#FridayForFuture in Mainz und überall

Schüler*innen, Azubis, Studierende und junge Menschen aus Mainz gingen am 18. Januar 2019, ein Freitag, auf die Straße um gegen die Klimapolitik zu streiken. Nach dem Vorbild der schwedischen Schülerin und Aktivistin Greta wollen sie auch hier in Deutschland eine starke SchülerInnenbewegung für den konsequenten Klimaschutz und somit direkt im Interesse unser aller Zukunft aufbauen.

Bericht im SWR Mainz.

Nick Reimer schreibt dazu in klimafakten.de  unter der Überschrift

„Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Seit einigen Monaten gehen weltweit Jugendliche freitags nicht in die Schule, sondern auf die Straße und fordern mehr Klimaschutz – so auch heute in Berlin und anderen deutschen Städten. Formiert sich da eine neue Bewegung? Und warum sorgt die Aktionsform „Klimastreik“ für Aufsehen?

Vorneweg fährt in Mainz das UrStromMobil: e-CarSharing in Bürgerhand

Sie wollen es am heutigen Freitag wieder tun: Etliche Schülerinnen und Schüler werden um 12 Uhr mittags nicht die Schulbank drücken, sondern vor dem Bundeswirtschaftsministerium in Berlin mehr Klimaschutz fordern und dann demonstrierend zum Bundeskanzleramt ziehen. #FridayForFuture lautet das Motto, und den Kern ihrer Aktion bringen sie in wenigen Worten auf den Punkt: „Warum sollen wir lernen für eine Zukunft, die es vielleicht gar nicht mehr gibt?“

Es ist nicht der erste Schülerprotesttag gegen die Klimaerhitzung, vor einer Woche sollen es rund 25.000 junge Menschen gewesen sein, die landesweit die Schulen bestreikten. In Niedersachsen und Bremen zählte die Polizei 3.500 Streikende, auch in Freiburg waren es nach Polizeiangaben 3.500. Würzburg, Augsburg, Hamburg meldeten je 1.000 Protestierende, in München zogen 750 Schüler zum Geschwister-Scholl-Platz, in Berlin 500 vor das Reichstagsgebäude, in Jena 130 zum Holzmarkt. Mehr als 50 deutsche Städte meldeten Schülerstreiks.

Diesmal haben die Protestler Busse nach Berlin gechartert, aus Köln zum Beispiel, aus Offenbach, dem Saarland, aus Marburg. „Wir kommunizieren über eine Art Schneeballsystem, meist über WhatsApp“, erklärt die Geographiestudentin Luisa Neubauer, 22, die die heutige Demonstration vor dem Bundeswirtschaftsministerium angemeldet hat. Drinnen wird währenddessen die Kommission zum Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung tagen. „Wir erinnern die Mitglieder an ihre Verantwortung für unser aller Zukunft“, sagt Tariel Leiss, 18, von der Freiburger Waldorfschule St. Georgen. Oder um es mit einem Demo-Slogan auszudrücken: „Wir streiken, bis ihr handelt!“

Die Klimastreiks starteten mit der 15-jährigen Schwedin Greta Thunberg

Weniger Asphalt mehr Wald

Begonnen haben die Klimastreiks vor knapp einem halben Jahr, am 20. August 2018. Es war der erste Schultag des neuen Schuljahres in Schweden, und Greta Thunberg, 15, ging nicht zur Schule. Sie malte auf ein Schild „Skolstrejk för klimatet“ und stellte sich vor den schwedischen Reichstag: „Schulstreik für das Klima“. Dort blieb sie bis zum 9. September, dem Tag der schwedischen Parlamentswahlen.

Es war der heißeste Sommer, den Schweden seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen erlebte. Greta blieb nicht lang allein. Aber weil Schule ja doch irgendwie wichtig ist, ging Thunberg nach den Wahlen wieder zur Schule – verabredete sich mit den anderen Klimademonstranten für die kommenden Freitage. „Fridays for Future“ war geboren.

Der Schwedische Protest sprach sich – unter anderem – per Instagram, Twitter und Co. schnell herum: Im November traten in Australien Schülerinnen und Schüler in den Ausstand. Matt Canavan, Australiens Minister für Ressourcen, riet den Jugendlichen, lieber in die Schule zu gehen als herauszufinden, wie man von der Sozialhilfe leben kann: „Man lernt nichts vom Demonstrieren!“ Er erntete einen Shitstorm. Am folgenden Freitag streikten doppelt so viele Schüler. Weltweit breitete sich die Aktionsform aus – nach Irland, Uganda, die Schweiz, Ende November Dezember dann auch nach Deutschland. Und als Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel in Katowice zu den Delegierten sprach, berichteten Medien rund um den Globus. „Euch gehen die Entschuldigungen aus, und uns die Zeit.“

„In Deutschland ist der Klimastreik vor allem ein Protest gegen die Kohle“

Inzwischen hat die Liste der Regionalgruppen auf der deutschen Kampagnenwebsite mehr als hundert Einträge. Wächst da eine neue Bewegung heran? „An sich ist das Format des Bildungsstreiks nicht neu“, sagt Jana Bosse vom Arbeitskreis Umwelt und Protest des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin. Die Forscherin erinnert etwa an das Jahr 2009, als im Juni und November Schüler und Studenten zu Hunderttausenden auf die Straße gingen und Reformen am Bildungssystem forderten. Größeres Aufsehen erregten auch Schülerstreiks gegen den Irakkrieg 2003.

Wie es in Deutschland mit dem Klimastreik weitergeht, hängt nach Bosses Einschätzung stark vom Ergebnis der Kohlekommission ab: „Gelingt es ihr, einen die Gesellschaft befriedenden Kompromiss zu finden, verliert der Protest vermutlich an Kraft.“ Weltweit kann sie sich durch die internationale Vernetzung einiges an Dynamik vorstellen – aber, so Bosse, „in Deutschland ist der Klimaprotest der Schüler in erster Linie ein Protest gegen die Kohle.“

Ihren Kollegen Dieter Rucht wundert es nicht, dass der Schülerstreik größeres Aufsehen erregt als andere Klima-Kampagnen – der Schlüssel sei das Alter der Protestierenden. „Ich glaube, wenn Greta Thunberg 30 Jahre alt wäre, wäre sie unbekannt“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. „Ein sehr junger Mensch, dem man die Politikfähigkeit noch abspricht, äußert sich politisch, das findet Anklang.“ Andere Jugendliche klinkten sich ein, aber bald auch Medien und Öffentlichkeit.

Der Streik verletzt die Schulpflicht – und sorgt auch deshalb für Aufsehen

Eine Rolle dürfte auch spielen, dass Schulstreiken eine Regelverletzung darstellt – Demonstrationen am Nachmittag oder an Wochenende würden sicherlich weniger interessieren. Freitags um zwölf vor dem Wirtschaftsministerium zu stehen ist ein Verstoß gegen die Schulpflicht, bereits der Aufruf zum unentschuldigten Fernbleiben vom Unterricht gilt als Ordnungswidrigkeit. Der Jugendverband des Umweltverbandes BUND empfiehlt daher: „Bitte lasst Euch zur Teilnahme an der Demonstration vom Unterricht befreien.“

Aber das ist nicht so einfach. „Grundsätzlich kann eine kurzfristige Beurlaubung auf der Grundlage der Verwaltungsvorschriften-Schulbetrieb aus wichtigem persönlichem Grund auch anlässlich einer Demonstration in Betracht kommen“, erläutert ein Sprecher des Brandenburger Bildungsministeriums etwas gestelzt. „Andererseits darf das ebenfalls hohe Gut der Teilnahmepflicht am Unterricht nicht zur Disposition demonstrationsfreudiger Schüler gestellt werden.“

Auf die Schülerinnen und Schüler, die sich heute mittag vor dem Wirtschaftsministerium versammeln, könnte daher eine Strafarbeit zukommen oder ein Verweis. „Wer den Unterricht schwänzt oder unentschuldigt fernbleibt, verstößt gegen die Schulpflicht. Punkt“, fasst Thomas Sattelberger, der bildungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, die Rechtslage zusammen. Aber eine gewisse Sympathie für die klimastreikenden Schüler kann auch er nicht verhehlen. „Ich habe übrigens früher selbst am Gymnasium in Stuttgart für Demos die Schule geschwänzt und musste dafür nachsitzen“, erinnert sich Sattelberger. „Das schärft auch die Urteilsfähigkeit, wenn es um das Abwägen eigenen Handelns und der Konsequenzen geht. Es hat mir, wie es so schön heißt, nicht geschadet.“

Quelle: klimafakten.de

Rede des Schülers Maurice Conrad am Mainzer Schillerplatz:

So wird’s gemacht! Energiewende im Hunsrück

Der Rhein-Hunsrück-Kreis zeigt wie Energiewende gemacht wird. Ein neuer Film dokumentiert die revolutionäre Entwicklung.

Wen der Mut verläßt, ob wir den Kampf für eine ökologische Welt gewinnen können, der sollte sich im Rhein-Hunsrück-Kreis umschauen.

Mit einem Glas Sekt, den der ehemalige Landrat Bertram Fleck den Gästen der Premierenfeier spendierte, stießen die Macher des Films und der Energiewende in der Region an. Landrat Marlon Bröhr freute sich über Ministerin Ulrike Höfken ebenso wie über das Team um Filmproduzent Carl A. Fechner.​ Foto: Volker Boch, Rhein-Hunsrück-Zeitung

Volker Boch schreibt in der Rhein-Hunsrück-Zeitung zur Filmpremiere: „Seit einem Vierteljahrhundert wird das Pro-Winzkino in Simmern mit dem Kinoprogrammpreis des Landes ausgezeichnet. Keine Frage, die Macher des Kino-Teams sind bekannt für „besondere Filme“ und für ein außergewöhnliches Programm. In dieses Bild passte die Premiere des Films „Der Rhein-Hunsrück-Kreis – Heimat der Energiewende-Vormacher“, der am Montagabend gezeigt wurde. Im vollen Saal des Simmerner Lichtspielhauses erstrahlte die Region dabei in einem bundesweit einzigartigen Glanz.“

SWR Bericht Energiewende-Vorreiter

Temperaturen von 20 Grad im Herbst, Niedrigwasser im Rhein , Überschwemmungen in Venedig – der Klimawandel ist weltweit, aber auch in Rheinland-Pfalz deutlich zu spüren. Deshalb hat sich die Landesregierung auf die Fahnen geschrieben: bis zum Jahr 2050 soll Rheinland-Pfalz klimaneutral werden. Vorbildlich macht das der Rhein-Hunsrück-Kreis, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken. Statt wie früher 680.000 Tonnen Kohlendioxid pusten die dortigen Haushalte null Tonnen in die Luft.
„Gelobtes Land“ in seinem Youtube Kanal:

„Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise“ „Der Rhein-Hunsrück-Kreis produziert allein 300 Prozent Strom aus Wind, Sonne und Biomasse, gemessen an seinem Gesamtverbrauch. Innerhalb von 28 Jahren hat der Kreis seine CO2-Emissionen in den Sektoren Wärme, Strom und Abfall von 680.066 bilanziell auf null Tonnen gesenkt. Das ist ein einzigartiger Erfolg: Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist deutschlandweit einer der ersten Null-Emissions-Landkreise im sogenannten stationären Bereich“, berichten Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken und Landrat Dr. Marlon Bröhr. Energiewende schafft Wertschöpfung für die Region: Bürgerbus, Begegnungscafés, sanierte und umgestaltete Spielplätze – Die Einnahmen aus den Erneuerbaren Energien und die Einsparungen durch Effizienzmaßnahmen haben den Kommunen im Kreis sowie den Bürgerinnen und Bürgern finanzielle Spielräume zur Entwicklung des ländlichen Raums gegeben. „Die Nahwärmenetze, Windenergieanlagen auf kommunalen Flächen sowie viele weitere Projekte, die teilweise auch finanziell von der Landesregierung unterstützt wurden, schaffen eine kommunale Wertschöpfung von jährlich rund 44 Millionen Euro. Die Rücklagen der Ortsgemeinden sind auf 84 Millionen Euro gewachsen. Die kommunale Verschuldung im Rhein-Hunsrück-Kreis beträgt nur noch 20 Prozent des Landesdurchschnittes. Die Kommunen sind so gut wie schuldenfrei“, sagt Landrat Dr. Marlon Bröhr. Eine Basis dieses Erfolgs bilde die Energiewende, wie der Film eindrucksvoll zeige, so Höfken. Und der Zuschauer erfährt: „Zur Umsetzung des Klimaschutzes braucht es die Menschen vor Ort. Die Bürgerinnen und Bürger ziehen hier für eine nachhaltige Zukunft alle an einem Strang“, führte die Ministerin an.

Mit Mut, Vision und Tatkraft für den Klimaschutz: Die Einnahmen aus Energieeinsparung und Pachteinnahmen haben die Gemeinden des Kreises planvoll reinvestiert, etwa in die Geierlay-Hängeseilbrücke mit mehr als 750.000 Besucherinnen und Besuchern in nur drei Jahren. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gemeindeshauses Horn mit einem eigenen Energiespeicher sichert die LED-Straßenbeleuchtung der Gemeinde und erspart ihr hohe Stromkosten. Die Schnorbacher Energiesparrichtlinie, bei der die Kommune Einnahmen in Energieeffizienzmaßnahmen der Bürger reinvestiert, hat zahlreiche Nachahmer und bundesweite Beachtung gefunden. Höfken erklärt: „Ich bin fasziniert, was im Rhein-Hunsrück-Kreis in vergleichbar kurzer Zeit entstanden ist. Mut, Vision und Tatkraft leisten hier wirksamen Klimaschutz und festigen die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Energiewende. Außerdem dient der Kreis als wertvolles und motivierendes Vorbild für viele weitere Kommunen.“ Klimawandel ist Realität: Starkregenereignisse, Dürre, Niedrigwasser: Der Klimawandel ist in Rheinland-Pfalz spürbar. Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssen alle Akteure auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene handeln, betonte Höfken. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen Reinland-Pfalz bis 2050 weitgehend klimaneutral gestalten, wie in unserem Landesklimaschutzgesetz festgeschrieben. Dafür haben wir die Weichen mit den zentralen Bausteinen Umsetzung der Energiewende, Klimaschutz- und Wärmekonzept gestellt. Viele konkrete Projekte zur Erreichung unseres Klimaschutzziels werden auf kommunaler Ebene wie im Rhein-Hunsrück-Kreis umgesetzt“, betont Höfken.

Aus dem Bericht der Rhein-Hunsrück Zeitung

6.11.2018

Bei seiner Einführung in den Abend startete Landrat Marlon Bröhr mit einem Scherz und hob kurz auf den „bescheidenen Titel“ ab, der den Film ab jetzt begleiten wird. Wenn in Zukunft vom Rhein-Hunsrück-Kreis in Sachen Energiewende geredet wird, dann von einer „Heimat der Vormacher“. In der Tat ist es keine ganz uneitle Bezeichnung, die den Film als Untertitel prägt. Aber der von dem – gerade beim Thema Energie – überaus erfahrenen Produzenten Carl Fechner verantwortete Streifen zeigt eindrucksvoll, welchen Pioniercharakter die Region hat. Nicht nur Landrat Bröhr erklärte bei der Premiere des 20-minütigen Werks, dass er „richtig aufgeregt“ ist. Vor ihm saßen im Publikum reihenweise Pioniere, die mit ihren ganz lokalen Projekten viele einzelne Akzente setzten, die letztlich zu einem Mosaik zusammenfanden.

Regisseurin Nadja Wegfarth streift vom Blick auf die Kastellauner Burg ausgehend auf ihrer Reise durch Rhein-Hunsrück viele Impressionen der Region, die ansprechen. Allerdings wechselt der von Kameramann Christoph Sillmann in eindrucksvollen Bildern sensibel eingefangene Film die Perspektive. Es ist ein durchaus touristisch-animierter Blick, der auf den Kreis geworfen wird. Aber die Vorzüge, um die es geht, zeigen – in gedanklicher Anlehnung an Edgar Reitz‘ famose „Andere Heimat“ – einen „anderen“ Rhein-Hunsrück-Kreis und Gesichter, die dafür stehen. „Dieser Film ist besonders, weil er von diesem Spirit, der in der Region herrscht, spüren lässt“, sagt Produzent Fechner. Vor zwei Jahren hatte Fechner im Pro-Winzkino einen Film zur internationalen Energiewende vorgestellt und im Anschluss nicht nur in einem intensiven Gespräch mit Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle, sondern auch mit einem Blick ins Publikum festgestellt: Diese Region ist voller Energie-Macher, die mit großer Überzeugung an lokalen „Wenden“ arbeiten, von Nahwärme über Photovoltaik, Energiesparrichtlinien bis hin zu sozialen Komponenten.

Die Idee reifte, einen Film zu machen, der die Region als Beispiel- und Impulsgeber dieser Entwicklung darstellt – und fand nicht nur im Kreis Unterstützung, sondern auch beim Land. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken verfolgte die Premiere in Simmern mit Begeisterung – vor allem, weil der Eindruck des Films sich in den Gesprächen mit den bodenständigen Machern von vor Ort im Anschluss an die Vorführung bestätigte.

„Es war einfach eine gute Idee, der Energiewende ein Gesicht zu geben“, sagte Höfken. „Hier in der Region ist eine Bewegung von unten entstanden, die für die sinnvolle Verzahnung von verschiedenen Elementen steht. Es ist eine Blaupause für die Energiewende.“ Diese Entwicklung zeige, dass die Energiewende „nix für Eliten“ sei, sondern auch diejenigen erreiche, „die nicht so viel haben“. Die Ministerin betonte in Simmern einmal mehr, wie bedeutend es ist, dass drei Faktoren zusammenkommen und gemeinsam berücksichtigt werden: Ökologie, Ökonomie und das Soziale. Im Rhein-Hunsrück-Kreis fänden diese Komponenten vorbildlich zueinander. Der Film zeigt, so beschrieb Höfken präzise, wie „der Motor ans Laufen“ gekommen sei. Dank einzelner Taktgeber und kleiner Motoren vor Ort.

Dass Klimaschutzmanager Uhle in seine Worte des Danks gerade auch die beiden verstorbenen Bürgermeister von Fronhofen, Günter Steffens, und Külz, Aloys Schneider, sowie deren Familien einschloss, passte ins Bild des Abends. Es ging schließlich weniger um politische Ansprachen, sondern um Pioniere wie Schneider und Steffens, um Macher und Motoren, die sich vor Ort mit Mut eingesetzt haben und auch mit Widerständen umzugehen hatten. Dazu gehörte auch Bertram Fleck, der als Landrat und Amtsvorgänger von Marlon Bröhr die Bewegung maßgeblich mit initiiert hat. Fleck spendierte anlässlich der Premiere aus Freude über diesen Meilenstein-Tag eine üppige Anzahl Sektflaschen und nutzte den Anlass, um Begleitern Danke zu sagen – darunter insbesondere auch fachliche Experten wie Prof. Peter Heck vom Institut für angewandtes Stoffstrommanagement in Birkenfeld.

Viele der Gesichter der Energiewende saßen im Simmerner Publikum und huschten zugleich an den Zuschauern im Film vorbei. Der Betrachter begegnet auf seiner Reise durch die Rhein-Hunsrücker Energiewelt ganz unterschiedlichen Menschen und Charakteren, die aber eines gemeinsam haben: etwas besser machen und anderen im besten Sinne des Wortes etwas vormachen zu wollen. Das Land unterstützt den knapp 48.000 Euro kostenden Film mit einem Beitrag von 50 Prozent gerade auch deshalb, weil er anderen als Beispiel dienen soll: als Ansporn, es dem Rhein-Hunsrück-Kreis nachzutun, der etwas „anderen Region“.

Von unserem Chefreporter Volker Boch
————-unfassbar hingegen:
Diese deutschen Firmen ohne Moral unterstützen aus Habgier mit viel Geld Donal Trump bei den Wahlen am 6. November 2018. Pfui Deibel.

 

Siehe auch   DIE ZEIT:

Die Sintflut kommt

 

Es gibt Alternativen


Ausschnitt aus Leben mit der Energiewende TV „DIE FOLGEN DER RESSOURCEN-AUSBEUTUNG“. Franz Alt interviewt Clemens Ronnefeldt.

Clemens Ronnefeldt war nicht nur einer der Motoren der Hunsrücker Friedensbewegung, sondern auch Mitgründer von Höhenwind.

Wie berichten ARD Tagesthemen, ZDF Heute und CNN News über den Weltklimarat IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Limit? Ein interessanter Vergleich.

Das 1,5-Grad-Ziel kann noch eingehalten werden, zeigt der lange erwartete Sonderbericht des Weltklimarats IPCC. Voraussetzung sind jedoch beispiellose Veränderungen in allen wichtigen Sektoren der Weltwirtschaft – darunter ein kompletter Kohleausstieg.
Vor drei Jahren hat sich die Menschheit ein großes Ziel gesetzt. Sie will die von ihr selbst verursachte Erderhitzung auf ein Maß zu begrenzen, das aller Voraussicht nach noch beherrschbar sein wird.

Wo dieses Limit liegen soll, ja liegen muss, damit ein katastrophaler Klimawandel – eine „Heißzeit“ mit unabsehbaren Folgen – verhindert werden kann, ist im Pariser Klimaabkommen auch klar benannt. Die Erwärmung soll bei „deutlich unter zwei Grad“ gestoppt werden, am besten aber bei 1,5 Grad.

Ob und wie das ambitioniertere 1,5-Grad-Ziel noch zu schaffen ist und welche Klimawandelfolgen sich die Menschheit damit gegenüber dem Zwei-Grad-Ziel ersparen würde, dazu hat der Weltklimarat IPCC im koreanischen Incheon seinen lange erwarteten Sonderbericht vorgelegt.

Das vollständige Interview von Energiewende TV:

Ebi und Elisabeth unterwegs

Liebe Grüße aus dem mexikanischen Regenwald und und eine tolle Blogadresse erreichen uns heute von Ebi und Elisabeth: https://blauemurmel.blog

Die beiden versuchen im Blog insbesondere auf ökologische und soziale Themen aufmerksam zu machen und werden natürlich viel über ihre Reiseerfahrungen berichten.
Nach Mexico geht es dann weiter nach Nicaragua und dann nach Costa Rica. In 2019 stehen der Senegal, Äthiopien und  Ruanda auf der Route.

Ich bin besonders gespannt auf den Bericht aus Nicaragua. Was ist aus dem Land und Daniel Ortega geworden?

 

reflecta.network im Startup Valley

Am 10. Oktober 2018 berichtete das Startup Valley ausführlich über das reflecta.network:

reflecta.Network Vernetzungs-, Informations- und Professionalisierungs-Plattform

Stellen Sie sich und das Startup reflecta.network doch kurz unseren Lesern vor
Das reflecta.network ist eine Vernetzungs-, Informations- und Professionalisierungs-Plattform für diejenigen, die sich an drängenden Fragen unserer Zeit wagen, wie z.B. Klimawandel, Nachhaltigkeit, Bildung, Inklusion, Digitalisierung, Soziale Innovationen und die Entgegenwirkung von Populismus.

Dieses stetig wachsende Netzwerk begleitet innovative Lösungsansätze, verbindet Akteure und treibt so den gesellschaftlichen Wandel systematisch voran.

Reflecta.Network ist ein Zusammenschluss von Reflecta e.V. (Daniela Mahr), zauberware technologies (Simon Franzen), IMMERWIEDER DESIGN (Jannis Borgers & Miriam Wagner) sowie der Sczech-Stiftung (Reinhard Sczech). Zusammen haben wir die trustchain eG gegründet, die für die Entwicklung der Plattform beauftragt wird. Auftraggeber ist Reflecta e.V.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?
Auf den Reflecta Filmfestivals wurden wir immer häufiger danach gefragt, welche Möglichkeiten eine Einzelperson hat, um aktiv zu werden, welche Vernetzungsmöglichkeiten angeboten werden oder wie sie Unterstützung für die Realisierung ihrer Projekte finden könnten.

Um auf all diese Fragen eine Antwort liefern zu können, haben wir die Plattform reflecta.Network gegründet.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?
Wie gründet man eine Genossenschaft? Was ist bei einer Unternehmensgründung zu beachten? Was sollte in einer Satzung stehen? Zum Glück setzt sich unser gesamtes Team aus Selbstständigen bzw. Gründern zusammen, so dass wir schnell Antworten auf all unsere Fragen fanden. Seit Oktober 2017 ist die trustchain eG beim Deutschen Genossenschaftsverband eingetragen.

Welche Vision steckt hinter Reflecta.Network?
Wir wollen eine zukunftsfähige Gesellschaft, die miteinander lebt und wirtschaftet und dabei alle Beteiligten miteinschließt. In der der faire Umgang mit allen Lebewesen eine Selbstverständlichkeit ist und man erkannt hat, dass alle Lebensbereiche zusammengehören: das Ökosystem, das Wirtschaftssystem und unser soziales Gefüge.

Wir wollen erreichen, dass sich mehr Menschen oder Organisationen einfacher mit ihren Ideen und ihrem Engagement einbringen können.

Darin sehen wir die eigentliche Grundlage gesellschaftlichen Wandels. Der wird in unserer komplizierten Zeit immer komplexer: Um ihn erfolgreich zu bewältigen und der enormen Veränderungsgeschwindigkeit gerecht zu werden, wollen wir mit der Plattform alle Ressourcen und Know-how bündeln und gemeinsam neue soziale Handlungsweisen entwickeln.

Für dieses Ziel verbinden wir lokale und überregionale Akteure, regen Kooperationen an, unterstützen Professionalisierung und erhöhen die Sichtbarkeit. Wir stärken Organisationen, die bereits aktiv sind. So bereiten wir den Weg, den Wirkungskreis zu erweitern und neue Menschen zu erreichen.

Wir entwickeln zusammen mit den Akteuren einen interaktiven Raum, der alle Projekte, Unternehmen sowie deren Verantwortliche vereint. Wir haben eine intelligente Suche entwickelt, die diejenigen per „Match“ und direkter Aufforderung in Kontakt bringt, die sich finden müssen, damit ihr Vorhaben erfolgreich wird.

Wer ist die Zielgruppe von Reflecta.Network?
Alle, die sich für eine sozial- ökologische Transformation einsetzen möchten: Organisationen, Initiativen, Aktivisten, Unternehmen, Kommunen, Stiftungen, Behörden und Menschen, die sich engagieren wollen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Wir möchten Vernetzung, Austausch und Professionalisierung durch eine neue Methode ermöglichen. Das spielerische Element und die innovativen technologischen Möglichkeiten animieren die Menschen zum Mitmachen. Denn das ist es doch, worum es am Anfang immer geht: den ersten Funken zu entfachen. Mit einer Funktion, die das Suchen und Finden ermöglicht, ist es nicht getan. Wer wirklich finden will, der schafft das heute schon über google.

Wir haben dagegen eine intelligente Suche und zielorientierte Plattform entwickelt, die mehr bietet als nur Information:

Austausch, Vernetzung und Professionalisierung von Projektabläufen, die sonst ohne diese Austauschmöglichkeit in viel kleinerem Rahmen oder eben gar nicht realisiert werden würden. Was wir bezwecken ist zudem eine Annäherung an die Frage, wie die Digitalisierung unsere Wirtschaft, unsere Arbeit und die Ausgestaltung unseres Zusammenlebens verändern kann.

Unsere nächsten Kernthemen:

Wissen teilen: Akteure und deren Lösungswege präsentieren und voneinander lernen
Menschen vernetzen: Matching-Algorithmen verbinden Changemaker
Projekte professionalisieren: Passende Tool-Kits für den Projekt-Status
Sichtbarkeit erhöhen: Für bestehende Communities und Organisationen geeignet
Vertrauen schaffen: Mitgliedschaften durch Bestätigung
Vergleichbarkeit schaffen: Sichtbarkeit von Global Goals und Megatrends
Nachverfolgung & Messbarkeit: Social Impact.

Sie sind für den WIWIN AWARD nominiert. Warum gerade der WIWIN AWARD? Was versprechen Sie sich davon?
WIWIN ist ein starker Partner, mit denselben Zielen. Was uns besonders gefällt ist, dass sie keine Angst vor Innovation haben. Zudem ist es einer der wenigen Wettbewerbe, die eine Summe anbieten, mit der ein Startup arbeiten kann. Das ist äußerst fair.
Für uns ist es der erste große Wettbewerb, für den wir uns beworben haben und wir wurden direkt nominiert. Wir erhoffen uns eine verstärkte öffentliche Wahrnehmung unserer Ideen, aber auch der schon in unserem Netzwerk aktiven Projekte. Wir stehen noch am Anfang. Einen durchschlagenden Erfolg durch den Netzwerkeffekt erreichen wir nur, wenn wir mit starken Partnern gemeinsam Ideen weiterentwickeln.

Der Gewinner bekommt 500.000 Euro, was werden Sie damit machen? Wie wichtig ist das für das Wachstum ihres Unternehmens?
Wir haben Handlungsbedarf auf vielen Ebenen: Die aktuelle Funktionalität des reflecta.networks ist noch eingeschränkt. Wir haben zahlreiche Funktionen, die wir unbedingt entwickeln wollen. Viele inhaltliche Ideen und Projekte müssen redaktionell moderiert werden, dafür brauchen wir Ressourcen. Menschen sollen auch offline vernetzt werden. Dazu planen wir weitere Meet Ups und einen eigenen Projektwettbewerb. Außerdem gibt es konkrete Ideen für Blockchain-Anwendungen.

Auch in diesem Bereich suchen wir Partner und Entwicklungsressourcen.

reflecta.Network, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In 5 Jahren arbeiten viele Akteure gemeinsam und erfolgreich an Lösungen gesellschaftlicher Probleme.
Als vertrauenswürdiges Netzwerk haben wir uns online, über die Plattform und offline durch unsere Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum etabliert. Wir haben von derzeit 2000+  unsere Multiplikatoren um 200.000+ erweitert und mit „trusted Identity“ vernetzt. Die Matching- und Kooperationstechnologien wurden erfolgreich entwickelt.

Wir sind die Referenz, wenn es um das Finden und die erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Ideen geht. Zudem ist unser Ziel, in 5 Jahren, „der Partner“ für Social Impact Messungen, im Sinne der Sichtbarkeit und Nachverfolgbarkeit zu sein.

Die trustchain eG ist in 5 Jahren Lieferant und Teilhaber an einer Blockchain-Plattform für nachhaltigen und sozialen Wandel (Trustchain eG wurde 2018 im Bundesverband Blockchain aufgenommen,). Die stabile Finanzierung des Reflecta.Network speist sich aus Abo-Modellen für Premiumdienste, Werbung für nachhaltige Angebote, Projektförderung durch Stiftungen und Verkauf von Dienstleistungen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern/Innen mit auf den Weg geben?
Einfach machen. Der erste Schritt ist oft der schwierigste.
Ein gutes Team mit diversen fachlichen Kompetenzen, die sich ergänzen und Menschlichkeit ebenso schätzen wie man selbst. Ein ausgeglichenes Geben und Nehmen ist die Grundlage dafür, dass alle von dem Projekt profitieren und motiviert an die Sache herangehen. Daneben sind es die Partnerschaften, die man eingeht. Alleine ist ein solcher Weg kaum zu bewältigen.
Realistische und verantwortungsvolle Planung ist wichtig, um die Visionen auch umsetzen zu können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Deine Stimme zählt

2017 haben wir die Trustchain Genossenschaft gegründet um ein Netzwerk zu entwickeln:  Reflecta.Network ist die Plattform für alle, die sich an die drängenden Fragen unserer Zeit wagen. Unterstütze oder entwickle Projekte, tausche Dich aus und finde MitstreiterInnen für Deine Themen. Wir vernetzen die Menschen, die sich zur Verwirklichung ihrer Vorhaben finden müssen. Unser Ziel: gemeinsam neue Wege und kreative Lösungen entwickeln.

Wir haben uns mit der Trustchain eG beim WiWinAward für nachhaltige Startups beworben, als Exot unter vielen Technologen.
Immerhin, von 87 Bewerbern haben wir es schon unter die ersten 10 geschafft. Wir fahren am 18. Oktober nach Berlin,

Unsere Ideen können wir dort  im Finale aber nur „pitchen“, wenn wir bei der online Abstimmung unter die besten fünf kommen.
Es gibt richtig gute Mitbewerber.
Wir haben eine Chance, wenn du uns unterstützt.

Denn, Technik alleine löst die großen Probleme nicht.
Den Kampf gegen Ungerechtigkeit, Klimawandel, Artensterben, Plastikmüll, Nationalismus und Vereinsamung können wir nur gewinnen, wenn wir es gemeinsam anpacken.
Das ist das Ziel des Reflecta.Network:
Menschen Online und Offline für gesellschaftlichen Wandel vernetzen.
Wir stehen am Anfang unserer Entwicklung. Du kannst einen großen Schritt mit deiner Stimme weiterhelfen.
Zur Abstimmung: wiwin-award.de

Wir freuen uns auch über deine moralische Unterstützung auf Facebook.

Reflecta.Network

ARD Brennpunkt Klimawandel Sven Plöger und Prof. Lesch

Im ARD Brennpunkt zur Sommerhitze 2018 erklärt Sven Plöger den Einfluss des Klimawandels.
Anschließend ein Schnappschuss aus einem Vortrag von Harald Lesch zu dem Thema.

Christoph Albuschkat, in der Mainzer Urstrom Genossenschaft engagiert: „Zur Veranschaulichung: Wir müssen runter von 11 auf 3 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr in Deutschland. Also etwa -75 %. Im Durchschnitt! Sehr schnell!“

Handlungsroutinen
Aufbau neuer Handlungsroutinen

Der volle Vortrag von Harald Lesch.

… und nochmal in englisch aktuell die Hitzewelle erklärt.

Der Rhein-Hunsrück-Kreis verzaubert die Energiewelt

Ausgerechnet der strukturschwache Rhein-Hunsrück-Kreis gilt international als Vorbild für erneuerbare Energien. Von Japan bis Afrika kommen Experten und lassen sich inspirieren.

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9.11.2017 SWR2 Wissen: Vorbild Rhein-Hunsrueck -ein Landkreis-verzaubert-die-energiewelt

Ein Gruß an alle Freunde der Hunsrücker Höhenwind und den ehemaligen Landrat Bertram Fleck: In einem Pariser Café habe ich schon 2015 einen holländischen Wissenschaftler getroffen, der voller Begeisterung die Entwicklung im Hunsrück wahrgenommen hat.

Der Kreis produziert heute dreimal so viel erneuerbaren Strom wie er selbst verbrauchen kann. Vor 20 Jahren sah das hier noch ganz anderes aus – keine einzige Kilowattstunde wurde vor Ort erzeugt. Auch im Wärmebereich schreitet die Entwicklung stetig voran. Bei Einsparungen, dem Bau von Nahwärmenetzen und Fotovoltaikanlagen. Der Erfolg des Rhein-Hunsrück-Kreises macht immer mehr Menschen neugierig. Nicht zuletzt durch den Gewinn des Europäischen Solarpreises im Jahr 2011. Wie geht so was? Rechnet sich das – auch wenn es keine staatliche Förderung erneuerbarer Energien gibt? Bisher haben Delegationen aus 34 Nationen den Kreis besucht, um sich von der Energiewende berichten zu lassen … weiterlesen bei SWR2

Demo in Bonn: Rote Linie gegen Kohle

Nach der großen Friedensdemonstration 1983 am 4. November 2017 wieder in Bonn. Mit 25.000 Menschen demonstrierte ich für den Kohleausstieg. Anlässlich der Klimakonferenz in Bonn, die offiziell vom Pazifikstaat Fidschi ausgerichtet wird, waren auch viele Aktivisten aus vom Klimawandel bedrohten Inselstaaten angereist.

Sapperlot, da habe ich tatsächlich meine Hunsrücker von Höhenwind übersehen, aber es war auch echt voll. Diese Foto ist von Thomas Bernhard.

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Thomas Bernhard schreibt dazu: „Liebe MitstreiterInnen, im Anhang einige Fotos. Beeindruckt haben mich als Redner vor allem Hubert Weiger in seiner Klarheit, die Verfehlung der Klimaziele anzuprangern, die junge Frau aus Mozambique (friends of the earth) die klar machte, dass alle Kohle die bei ihnen gefördert wird direkt nach Europa geht und sie selbst keine Energie haben. Anschließend kommt der Klimawandel zurück. Die junge Aktivistin von „Ende Gelände“, die sagte dass es Zeit wird seine eigenen Körper gegen die Bagger zu stellen. Der Amerikaner, der deutlich machte, dass in seinem Land die Kohle gegen die Erneuerbaren schon keine wirtschaftliche Chance mehr hat und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden – egal was Trump redet. Und Christoph Bautz von „Campact“, der die hohlen Phrasen von erfolgreicher Klimapolitik unserer Regierung anprangerte. Tatsächlich fallen ALLE Entscheidungen gegen das Gemeinwohl, bei der Dieselaffäre, bei der Förderung der Erneuerbaren, bei der Kohle. Immer für die Industrie. Und das müssen wir ändern. Schön, dass wir da waren und Flagge gezeigt haben – oder Schilder Grüße, Thomas Bernhard

Bonn20171104_151432Berichterstattung in der Tagesschau:

Zu der Demo hat ein Bündnis aus Umweltorganisationen wie Greenpeace, BUND, Nabu und Campact aufgerufen. Laut Veranstalter kamen 25.000 Menschen – weit mehr als erwartet.

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Die Weltklimakonferenz findet 2017 nur wenige Kilometer entfernt von Europas größter CO₂-Quelle statt, dem Braunkohlerevier im Rheinland. Dies nahmen wir zum Anlass, unsere Forderungen – insbesondere an die neue Bundesregierung – mit einer großen, bunten, internationalen Demonstration auf die Straße zu tragen: Für einen schnellen und sozialverträglichen Kohleausstieg und eine entschlossene und gerechte Klimapolitik hier und weltweit.

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Es ist zum heulen. Das Land der Dichter, Denker und Hochtechnologie ist Weltmeister in dreckiger Braunkohle.

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Werner Vogt von Höhenwind: „Wichtig ist jetzt, nicht nachzulassen und durch eigenes Engagement in vielen Bereichen und Diskussionen einen möglichst hohen Beitrag dazu zu leisten, dass die Leute anfangen nachzudenken und man überall erkennt, wie wichtig das Thema „Kohleausstieg“ ist.“

 

Generationenmanifest unterstützen

Unser Wachstumswahn droht die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich zu machen, warnen 45 Persönlichkeiten und legen ein „Generationen-Manifest“ vor, um den kurzsichtigen politischen Debatten hierzulande etwas entgegenzusetzen. Es enthält zehn Forderungen für den Koalitionsvertrag.

Hans Joachim Schellnhuber ist genauso dabei wie Ernst Ulrich von WeizsäckerHannes Jaenicke oder Felix Finkbeiner: 45 Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und öffentlichem Leben appellieren an die nächste Bundesregierung, sich den zehn größten Gefahren für die kommenden Generationen zu stellen. Es geht um Herausforderungen wie Krieg, Klimawandel, Armut, Hunger und Ungerechtigkeit.

Die Lage fassen die Initiatoren in einem Satz zusammen: „Unsere Leistungsgesellschaft mit ihrem Produktions- und Wachstumswahn ist dabei, die Erde für unsere Nachkommen unwirtlich und unbewohnbar zu machen.“ In Deutschland hätten die meisten Parteien aber nicht einmal einen Planungsmaßstab, der die Interessen der nächsten Generation angemessen berücksichtigen könne.

MainzJan2016In einem „Generationen-Manifest“ haben die 45 Aufrufer deshalb zehn Punkte aufgelistet, die die kommende Bundesregierung im Koalitionsvertrag unbedingt berücksichtigen soll. So heißt es zum Klimaschutz: „Wir fordern die Bundesregierung auf, den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2040 zu beenden sowie ein tragfähiges Konzept für CO2-Besteuerung beziehungsweise Emissionshandel vorzulegen.“ Weitere konkrete Forderungen betreffen Bildung, Migration, Digitalisierung, Müll und Unternehmenshaftung.

Das Generationen-Manifest ist die Fortschreibung eines ersten Manifests von 2013, das mehr als 105.000 Menschen unterzeichneten. Nach einer intensiven Diskussion mit Experten aller Altersstufen formulierte eine Gruppe um den Klimaforscher Schellnhuber, die Ökonomin Maja Göpel und andere vor einigen Wochen die Endfassung.

 

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Die Generationen-Initiative richtet den Blick auf Entscheidungen, die erst unsere Nachkommen betreffen – wie beim Klimaschutz.

 „Nicht länger so tun, als wäre nichts“

Die Initiatoren sehen ihr Manifest als Startschuss für einen langfristigen Dialog mit der Zivilgesellschaft. Generationengerechtigkeit soll wieder in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte rücken. Die abschließende Forderung lautet, „Generationengerechtigkeit in das Grundgesetz aufzunehmen und so sicherzustellen, dass Haftungsforderungen im Namen zukünftiger Generationen eingeklagt werden können“.

Das Generationen-Manifest könne viel bewegen, „wenn wir aufhören so zu tun, als wäre nichts“, sagt Ko-Autorin Maja Göpel. Stattdessen sei jetzt die Zeit, „die Themen auf den Tisch legen und gemeinsam an der Welt arbeiten, die wir uns alle zusammen vorstellen“. Auch Schellnhuber sieht die Krise als Chance: „Wir können vermeiden, dass unsere Nachkommen schlechtere Lebenschancen haben als wir.“

Hier können Sie sich den Forderungen im Generationen-Manifest mit Ihrer Unterschrift anschließen.

Eine Petition auf Change.org fordert, die zehn Punkte in den Koalitionsvertrag aufzunehmen

Quelle: klimaretter.info