Wiesbaden: visionärer Frühschoppen im 60/40

„Engagiert euch!“ war das Thema No. 16 beim visionären Frühschoppen Wiesbaden im Schlachthof-Lokal „60/40“.  „Die Verletzung der Menschenrechte und die Zerstörung der Umwelt gehen uns alle an. Wie aber kann sich jeder Einzelne ganz konkret für eine bessere Gesellschaft stark machen?“ – diese Frage von Stéphane Hessel aus seinem Buch „Engagiert euch!“, das er 2011 ein Jahr nach seiner Aufsehen erregenden Streitschrift „Empört euch!“ veröffentlicht hatte, bildet die Basis dieses „engagierten“ Frühschoppens. Gäste, die etwas bewegen wollen, das Thema aus ganz unterschiedlichen Richtungen beleuchteten und ihre Visionen vorstellten:

  • Birgit Pilz, Vorsitzende Café con leche – Projekte (u.a. Fußball) mit Jugendlichen in der Dominikanischen Republik cafeconleche
  • Anjelina Nafula Namwaya, Gründerin und Vorsitzende, Kenya-ChildVision e.V., kenya-childvision
  • Dr. Gerhard Trabert, “Obdachlosen-Arzt”, Gründer und Vorsitzender Verein “Armut und Gesundheit”, vielfach engagiert auch weltweit bei Auslandseinsätzen in Kriegs- und Krisengebieten, Professor für Sozialwesen an der Hochschule RheinMain. armut-gesundheit
  • Jakob Kirfel, Jugend gegen AIDS e.V. jugend-gegen-aids.de/, Stadtschülersprecher a.D. (2015- Mai 2017)
  • Reinhard Sczech (ich) für das frisch gestartete „Reflecta Network“ reflecta.networkfacebook/Reflecta.Network

Ich fand es sehr spannend, wie schnell sich Anknüpfungspunkte der unterschiedlichen Initiativen finden lassen. Beispielsweise mit Anjelina von Kenya-ChildVision. Haben wir doch gerade von der Sczech-Stiftung das Projekt homeofsmile in Kenia unterstützt. Der Spendenshop von Achim Fuchs ließe sich eventuell auf die Arbeit von Anjelinas  kenya-childvision übertragen.

Das Projekt Café con Leche von Birgit Prinz, unterstützt Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten der Dominikanischen Republik mit gezielten Bildungs- und Sportprojekten. Einige Aspekt der Mittelbeschaffung (Sportkleidung, Fußbälle), ließe sich hervorragend in Aktionskarten des reflecta.network umsetzen. Aber da müssen wir in unserem Netzwerk noch kräftig arbeiten, bis die erste Version online gehen kann.

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Dirk Fellinghauer, Moderator vom „sensor – Fühle deine Stadt.Wiesbaden“, Birgit Pilz, Vorsitzende Café con leche, Anjelina Nafula Namwaya, Gründerin und Vorsitzende, Kenya-ChildVision, Reinhard Sczech, Reflecta.Network

Home of smile

Achim Fuchs aus Beltheim beschreibt wie alles begann:

Im Januar 2013 habe ich eine Patenschaft für ein Mädchen aus einem Waisenhaus in Kimweas (das liegt in der Nähe von Embu) in Kenia übernommen. Der Verein gab mir Informationen über das „Josephine Wambui Waisenhaus“ und den Alltag dort. Im Juli flog ich mit meiner 17jährigen Tochter dorthin, um mir selbst vor Ort ein Bild zu machen.
Mit vier großen Koffern voll Spenden mit Turnschuhen, Jeans, T-Shirts, Bällen und mehr wurden wir herzlich aufgenommen. 14 Tage waren wir dort und es sollte ein unvergessliches Erlebnis bleiben. Im Dezember 2013 bin ich für zwei Monate wieder dorthin geflogen. Diesmal allerdings, um beim Bau von mehreren Räumen, Toiletten, Klärgrube, Waschraum, etc. zu helfen.

Die Zimmer wurden unbedingt benötigt, damit die 12 Mädchen und 11 Jungen im Alter von 7 bis 16 nicht mehr in zwei kleinen Räumen leben müssen. In den zwei Monaten durfte ich miterleben, wie wichtig es für diese Kinder ist, in einem Heim aufzuwachsen, das ihnen Liebe, Geborgenheit und Schutz gibt. Sie lernen dort füreinander zu sorgen, gehen gemeinsam in die Schule, spielen und machen ihre Haus- und Heimaufgaben gemeinsam. Kurz: Sie helfen sich gegenseitig.

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Eigentlich sollte es nur eine Patenschaft für ein Kind in Afrika sein. Doch Hans-Joachim Fuchs aus Beltheim wollte mehr über die Lebensumstände seines Patenkindes wissen und besuchte es in Kenia. Quelle: homeofsmile.de/

Wieder Zuhause in Deutschland angekommen, war mir schnell klar, dass ich viel mehr helfen möchte. In meiner Familie, bei Freunden, Bekannten und Arbeitskollegen fand ich schnell Unterstützung.
Wir haben den Verein „Home of Smile e.V.“ gegründet. Mit diesem Verein wollen wir mittellose Kinder, deren Eltern an Krankheiten wie z.B. Malaria, Tuberkulose, AIDS etc. gestorben sind, helfen. Viele dieser Waisen leben auf der Straße, ungebildet, verarmt, aufgegeben von der Gesellschaft, sich allein überlassen, missbraucht und ausgebeutet.

Wir wollen ihnen ein Zuhause geben, in dem sie geliebt werden, Geborgenheit erfahren und geschützt sind. Sie bekommen eine Schulausbildung, sollen nach Ihren Fähigkeiten gefördert werden, eine faire Chance erhalten, sich zu eigenständigen, selbstbewussten und für die Gemeinschaft wertvollen Menschen zu entwickeln, sei es im Studium oder Beruf.

Wir brauchen Ihre Unterstützung als Spender, Förderer oder Sponsor. Bitte helfen Sie uns, den Kindern ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Selbstverständlich arbeiten wir alle ehrenamtlich, so dass Ihre Spenden zu 100 % den Kindern zu Gute kommen.


 

Nach einer Vorstellung auf der Gesellschafter Versammlung von Höhenwind hat auch die Sczech-Stiftung beschlossen, „Home of Smile e.V.“ finanziell zu unterstützen. Ein tolles Projekt.