25 Jahre Human Help Network

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25 Jahre Human Help Network. Gelegenheit zur Rückschau, und auch ein Grund stolz zu sein, auf das was erreicht wurde. Seit 1990 knüpft die Kinderhilfsorganisation an einem Netz menschlicher Unterstützung, weltweit.

In vielen armen Ländern dieser Erde wurden vertrauenswürdige Partner gefunden, um Hilfe unbürokratisch dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. In Deutschland, speziell in Mainz, kann sich das Netzwerk auf viele Menschen jeden Alters stützen, die die Idee finanziell und ideell unterstützen.

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Gefeiert wurde das Jubiläum mit einem großes Förderer, Ehemaligen und Aktiven Treffen in der Mainzer Zentrale, Walpodenstraße 10, am 18. September 2015.
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Gegründet wurde das Human Help Network 1990 von meinem IBM Kollegen Ewald Dietrich.

Wer sich engagieren will: Infos auf HHH.org

Eine kleiner Wermutstropfen: Das Jubiläumsbuffet war zweifellos sehr lecker, aber auch enorm fleischlastig geraten. Die Ursachen für den Welthunger sind extrem vielschichtig. Hauptsächlich gibt es ein globales Verteilungsproblem, welches dafür verantwortlich ist, dass einige wenige reiche Menschen immer reicher werden, während die globale Armut zunimmt und trotz moderner Nahrungsmittelproduktion, viele Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Lebensmitteln und Wasser haben. Weltweit wird so viel Nahrung produziert, dass statistisch betrachtet kein Mensch hungern müsste. Unfaire Finanzsysteme, korrupte Staaten, Landgrabbing, Kriege und viele weitere Faktoren begünstigen den Welthunger. Aber auch unser Nahrungsmittelkonsum in den reichen Ländern trägt wesentlich zur Welthungerkrise bei.

Die fortwährend steigende Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln hat einen hohen Einfluss auf die Nahrungsmittelknappheit. Fleisch ist Lebensmittelverschwender Nummer eins. Zur Produktion einer tierischen Kalorie werden je nach Tierart fünf bis dreißig pflanzliche Kalorien verfüttert. Beim Rind bleiben deutlich über 90 Prozent der Nahrungsenergie auf der Strecke. Mehrfach so viele Menschen können daher mit der gleichen Getreidemenge ernährt werden, wenn statt einem Schweineschnitzel ein Weizen- oder Sojaschnitzel daraus würde.

burger_150Um die Tiere in unserer Agrarindustrie zu ernähren, wird Getreide zu großen Teilen aus Lateinamerika importiert. Europa ist aus klimatischen und geografischen Gründen nicht in der Lage, genug Futter zu produzieren, um den Fleischhunger zu befriedigen: 77% des Proteinfutters werden eingeführt. Auch für deutsche Schweinemästereien und Milchfabriken brennen Regenwälder, um neuen Platz für Futtergetreidefelder zu schaffen. Der globale Markt zahlt gut, der Anbau von Nahrungsmitteln für die Menschen in den armen Ländern lohnt sich nicht mehr. Die Entwicklungs- und Schwellenländer selbst werden, häufig nicht zuletzt wegen der Korruption in diesen Staaten, dieser Entwicklung keinen Einhalt gebieten können. Nur die reichen Länder können durch eine veränderte globale Nachfrage Änderungen erwirken. Die Politik der reichen Staaten unterstützt indes weiterhin die tierhaltende Agrarindustrie und kurbelt damit die Lebensmittelverschwendung an, statt Alternativen zu fördern und nachhaltige Lösungswege beim Namen zu nennen: Weg von tierischen Lebensmitteln, hin zu pflanzlichen Alternativen. Bestimmt wird beim nächsten Jubiläumsbuffet des Human Help Networks kaum jemand das Fleisch vermissen, weil alles sehr lecker sein wird.

MassentierhaltungRegenwald

Geschichte des Human Help Networks

(aus Wikipedia, Stand 19.9.2015)

Ewald Dietrich gründete Human Help Network am 13. März 1990 in Mainz. Dietrich finanzierte die Vereinsgründung und das erste Projekt, das Straßenkinderzentrum INTIGANDA in Butare, Ruanda aus den Einnahmen eines Puppentheaters. Das Projekt wurde ein Jahr später mit dem Ziel eingeweiht, ruandischen Straßenkindern Bildung und alltägliche Unterstützung anzubieten.

Im Jahr 1992 kam als zweites Projekt das Waisenhaus Pattaya Orphanage in Thailand hinzu.

In den darauf folgenden Jahren etablierte Human Help Network eine Partnerschaft mit den Salesianern Don Boscos, die mit dem Centre des Jeunes de Gatanga, einem Kinder- und Jugendzentrum mit Bildungseinrichtungen in Kigali, Ruanda, begann und seitdem in weiteren Projekten fortgesetzt worden ist.

In den Jahren zwischen 1994 und 1997 unterstützte Human Help Network die Flüchtlinge des Genozids in Ruanda. Die Aktion Go for Ruanda, bei der Schüler an einem Spendenmarsch für das vom Bürgerkrieg geschüttelte Land teilnahmen, wurde zum ersten Mal an allen Mainzer Schulen durchgeführt. Aus der Aktion entstand später der Verein Aktion Tagwerk, der bis heute eng mit Human Help Network kooperiert.

Ab 1998 engagierte sich Human Help Network in weiteren Ländern. In Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos und dem Verein Jugend Dritte Welt e.V. wurden Partnerprojekte unter Anderem in Nigeria, Burundi, Angola, dem Sudan und Indien auf- und ausgebaut.

Als 1999 der Kosovokrieg für eine massive innereuropäische Flüchtlingsbewegung sorgte, unterstützte Human Help Network zusammen mit der Allgemeinen Zeitung Mainz und dem SWR ein Flüchtlingscamp in Tirana, Albanien mit über 1.500 Menschen. Im darauf folgenden Jahr wurde Hilfe für die Opfer der verheerenden Überschwemmungen in Mosambik organisiert. Auch hier handelte Human Help Network in Zusammenarbeit mit den Salesianern Don Boscos, der Allgemeinen Zeitung Mainz und mit der Lufthansa Help Alliance.

Im Jahr 2001 startete Human Help Network die Initiative „Räder für Ruanda“, die Jungen und Mädchen in Ruanda die Ausbildung zu Fahrradmechanikern ermöglichen soll.

Zwischen 2002 und 2004 initiierte die Organisation Projekte, wie die Spende alter D-Mark-Münzen nach der Einführung des Euro oder die Koordination der Flutopferhilfe des Landes Rheinland-Pfalz nach dem Tsunami vom 26. Dezember 2004. 2006 wurde in Ruanda die Organisation Human Help Network Rwanda, auch bekannt unter dem Namen Youth of Rwanda Unlimited, unter ruandischem Recht gegründet, im Jahr 2008 folgte diesem Beispiel die Organisation Human Help Network Foundation Thailand.