Home of smile

Achim Fuchs aus Beltheim beschreibt wie alles begann:

Im Januar 2013 habe ich eine Patenschaft für ein Mädchen aus einem Waisenhaus in Kimweas (das liegt in der Nähe von Embu) in Kenia übernommen. Der Verein gab mir Informationen über das „Josephine Wambui Waisenhaus“ und den Alltag dort. Im Juli flog ich mit meiner 17jährigen Tochter dorthin, um mir selbst vor Ort ein Bild zu machen.
Mit vier großen Koffern voll Spenden mit Turnschuhen, Jeans, T-Shirts, Bällen und mehr wurden wir herzlich aufgenommen. 14 Tage waren wir dort und es sollte ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Im Dezember 2013 bin ich für zwei Monate wieder dorthin geflogen. Diesmal allerdings, um beim Bau von mehreren Räumen, Toiletten, Klärgrube, Waschraum, etc. zu helfen.

Die Zimmer wurden unbedingt benötigt, damit die 12 Mädchen und 11 Jungen im Alter von 7 bis 16 nicht mehr in zwei kleinen Räumen leben müssen. In den zwei Monaten durfte ich miterleben, wie wichtig es für diese Kinder ist, in einem Heim aufzuwachsen, das ihnen Liebe, Geborgenheit und Schutz gibt. Sie lernen dort füreinander zu sorgen, gehen gemeinsam in die Schule, spielen und machen ihre Haus- und Heimaufgaben gemeinsam. Kurz: Sie helfen sich gegenseitig.

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Eigentlich sollte es nur eine Patenschaft für ein Kind in Afrika sein. Doch Hans-Joachim Fuchs aus Beltheim wollte mehr über die Lebensumstände seines Patenkindes wissen und besuchte es in Kenia. Quelle: homeofsmile.de/

Wieder Zuhause in Deutschland angekommen, war mir schnell klar, dass ich viel mehr helfen möchte. In meiner Familie, bei Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen fand ich schnell Unterstützung.
Wir haben den Verein „Home of Smile e.V.“ gegründet. Mit diesem Verein wollen wir mittellose Kinder, deren Eltern an Krankheiten wie z.B. Malaria, Tuberkulose, AIDS etc. gestorben sind, helfen. Viele dieser Waisen leben auf der Straße, ungebildet, verarmt, aufgegeben von der Gesellschaft, sich allein überlassen, missbraucht und ausgebeutet.

Wir wollen ihnen ein Zuhause geben, in dem sie geliebt werden, Geborgenheit erfahren und geschützt sind. Sie bekommen eine Schulausbildung, sollen nach Ihren Fähigkeiten gefördert werden, eine faire Chance erhalten, sich zu eigenständigen, selbstbewussten und für die Gemeinschaft wertvollen Menschen zu entwickeln, sei es im Studium oder Beruf.

Wir brauchen Ihre Unterstützung als Spender, Förderer oder Sponsor. Bitte helfen Sie uns, den Kindern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Selbstverständlich arbeiten wir alle ehrenamtlich, so dass Ihre Spenden zu 100 % den Kindern zu Gute kommen.


 

Nach einer Vorstellung auf der Gesellschafter Versammlung von Höhenwind hat auch die Sczech-Stiftung beschlossen, „Home of Smile e.V.“ finanziell zu unterstützen. Ein tolles Projekt.

Nummer gegen Kummer

Das hilfreiche Callcenter

Bei der Nummer gegen Kummer hören sich Erwachsene und Studenten an, was Kinder im Alltag alles beschäftigt: die erste Liebe,
Hausaufgaben oder Streit mit Mama und Papa. Wir haben das Mainzer Kinderschutzzentrum besucht.

Von Micha Wiebe
Hallo, hier ist das Kinder- und Jugendtelefon.“
So beginnen in ganz Deutschland täglich
viele Gespräche wenn man die berühmte „Nummer
gegen Kummer“ wählt. Hat man diese Telefonnummer
im Raum Mainz gewählt, spricht
man höchstwahrscheinlich mit einem der 20 ehrenamtlichen
Mitarbeiter des Kinderschutz-Zentrum
Mainz. Die Erwachsenen spenden ihre Zeit,
ihre Lebenserfahrung und Geduld um den kleinen
und großen Problemen Gehör zu schenken.
Manchmal arbeiten beide Elternteile und auch
Alleinerziehende haben viele Aufgaben zu schultern
– die Gründe dafür, dass man als Kind niemanden
zum zuhören hat sind vielfältig. Genauso
kann die Anonymität und Vertraulichkeit am
Telefon ein wichtiger Grund sein, weshalb die
Kinder und Jugendlichen anrufen.
Anonymität und Vertraulichkeit
„Wir bieten hier telefonische Ersthilfe an. Das
heißt, wir sind kein kontinuierliches Hilfsangebot
und leiten bei Bedarf an die entsprechenden Stellen
weiter“, erklärt Damaris Groebe, die Koordinatorin
für das Telefon in Mainz. Wichtiger als
immer die perfekte Lösung zu haben, ist es, den
Anrufern durch Zuhören und Mitgefühl entgegen
zu kommen. Das bedeutet aber nicht, dass man
glaubt, aus der eigenen Kindheit die Gefühle des
Anrufers genau zu kennen. „Diese beiden Welten
auseinander zu halten ist manchmal ein ganz
schön schmaler Grat“, sagt uns eine der Ehrenamtlichen.
Deshalb gehört eine, durch das KinderschutzZentrum
Mainz geleistete, intensive Ausbildung
dazu, bevor es ans Telefon geht. Auch auf der anderen
Rheinseite bietet der Kinder- und Jugendtelefon
Wiesbaden e.V. einen Kurs an. Im dortigen
Verein gibt es sogar ein erweitertes Angebot – zum Beispiel Jugendliche beraten Jugendliche.
Ein Angebot, das jeden Samstag von 14-20 Uhr
Anrufe entgegen nimmt. Rund um die Uhr ist in
Wiesbaden die Em@il-Beratung erreichbar, die
durch einen passwortgeschützten Zugang Sicherheit
und Schutz gewährt.

Damaries_Groebe_KJT_STUZ_12_2014
Telefonischer Ersthelfer werden
Wer den Hörer in die Hand nehmen möchte,
macht eine Ausbildung, in der als erstes wichtige
Fragen geklärt werden, wie: Welche Motivation
treibt den Ehrenamtlichen an hier zu helfen?
Welches Menschenbild haben die neuen Zuhö-
rer? Dazu kommen die wichtigen Gesprächs- und
Fragetechniken am Telefon und die Beratungssituation
mit den am häufigsten angesprochenen
Themen. Es geht um die erste Liebe, das eigene
Aussehen oder Sexualität und Gewalt. Die Mitarbeiterin
erzählt: „Oft hatte ich schon vergessen,
mit welcher anderen Sicht ich die Welt mal wahrgenommen
habe.“
Sehr oft findet aber gar kein Beratungsgespräch
im klassischen Sinn statt, denn die meisten
Anrufer sind Scherzanrufer. Bei der Hälfte
der Anrufe ist das so, weitere 20 Prozent legen
schnell wieder auf oder schweigen am Telefon.
„Häufig testen uns die Kinder einfach und
manchmal rufen sie wieder an und es ergibt sich
später ein echtes und ernstes Gespräch“, sagt
Groebe. Nach den Schulungen und ein paar
Hospitationen bei erfahrenen Mitarbeitern darf
dann das erste Mal selbstständig telefoniert
werden.
Nervenkitzel am Telefon
„Das erste Mal selbst telefonieren hat mich auf
die Probe gestellt. Jetzt wurde es auf einmal
ernst“, berichtet uns die Ehrenamtliche. Die Studentin
ist zufällig über Freunde darauf gekommen,
hier etwas Gutes zu tun. Das Team besteht hauptsächlich aus Studierenden und der Generation
50plus. Sie sind hier, weil sie bald einen Beruf
im sozialen Bereich ausüben wollen oder
schon jahrelange Erfahrungen weitergeben können.
Auch ihnen ist es wichtig anonym zu bleiben.
„Wir zeichnen keine Anrufe auf. Die Nummer
gegen Kummer ist dadurch für beide Seiten
ein geschützter Raum.“ Alle zwei Wochen gibt es
eine große Runde, in der von den Erfahrungen
berichtet werden kann. Bei dieser Supervision
kommt nochmal zur Sprache, was besonders belastend
war.
Gemeinsam schweigen
„Es kann auch gut sein, dass man einfach mal
gemeinsam schweigt“, sagt die Koordinatorin:
„Das schafft den Platz, in dem sich Fragen oder
Gedanken entwickeln können.“ Mittlerweile wird
der, seit 1980 bestehende Verein „Nummer gegen
Kummer“ von der Europäischen Union, der Bundesregierung
und einigen großen Unternehmen
getragen. „Klar – als Erwachsener ist es nicht immer
einfach Kinderproblemen zuzuhören. Andererseits
tut es gut, Zeit für andere zu investieren.
Im Alltag reden wir so viel von unseren eigenen
Problem“, erklärt die Ehrenamtliche. Und führt
aus: „Obwohl wir beim Telefonieren allein sind,
wachsen wir als Team an den Anrufen. Das gibt
die Kraft für ein anspruchsvolles Ehrenamt.“

WTF
Die „Nummer gegen Kummer“ ist immer kostenlos
und montags bis freitags von 14-20 Uhr zu
erreichen unter: 0800-1110333. Die nächste
Ausbildung für Zuhörer beginnt im Januar
2015. Informationen gibt es beim KinderschutzZentrum
Mainz, Damaris Groebe, Tel.: 06131-613737, Mail:
damaris.groebe@ksz-mainz.de

Quelle: STUZ Dezember 2014

PELZ