn ist dabei, die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich und unbewohnbar zu machen.“ In Deutschland hätten die meisten Parteien aber nicht einmal einen Planungsmaßstab, der die Interessen der nächsten Generation angemessen berücksichtigen könne.

MainzJan2016In einem „Generationen-Manifest“ haben die 45 Aufrufer deshalb zehn Punkte aufgelistet, die die kommende Bundesregierung im Koalitionsvertrag unbedingt berücksichtigen soll. So heißt es zum Klimaschutz: „Wir fordern die Bundesregierung auf, den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2040 zu beenden sowie ein tragfähiges Konzept für CO2-Besteuerung beziehungsweise Emissionshandel vorzulegen.“ Weitere konkrete Forderungen betreffen Bildung, Migration, Digitalisierung, Müll und Unternehmenshaftung.

Das Generationen-Manifest ist die Fortschreibung eines ersten Manifests von 2013, das mehr als 105.000 Menschen unterzeichneten. Nach einer intensiven Diskussion mit Experten aller Altersstufen formulierte eine Gruppe um den Klimaforscher Schellnhuber, die Ökonomin Maja Göpel und andere vor einigen Wochen die Endfassung.

 

Toscana
Die Generationen-Initiative richtet den Blick auf Entscheidungen, die erst unsere Nachkommen betreffen – wie beim Klimaschutz.

 „Nicht länger so tun, als wäre nichts“

Die Initiatoren sehen ihr Manifest als Startschuss für einen langfristigen Dialog mit der Zivilgesellschaft. Generationengerechtigkeit soll wieder in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte rücken. Die abschließende Forderung lautet, „Generationengerechtigkeit in das Grundgesetz aufzunehmen und so sicherzustellen, dass Haftungsforderungen im Namen zukünftiger Generationen eingeklagt werden können“.

Das Generationen-Manifest könne viel bewegen, „wenn wir aufhören so zu tun, als wäre nichts“, sagt Ko-Autorin Maja Göpel. Stattdessen sei jetzt die Zeit, „die Themen auf den Tisch legen und gemeinsam an der Welt arbeiten, die wir uns alle zusammen vorstellen“. Auch Schellnhuber sieht die Krise als Chance: „Wir können vermeiden, dass unsere Nachkommen schlechtere Lebenschancen haben als wir.“

Hier können Sie sich den Forderungen im Generationen-Manifest mit Ihrer Unterschrift anschließen.

Eine Petition auf Change.org fordert, die zehn Punkte in den Koalitionsvertrag aufzunehmen

Quelle: klimaretter.info

Reflecta Film-Festival in Mainz

Die Sczech-Stiftung unterstützt das Reflecta Film-Festival, das vom 11.-13.08.2017 an der wunderbaren Planke Nord in Mainz stattfinden wird. Freut euch auf drei Tage voller großer Fragen mit vielen Facetten, ohne einfache Antworten. Zwischen Schiffscontainern widmen sich das Festival der Zukunft, die wir leben und gestalten möchten – in Form von Filmen, Workshops, Entdeckungstouren, guter Musik und feinem Essen.

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REFLECTA 2017 @Planke Nord Mainz

Festival Programm

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Wiesbaden: visionärer Frühschoppen im 60/40

„Engagiert euch!“ war das Thema No. 16 beim visionären Frühschoppen Wiesbaden im Schlachthof-Lokal „60/40“.  „Die Verletzung der Menschenrechte und die Zerstörung der Umwelt gehen uns alle an. Wie aber kann sich jeder Einzelne ganz konkret für eine bessere Gesellschaft stark machen?“ – diese Frage von Stéphane Hessel aus seinem Buch „Engagiert euch!“, das er 2011 ein Jahr nach seiner Aufsehen erregenden Streitschrift „Empört euch!“ veröffentlicht hatte, bildet die Basis dieses „engagierten“ Frühschoppens. Gäste, die etwas bewegen wollen, das Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchteten und ihre Visionen vorstellten:

  • Birgit Pilz, Vorsitzende Café con leche – Projekte (u.a. Fußball) mit Jugendlichen in der Dominikanischen Republik cafeconleche
  • Anjelina Nafula Namwaya, Gründerin und Vorsitzende, Kenya-ChildVision e.V., kenya-childvision
  • Dr. Gerhard Trabert, “Obdachlosen-Arzt”, Gründer und Vorsitzender Verein “Armut und Gesundheit”, vielfach engagiert auch weltweit bei Auslandseinsätzen in Kriegs- und Krisengebieten, Professor für Sozialwesen an der Hochschule RheinMain. armut-gesundheit
  • Jakob Kirfel, Jugend gegen AIDS e.V. jugend-gegen-aids.de/, Stadtschülersprecher a.D. (2015- Mai 2017)
  • Reinhard Sczech (ich) für das frisch gestartete „Reflecta Network“ reflecta.networkfacebook/Reflecta.Network

Ich fand es sehr spannend, wie schnell sich Anknüpfungspunkte der unterschiedlichen Initiativen finden lassen. Beispielsweise mit Anjelina von Kenya-ChildVision. Haben wir doch gerade von der Sczech-Stiftung das Projekt homeofsmile in Kenia unterstützt. Der Spendenshop von Achim Fuchs ließe sich eventuell auf die Arbeit von Anjelinas  kenya-childvision übertragen.

Das Projekt Café con Leche von Birgit Prinz, unterstützt Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten der Dominikanischen Republik mit gezielten Bildungs- und Sportprojekten. Einige Aspekt der Mittelbeschaffung (Sportkleidung, Fußbälle), ließe sich hervorragend in Aktionskarten des reflecta.network umsetzen. Aber da müssen wir in unserem Netzwerk noch kräftig arbeiten, bis die erste Version online gehen kann.

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Dirk Fellinghauer, Moderator vom „sensor – Fühle deine Stadt.Wiesbaden“, Birgit Pilz, Vorsitzende Café con leche, Anjelina Nafula Namwaya, Gründerin und Vorsitzende, Kenya-ChildVision, Reinhard Sczech, Reflecta.Network

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Uni Marburg würdigt Clemens Ronnefeldt

„Konflikte können diplomatisch gelöst werden, davon ist Clemens Ronnefeldt überzeugt und reist in dieser Mission in Spannungsgebiete. Jetzt ist er mit dem Peter-Becker-Preis der Universität Marburg ausgezeichnet worden. Seine Botschaft: Man muss an den Ursachen ansetzen.“ schrieb die Süddeutsche Zeitung und druckte ein Interview mit dem Preisträger.

Bei diesen Reisen wurde Clemens Ronnefeldt mehrfach finanziell durch die Sczech-Stiftung unterstützt. Deshalb war die Freude groß, als die Nachricht von der Preisverleihung eintraf.

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Clemens Ronnefeldt Uni Marburg 23. Januar 2017 (alle Fotos Uni Marburg)

Rede von Clemens Ronnefeldt anlässlich der Preisverleihung des Peter-Becker-Preises am 20.1.2017 in Marburg

Sehr geehrte Frau Krause, sehr geehrte Frau Buckley-Zistel,

sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrter Herr Kanzler,

lieber Peter Becker, liebe Mitglieder der Jury, liebes Auditorium,

zunächst möchte ich Dir, lieber Ulrich (Duchrow), ganz herzlich für deine Laudatio danken.

Es war zuletzt Mitte November 2016, als ihr beide, Maximiliane und Johannes, mich zu einem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung und am nächsten Tag zu einem Nahost-Forschungsseminar an die Universität Marburg eingeladen habt.

Dass ich heute erneut als Preisträger des Peter-Becker-Preises eingeladen bin, erfüllt mich mit großer Freude.

Ebenfalls freut mich, dass die Präsidentin des Internationalen Versöhnungsbundes IFOR (die Abkürzung für: International Fellowship of Reconciliation), Frau Davorka Lovrekovic, und der Präsident des deutschen Zweiges, Herr Ullrich Hahn und seine Frau Eva sowie der Vorsitzende des deutschen Zweiges, Berthold Keunecke, gekommen sind.

Ich möchte gerne einige Bilder zeigen, von denen ich annehme, dass sie im Zusammenhang meiner heutigen Ehrung stehen.

Vor mehr als 30 Jahren hat mich die Friedensarbeit auf dem Hunsrück am Cruise-Missile-Stationierungsort Hasselbach geprägt.

In den 90ger Jahren konnten wir mit vielen Menschen zusammen das Leid von Kriegsopfern auf dem Balkan lindern, mit Zivildienstleistenden in Flüchtlingslager in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Serbien neue Lebensfreude bringen.

Als wir im November 1990 in Bagdad waren, sagte uns eine Krankenschwester bei der Entgegennahme von Medikamenten: „Euer Besuch ist für mich wie frischer Tau in der Wüste“.

Auf dem Höhepunkt der 2. Intifada im April 2002 reisten wir mit einer IFOR-Delegation nach Israel und Palästina, die von unserer Ehrenpräsidentin Dr. Hildegard Goss-Mayr geleitet wurde. Wir besuchten u.a. Erzbischof Michel Sabbah in Jerusalem, der kurz zuvor in Bethlehem in der Geburtskirche eine Gruppe von eingeschlossenen bewaffneten Palästinensern durch Verhandlungen davor bewahrt hatte, entweder ausgehungert oder beim Verlassen der Kirche erschossen zu werden. Mich beeindruckte damals, dass es offenbar selbst in ausweglos scheinenden Situationen Möglichkeiten der zivilen Konfliktlösung gibt.Marburg-5 12

2005 nahm ich als europäischer Vertreter an einer Delegation des US-Versöhnungsbundes nach Iran teil. Wir trafen u.a. eine Frauenorganisation, deren mehr als 5000 Frauen sich für Umweltschutz und erneuerbare Energien einsetzen.

In Teheran besuchten wir die größte jüdische Gemeinde und sprachen in der Synagoge mit dem jüdischen Parlamentsabgeordneten Dr. Maurice Motamed.

Zwei Mitglieder unserer Delegation waren jüdische US-Staatsbürger, die von Dr. Motamed für ihren Mut gewertschätzt wurden, auf der Suche nach Verständigung und der Abwendung von Militärschlägen gegen Iran die weite Reise aus den USA auf sich genommen zu haben.

Ich bin überzeugt, dass solche zivilgesellschaftlichen Initiativen des Brückenbauens oder auch Städtepartnerschaften den Boden mit dafür bereiten können, dass auf höherer politischer Ebene leichter Konflikte zwischen Staaten gelöst werden können.

In Palästina beeindruckt mich die Arbeit der Versöhnungsbund-Organisation „Holy Land Trust“. Mein Kollege Marwan Fararjeh baut mit betroffenen Familien und Freiwilligen zerstörte palästinensische Häuser wieder auf. 

In unserem IFOR-Zentrum „Wi`am“ – arabisch für „Herzensverbindung“ – wird traditionelle arabische Mediation sowie Gemeinwesenarbeit für Frauen und Jugendliche angeboten.

Dem Internationalen Versöhnungsbund gehören heute rund 100 000 Mitglieder in mehr als 40 Staaten der Erde an. Sechs Friedensnobelpreis-träger_innen sind seit 1914 aus unserem Verband hevorgegangen, darunter Mairéad Corrigan und Dr. Martin Luther King jr.

2012 besuchten wir mit einer IFOR-Delegation den Botschafter des Vatikan in Kairo und informierten uns über die zunehmend gefährlichere Lage der rund zehn Prozent koptischen christlichen Minderheit in Ägypten.image1

Im März 2016 reiste ich mit einer Gruppe der „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung“ unter Leitung von Dr. Gisela Penteker und Mehmet Bayval u.a. nach Ankara, Diyarbakir und Cizre.

In Ankara trafen wir den zu fünf Jahren Haft verurteilten Cumhyriet-Journalisten Erdem Gül, der zusammen mit seinem Kollegen Can Dündar wahrheitsgemäß über türkische Waffenlieferungen an Dschihadisten in Syrien berichtet hat.

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Aufruf: „Unterstützen Sie die Arbeit von Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Versöhnungsbundes“

Starke Nerven brauchten wir, als wir durch Cizre gingen – einer kurdischen Hochburg, die wenige Tage vor unserer Ankunft unter schweren Beschuss der türkischen Armee geraten war.

Seit vielen Jahren sehe ich eine meiner Aufgaben darin, in deutschsprachigen Ländern jenen Personen in Artikeln und bei Veranstaltungen eine Stimme zu geben, die wegen ihres Einsatzes für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte unterdrückt werden.

Aktuell ist es mir ein Herzensanliegen, darauf hinzuweisen, dass im Schatten des Syrien- und Irak-Krieges auch andere Menschen, die Opfer von Gewalt z.B. in kurdischen und palästinensischen Gebieten oder im Jemen werden, unsere öffentliche Wahrnehmung und Solidarität benötigen.

Meine bisher größte Herausforderung war im Jahre 2011 zusammen mit dem Journalisten Andreas Zumach die Moderation einer Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten mit 27 Teilnehmenden aus Israel, Palästina, Türkei, Syrien, Jordanien, Irak, Iran, und Kuweit.

Nachdem alle Teilnehmenden ihre Projekte vorgestellt hatten, bildeten wir länderübergreifende Querschnittsgruppen zu den Themen Wasser und erneuerbare Energie, Friedenserziehung, interreligiöser Dialog und eine massenvernichtungswaffenfreie Zone.

Zunehmend beschäftigt mich auch die Frage, wie die Konflikte und Kriege der von mir bereisten Region im globalen Zusammenhang zu sehen sind.

Vielen Menschen ist bewusst, dass das 2-Grad-Erderwärmungsziel bis zum Jahre 2050 nur eingehalten werden kann, wenn 80 Prozent aller weltweit bekannten Vorräte an Öl, Gas und Kohle in der Erde verbleiben.

Konzepte wie Postwachstums- und Gemeinwohlökonomien, Bioregionalismus und das „Lassen“ jener Handlungen, welche die Lebenschancen anderer Menschen und zukünftiger Generationen mindern, sind überzeugend – aber noch wenig umgesetzt.

Einfach leben, damit andere einfach überleben, Teilen statt Töten, den mit Überfluss gefüllten Tisch länger statt Zäune höher machen – diese Botschaften bei immer enger werdenden Spielräumen umzusetzen, wird eine politische und geistige Herausforderung werden.

Schon jetzt freue ich mich darauf, am 17. Februar 2017 bei der Internationalen Münchner Friedenskonferenz u.a. Prof. Harald Welzer zu diesen Fragen moderieren zu dürfen.

Der heutige Amtsantritt von Donald Trump, der Amerika wieder groß machen möchte, erscheint mir als historische Zäsur.

Wie wird sich das Verhältnis zwischen NATO, USA und Russland weiter entwickeln?

„Mein Gott, wenn mich jetzt mein Opa sehen könnte! Der war vor 75 Jahren auch schon einmal hier“, sagt der Bundeswehr-Soldat auf einer Karikatur an der russischen Grenze.

Bei mir war es mein Vater, der noch an Hitlers Russland-Feldzug teilgenommen hat.

„Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus“ – diese Botschaft könnte nicht aktueller sein.DFGVK

Je mehr Gewalt ich in meinem Leben gesehen habe, desto rationaler und überzeugender wurden für mich die Bergpredigt, Gewaltverzicht und Feindesliebe, wie sie Jesus, Gandhi, Martin Luther King jr. und viele andere Frauen und Männer gelehrt und gelebt haben.

Voraussetzung für dieses Handeln ist für mich die Integration meiner Schattenseiten als Beginn aller Friedensarbeit.

Trotz Klimaausgleichszahlungen belastet mich meine persönliche Ökobilanz.

Ich hoffe, dass die Umweltzerstörungen durch meine Reisen am Ende aufgewogen werden können durch das Konstruktive, was ich bewirkt habe.

Am Ende meiner Rede möchte ich denen danken, die mich auf meinem Weg bisher begleitet und geprägt haben:

Meinen verstorbenen Eltern, meinen beiden Beratern bei der Kriegsdienstverweigerung, Joachim Dietermann und Michael Germer, Dr. Marshall Rosenberg, meinen Professoren Johannes Beutler, Medard Kehl und Friedhelm Hengsbach an Jesuiten-Hochschule in Frankfurt, Dr. Hildegard Goss-Mayr, Dr. Christine Schweitzer und dem verstorbenen Prof. Andreas Buro für die Zusammenarbeit bei der Dossier-Reihe „Zivile Konfliktbearbeitung“, meinen Reiseleitungen und Dolmetschern, unserem langjährigen Vorsitzenden und Präsidenten, Ullrich Hahn, dem Vorstand des Versöhnungsbundes und meinen beiden Kolleginnen in der Geschäftsstelle.

Mein Dank geht auch an den Versöhnungsbund insgesamt, der mir seit 25 Jahren diese Arbeit ermöglicht.

Ganz besonders danke ich Peter Becker für die Stiftung des Preises und den Personen, die für meine Auswahl als Preisträger votiert haben.

Meiner Familie möchte ich danken, dass ihr mir den emotionalen Rückhalt gibt, mich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung unserer bedrohten Schöpfung einzusetzen.

Ich danke Ihnen und Euch für die Aufmerksamkeit.

Pressemitteilung: Philipps-Universität würdigt Friedens- und Konfliktforschung

Laudatio von Ulrich Duchrow

Bild 1_Peter Becker-Preis 2017_Markus Farnung_c

Clemens Ronnefeldt Ostermarsch 2015

Clemens Ronnefeldt im Nahen Osten

Brief an meine Bank wg. Donald Trump

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren Banker,

Sie haben mir eine Werbemail in mein Bank Postfach geschickt.

Überschrift: „Amtseinführung: Donald Trump bewegt die Märkte. Profitieren Sie von Kursbewegungen“

Ich finde das einfach widerlich und bin geschockt von Ihrem Versuch mit Donald Trump Umsatz zu generieren. Sie fordern mich auf „Nutzen Sie Ihre Renditechancen und viel Erfolg beim US-Handel!“

Nehmen Sie bitte zur Kenntnis: Ich finde Donald Trump unmoralisch und gefährlich. Es kommt für mich nicht in Betracht von den Auswirkungen der Politik dieses Menschen Profit zu schlagen. Außerdem ist Donald Trump sprunghaft und unberechenbar.
Wenn Sie Anlageempfehlungen auf Basis dieser Politik aussprechen, muss ich nicht nur an Ihrem Sachverstand zweifeln.

Gruß aus Mainz,
Reinhard SczechComdirectTrumpBankBoni

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